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Zeitarbeit in der Pflege

1,98 Prozent Anteil

Ende 2020 waren 12.475 Zeitarbeitnehmer/innen in der Altenpflege und 21.942 in der Krankenpflege tätig. Dies entspricht einem Anteil von 1,98 Prozent. Betrachtet man Pflegende in Zeitarbeit in den Krankenhäusern, entspricht dies einem Anteil von 0,5 Prozent. Diese Zahlen zeigen, dass die Zeitarbeit in der Pflege ein Randphänomen ist. Dennoch ist eine krisenfeste, bedarfsorientierte Weiterentwicklung des Gesundheitssektors auch für die Personaldienstleister von übergeordneter Bedeutung.  

Pflege in Deutschland muss zukunfts- und krisenfest ausgestaltet werden

Die Pflege in Deutschland bedarf insgesamt einer „konzertierten Attraktivitätsoffensive“, an der sich auch der iGZ als mitgliederstärkster Branchenverband beteiligten möchte. Dies ermöglicht einen fairen Wettbewerb um begehrte Arbeitskräfte und würde diesen insgesamt zugutekommen. Erste Schritte in diese Richtung wurden durch die Konzertierte Aktion der Bundesregierung unternommen. In der Praxis liegen aber die Bedarfe der Arbeitnehmer/innen und der Einrichtungen weit auseinander. Sowohl in der Alten- als auch in der Krankenpflege richtet sich die deutliche Mehrheit der Stellenangebote an examinierte Pflegefachkräfte. Gleichzeitig verfügt aber nur ein geringer Anteil der Arbeitslosen in der Altenpflege über eine entsprechende Qualifikation. Zeitarbeit bietet diesen Arbeitnehmern Möglichkeiten zur Qualifizierung und Weiterbildung: In der Altenpflege beispielsweise beträgt der Anteil der Hilfskräfte 46 Prozent. Durch Förderung und Betreuung der Arbeitnehmer ebnet die Zeitarbeitsbranche zahlreiche Wege in eine konventionelle Berufsausbildung zu professionellen Pflegefachkräften – ein weiterer Schritt zur Linderung des Fachkräftemangels.

Zeitarbeit leistet Beitrag zum Personalerhalt in der Pflege

In der Pflege wählen Arbeitnehmer/innen die Zeitarbeit, weil sie folgendes vorfinden: eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit dem Arbeitgeber, mehr Flexibilität in der Arbeitszeitgestaltung, Vereinbarkeit mit spezifischen Lebenssituationen (Kindererziehung, Weiterbildung, häusliche Pflege) und erfahrene Personalmanager. Sie erfahren Wertschätzung ihrer Berufsgruppe durch persönliche Betreuung, intensive Mitarbeitergespräche und Maßnahmen im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements. Diese Pflegekräfte sind dankbar für die Möglichkeit, ihre Arbeit weiterhin den Patienten widmen zu können. Ihre Motivation bleibt erhalten oder wird signifikant erhöht.

Gerade für weibliche Pflegekräfte, die nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit rund 80 Prozent des Pflegepersonals ausmachen und die noch immer überproportional oft alleinerziehend sind und auch weitere familiäre Pflichten tragen, ist diese Option von außerordentlicher Bedeutung. Nach Angaben der Bundesregierung liegt das Gehalt von Zeitarbeitnehmern in der Pflege nicht über dem Gehalt des Stammpersonals. Die Gründe für eine Tätigkeit in der Zeitarbeit liegen daher in den o.g. Umständen nicht primär in der Vergütung.

Ohne die Möglichkeit der Zeitarbeit würden die Pflegekräfte der Pflege den Rücken kehren. Zusätzlich mindert die Arbeitnehmerüberlassung somit den Druck in den Einrichtungen durch Entlastung des internen Stammpersonals, wodurch die Abwanderung aus dem Pflegeberuf aufgehalten wird. Sie optimiert die interne Personalsituation und das Arbeitsklima durch ausgeglichene Zeitarbeitnehmer erheblich.

Zeitarbeitskräfte stellen vielfältige Erfahrungen zur Verfügung und fördern die Innovation

Insbesondere für Zeitarbeitnehmer/innen ist die Kompetenzentwicklung von hoher Bedeutung, da sie sich zum Arbeitsplatzwechsel verpflichten und damit zum Wechsel der Berufstätigkeit sowie des beruflich-sozialen Umfeldes. Die Zeitarbeitskräfte bringen die Erfahrung und den breiten Horizont mit, die in Stellenausschreibungen regelmäßig gefordert werden. Sie kennen diverse Behandlungsmethoden und medizinische Geräte aus ihren Einsätzen und weisen das Stammpersonal oftmals in neuartige Geräte ein. Zeitarbeit unterstützt und optimiert somit die Kompetenzentwicklung des externen Personals durch unterschiedlichste Anforderungen in den Einsätzen, enge Mitarbeiterführung, Coachings und Fort- bzw. Weiterbildungsmöglichkeiten. Zudem stehen sie unter besonderer Beobachtung und erfüllen schon deshalb hohe Qualitätsstandards. Auch sind Personaldienstleister keine Kostentreiber. Einrichtungen zahlen lediglich die Produktivstunden. Eine korrekte Vergleichsrechnung würde auf Kundenseite nicht nur die Produktivstunden beinhalten, sondern auch Krankstunden, Weiterbildungszeiten, Arbeitgeberanteile Sozialversicherung, Einarbeitungen, Lohnersatz- und Lohnnebenleistungen wie Fahrkartenerstattungen, Kantinenermäßigungen und Trennungskosten. Ebenso dazu gehören Rekrutierungskosten, die bei konventionellen Kundenunternehmen beträchtlich ausfallen, Verwaltungskosten (Abrechnungen, Vertragswesen etc.), Kosten für Maßnahmen der Personalentwicklung und viele weiter. Würden diese Kosten, die bei der Beschäftigung von Stammmitarbeitern entstehen, in den Vergleich mit einbezogen, wäre sehr schnell deutlich, dass die Kosten beim Einsatz von Zeitarbeit aufgrund der Professionalität und Kernkompetenz der Zeitarbeitsunternehmen maximal gleich hoch ausfallen.

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