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iGZ-Geschäftsführer begrüßt Gesetzesänderung und kritisiert Einschränkungen
25.05.2016

Zeitarbeitstür für Flüchtlinge geöffnet

„Hier hat der Gesetzgeber einen großen Schritt nach vorn und langfristig zwei Schritte zurück gemacht“, reagierte Dr. Martin Dreyer, Geschäftsführer des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ), auf die Novellierung des Integrationsgesetzes. Für drei Jahre wird damit der Weg für Flüchtlinge in die Zeitarbeitsbranche bereits nach drei Monaten freigemacht – allerdings nur in Regionen mit guter Arbeitsmarktsituation.

Damit die Zeitarbeitsbranche Flüchtlinge effektiv in Arbeit bringen könne, sei jedoch eine dauerhafte Entkopplung der Zeitarbeit von der Vorrangprüfung nötig. „Denn sonst wird die Zeitarbeitstür für Flüchtlinge erneut vier Jahre lang geschlossen“, kritisiert Dreyer. Das sei eine nicht hinnehmbare Diskriminierung der Zeitarbeitsbranche und zudem auch eine nicht zu rechtfertigende Beschränkung der Beschäftigungsmöglichkeiten von Flüchtlingen.

Zeitarbeit ist Integrationsexperte

„Durch die jetzt vorgesehene Änderung können Flüchtlinge drei Jahre lang über Zeitarbeit in allen Branchen – mit Ausnahme des Bauhauptgewerbes – eingesetzt werden und nicht mehr nur in Branchen mit ausgewiesenem Fachkräftemangel“, erläutert der iGZ-Geschäftsführer. „Das“, so Martin Dreyer, „ist nur zu begrüßen, denn die Zeitarbeit ist geradezu prädestiniert, die Flüchtlinge über Arbeit in die Gesellschaft zu integrieren.“ Immerhin haben laut Dreyer fast ein Viertel der Zeitarbeitnehmer ausländische Wurzeln – für die Zeitarbeitsunternehmen sei es also tägliche Routine, sich mit den daraus resultierenden Wünschen und Problemen zu beschäftigen.

Genaue Definition nötig

Die Vorrangprüfung fällt laut Koalitionsbeschluss jedoch nur in Regionen mit positiver Arbeitsmarktsituation weg. „Bislang sind weder die maßgeblichen Agenturbezirke der Bundesagentur für Arbeit noch die entscheidenden Faktoren für die Bestimmung der Arbeitsmarktsituation definiert worden“, kritisiert Dreyer und forderte eine schleunige Präzision dieser unkonkreten Regelung. Diese müsse zudem leicht administrierbar sein, um die Integration der Flüchtlinge durch Zeitarbeit nicht durch unnötige Bürokratie zu lähmen. (WLI)

Die Meseberger Erklärung zur Integration steht im Anhang zum Download.

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