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IAB: Branchentarifbindung rückläufig
01.06.2015

Zeitarbeit nahezu vollständig tarifiert

Im Jahr 2014 arbeiteten rund 50 Prozent der Beschäftigten in Betrieben, für die ein Branchentarifvertrag galt. Das zeigen die Daten des IAB-Betriebspanels, einer jährlichen Befragung von mehr als 15.000 Betrieben durch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Deutlicher Ausreißer: die Zeitarbeitsbranche, die nahezu zu 100 Prozent tarifiert ist. „Diese Tatsache bietet den Beschäftigten in der Zeitarbeit ein besonderes Maß an Sicherheit“, erläutert iGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz angesichts der IAB-Zahlen. „Der iGZ-DGB-Tarifvertrag dient Zeitarbeitskräften als klares Regelwerk, in dem sie genau nachlesen können, was ihnen zusteht.“

Unabhängige Kontakt- und Schlichtungsstelle

Ergänzend profitieren Zeitarbeitskräfte, die in iGZ-Mitgliedsunternehmen beschäftigt sind, von dem iGZ-Ethik-Kodex. Darin ist festgehalten, auf welchen moralischen Grundsätzen das Miteinander zwischen Zeitarbeitsfirmen, Angestellten und Kundenunternehmen verlaufen soll. Sollten einmal Unklarheiten auftreten, hilft ein Anruf bei der unabhängigen Kontakt- und Schlichtungsstelle (KuSS). „Zeitarbeitskräfte sind damit sehr gut geschützt“, fasst Stolz zusammen.

Tarifbindung insgesamt rückläufig

Seit 1996, als erstmals Daten zur Tarifbindung für Ost- und Westdeutschland vom IAB erhoben wurden, ist der Anteil der in tarifgebundenen Betrieben Beschäftigten deutlich zurückgegangen. 1996 arbeiteten in Westdeutschland 70 Prozent der Beschäftigten in Betrieben, in denen ein Branchentarifvertrag galt. Im Jahr 2014 waren es nur noch 53 Prozent. In Ostdeutschland sank der entsprechende Anteil der Beschäftigten von 56 auf 36 Prozent. Gegenüber 2013 erhöhte sich die Tarifbindung jedoch wieder um jeweils einen Prozentpunkt. (ML)

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