Direkt zum Inhalt
Printer Friendly, PDF & Email
Prof. Dr. Bornewasser zu Gast bei iGZ-Projektgruppe „Zeitarbeit 2030“
11.06.2015

„Zeitarbeit hat weiterhin Zukunft“

„Es gibt schon heute einen Mangel an Arbeitskräften und Flexibilität im Bereich des Arbeitsmarktes – und dieser wird weiter ansteigen.“ Diese These vertrat Prof. Dr. Manfred Bornewasser von der Uni Greifswald bei der jüngsten Sitzung der iGZ-Projektgruppe „Zeitarbeit 2030“ in Frankfurt am Main. Ausführlich diskutierten die Projektgruppenmitglieder um Nicole Munk mit dem Wissenschaftler Zukunftsoptionen sowie mögliche Auswirkungen und Reaktionen.

Der technologische Trend zur Digitalisierung, auch bekannt unter dem Schlagwort „Industrie 4.0“, sei nicht aufzuhalten, erklärte Bornewasser weiter. Völlig offen seien hingegen die arbeitsmarktpolitischen Auswirkungen dieser Neuerungen. Zu unsicher sei die Frage, in welcher Geschwindigkeit sich diese von manchen als vierte industrielle Revolution bezeichnete Veränderung des Arbeitslebens tatsächlich entwickeln wird.

Kompetenzen und Anforderungen zusammenbringen

Jedenfalls werde die Digitalisierung im Arbeitsleben von einer zunehmenden Prozessausrichtung begleitet. Arbeitsabläufe würden komplexer: „Sie müssen den Mitarbeitern verdeutlichen, dass sie nicht nur ihre eigene Aufgabe, sondern den gesamten Prozess im Blick haben müssen. Daraus ergibt sich dann auch die Stärkung der Eigenverantwortlichkeit von Mitarbeitern“, so der Hochschullehrer. Führungspersonen hätten zukünftig die Aufgabe der Koordination von Prozessen und nur noch im Notfall werde das Eingreifen erforderlich. Für die Zeitarbeit bedeuten die Veränderungen jedoch keinen Grund zur Sorge: „Zeitarbeit hat auch weiterhin eine Zukunft, denn sie erfüllt wesentliche Merkmale digitaler Arbeit. Das Erfassen und Zusammenbringen von Kompetenzen und Anforderungen ist Kernaufgabe der Zeitarbeit“, so Prof. Dr. Bornewasser.

Flexibilitätsdienstleister auf Augenhöhe

Für die Projektgruppe bekräftigte deren Leiterin Nicole Munk, dass die Entwicklung der Arbeitswelt ein Umdenken erforderlich mache: „Im Lebenslauf schauen wir zurück und sehen, was ein Mitarbeiter schon gemacht hat. Viel wichtiger jedoch ist doch die Frage, welche Potenziale er hat und wohin er sich noch entwickeln kann.“ Daher müsse es gelingen, waren sich die Mitglieder der Projektgruppe mit dem Arbeitsexperten einig, dass die Zeitarbeit als Flexibilitätsdienstleister von den Einsatzunternehmen auf Augenhöhe wahrgenommen werde. Es reiche nicht aus, die Anforderungen aus den Einsatzunternehmen entgegen zu nehmen und eins zu eins umzusetzen. Vielmehr sei es sinnvoll, die vielfältigen Erfahrungen der Personaldienstleister gewinnbringend und beratend auch für die Kunden der Zeitarbeit einzusetzen. (MS)

Sie könnte auch interessieren

Projektgruppen

Neueste Artikel