IAB veröffentlicht Untersuchung zu Verweildauern in Jobs

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Zeitarbeit ein Sprungbrett in den Arbeitsmarkt

Im Durchschnitt bleiben Mitarbeiter in Helfertätigkeiten laut iGZ-Mittelstandsbarometer 12,32 Monate in einem Zeitarbeitsunternehmen. Über ein Drittel - 34,9 Prozent - bleiben ihrer Zeitarbeitsfirma allerdings wesentlich länger treu. Zwei Drittel kommen ursprünglich aus der Beschäftigungslosigkeit, rund 16 Prozent waren vorher langzeitarbeitslos. Ganz anders sieht´s dagegen in der Gesamtwirtschaft aus:

Erwerbslose Arbeitslosengeld-II-Empfänger nehmen pro Jahr etwa eine Million sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse auf. Dabei handelt es sich häufig um Helfertätigkeiten im Niedriglohnbereich. Fast die Hälfte der Beschäftigungen dauert weniger als sechs Monate, zwei Fünftel mindestens zwölf Monate. Das geht aus einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.

Vorübergehende Beschäftigung

In gut der Hälfte der Fälle endet laut IAB-Pressemitteilung der Arbeitslosengeld-II-Bezug mit der Beschäftigungsaufnahme zumindest vorübergehend. In den anderen Fällen reichte das erzielte Einkommen nicht aus, um den Leistungsbezug zu verlassen. Dabei spielen nicht nur die Entlohnung und der Stundenumfang der begonnenen Tätigkeit eine Rolle, sondern auch die Größe und die Einkommenssituation des gesamten Haushalts: „Bei großen Haushalten ohne andere Einkommensquellen führt auch eine Vollzeitbeschäftigung nicht unbedingt zum Ende des Leistungsbezugs“, erklären die Arbeitsmarktforscherinnen Kerstin Bruckmeier und Katrin Hohmeyer.

Fünf Jobs in fünf Jahren

Für fast die Hälfte der Arbeitslosengeld-II-Empfänger, die aus der Erwerbslosigkeit heraus eine Beschäftigung aufgenommen haben, war dies bereits mindestens die fünfte Beschäftigungsaufnahme in den letzten fünf Jahren. Dabei zeigt sich in der IAB-Studie ein starker Zusammenhang zwischen kurzen Beschäftigungsdauern und dem Qualifikationsniveau. „Besonders schwer haben es Leistungsbezieher ohne abgeschlossene Berufsausbildung, dauerhaft in einer Beschäftigung zu verbleiben“, betonen Bruckmeier und Hohmeyer.

Nachhaltigkeit

Auch im Hinblick auf die Art der Beschäftigungsverhältnisse und der Betriebe gibt es Unterschiede. „Fachlich ausgerichtete Tätigkeiten mit einer höheren Entlohnung in größeren Betrieben sind deutlich nachhaltiger“, so die IAB-Forscherinnen.

Übernahmen

das bestätigt sich auch im Facharbeiterbereich, der über ein Drittel der Mitarbeiterschaft in der Zeitarbeitsbranche ausmacht. Hier fallen die Zahlen deutlicher aus – im Durchschnitt verbleiben die Mitarbeiter 18,83 Monate im Zeitarbeitsbetrieb. Aufgrund des steigenden Fachkräftemangels erhöht sich auch die Übernahmequote durch die Kundenunternehmen kontinuierlich und liegt mittlerweile bei rund 36 Prozent.

Helfertätigkeiten

Zwei Fünftel der aufgenommenen Jobs sind jedoch Helfertätigkeiten. Vier Fünftel der aufgenommenen Vollzeitjobs liegen im Niedriglohnsektor. Die Niedriglohnschwelle für sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigte ohne Auszubildende liegt bei rund 2.000 Euro brutto pro Monat.

Stabilität analysiert

Die IAB-Studie beruht auf einem Datensatz mit einer Zehn-Prozent-Stichprobe aller Personen, die zwischen Januar 2005 und Dezember 2014 Arbeitslosengeld II bezogen haben. Da die Forscherinnen die Stabilität der Beschäftigung über einen Zeitraum von einem Jahr analysierten, wurden die Arbeitsaufnahmen im Jahr 2013 untersucht. „Man kann davon ausgehen, dass die Ergebnisse mit aktuelleren Daten ähnlich ausfallen würden, da sich Niveau und Dynamik der Arbeitsaufnahmen kaum verändert haben“, schreiben die Autorinnen der Studie. (WLI)