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iGZ-Landeskongress Süd in Ulm
19.10.2015

Vitamin Z punktet!

„Wir sind froh, dass es Arbeitgeberverbände wie den iGZ gibt“, stellte RA Dieter Stang, IG Metall Stuttgart, zu Beginn seines Vortrages beim iGZ-Landeskongress Süd in Ulm klar. Allerdings bedeute Sozialpartnerschaft nicht „Identität der Interessen“. Daher wünschte er sich von den rund 250 Teilnehmern einen offenen Dialog.

Stang forderte, die Zeitarbeit auf ihre „Kernfunktion“ zurückzuführen. Das sei lediglich die Sicherstellung der Flexibilität der Unternehmen bei vorübergehend erhöhtem Arbeitskräftebedarf. „Damit sind wir als IG Metall auch einverstanden“, räumte Stang ein. Er lehne aber ab, dass Zeitarbeitskräfte auf Dauerarbeitsplätzen eingesetzt werden, wie es in der Automobilindustrie häufig Realität sei.

Podiumsdiskussion

In einer lebhaften Podiumsdiskussion griffen RA Dirk Pollert, stellvertretender Hauptgeschäftsführer bayme vbm und vbw, Ariane Durian, iGZ-Bundesvorsitzende, und RA Dieter Stang, IG Metall, unter anderem diesen Standpunkt noch einmal auf. Wirtschaftsjournalist und Moderator Gerhard Hohmann band dabei auch Publikumsbeiträge ein. (zum separaten Artikel)

Aktuelle Branchensituation

Werner Stolz, iGZ-Hauptgeschäftsführer, gab in seinem Vortrag einen Überblick über die aktuelle Situation der Zeitarbeit. „Gerade bei unsteten Erwerbsbiografien kann unsere Branche punkten“, zog Stolz den Bogen zum Kongressmotto „Vitamin Z punktet“. Darum sei es ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, dass Flüchtlinge nun bereits nach 15 Monaten in der Zeitarbeit beschäftigt werden dürfen. Mit Blick auf das Koalitionspaket, das unter anderem die Einführung einer Höchstüberlassungsdauer von 18 Monaten sowie gesetzliches Equal Pay nach neun Monaten enthält, fand Stolz deutliche Worte: „Die Tarifpartner haben die Zeitarbeitsbranche selbstständig ausreichend reguliert. Der ‚Patient‘ ist gesund. Es besteht kein Grund für die Politik, weiterhin an der Zeitarbeit herumzudoktern.“

Ständig wechselnde Rahmenbedingungen

Diesen Gedanken griff auch Dr. Hans-Peter Klös, Geschäftsführer des Instituts der Wirtschaft (IW) Köln, auf. „Der Anteil inaktiver Personen auf dem Arbeitsmarkt sinkt kontinuierlich. Zeitarbeit hat dabei einen wesentlichen Beitrag geleistet“, stellte er fest. Doch trotz der nachgewiesenen Sprungbrettfunktion der Zeitarbeit sei die Branche wie kein anderer Arbeitsmarktbereich ständig wechselnder Rahmenbedingungen ausgesetzt. „Ich will das nicht bewerten. Aber in einer so dichten Folge gibt es das in keiner anderen Branche“, so Klös.

„15-Monatsfrist für Flüchtlinge zu lang“

Bleibt die Zeitarbeit wichtig für die Flexibilität des Kunden?, fragte RA Dirk Pollert, stellvertretender Hauptgeschäftsführer bayme vbm und vbw – und beantwortete diese Frage mit einem klaren Ja. Der Massenzustrom von Flüchtlingen sei nicht nur eine humanitäre, sondern auch eine wirtschaftliche Herausforderung. Damit die deutschen Sozialsysteme nicht überlastet werden, sei eine rasche Integration in den Arbeitsmarkt unerlässlich. „Dabei ist die Zeitarbeit ein sehr wichtiges Instrument.“ Pollert konnte nicht nachvollziehen, warum Flüchtlinge erst nach 15 Monaten in der Zeitarbeit eingesetzt werden dürfen. „Damit sind wir nicht zufrieden und wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, die Zeitarbeit mit allen anderen Branchen gleichzusetzen“, stellte er sich auf die Seite des iGZ.

Flüchtlinge in Zeitarbeit

RA Martin Dreyer, iGZ-Geschäftsführer, gab einen Überblick darüber, unter welchen Voraussetzungen Asylbewerber und Geduldete ab dem 1. November in der Zeitarbeit beschäftigt werden dürfen. Nach drei Monaten ist eine Arbeitsaufnahme in Berufen möglich, die keine Vorrangprüfung erfordern (Mangelberufe laut Bundesagentur für Arbeit). In allen anderen Berufen (mit Ausnahme des Bauhauptgewerbes) ist eine Beschäftigung nach 15 Monaten gestattet, wenn die Bundesagentur für Arbeit dem zustimmt. „Das gilt aber nur für Asylbewerber und Geduldete, für sonstige Drittstaatler ändert sich nichts“, erklärte Dreyer. Es gelte dann weiterhin der Paragraph 40, der eine Beschäftigung in der Zeitarbeit grundsätzlich ausschließe.

Häuptlinge und Indianer

Thorsten Leibenath, Cheftrainer des Ulmer Basketball-Bundesligavereins, erläuterte, wie man ein erfolgreiches Team zusammenstellt. „Ein guter Mix aus Häuptlingen und Indianern, aus Erfahrung und Talent. Das gilt im Sport, aber auch in Wirtschaftsbetrieben.“ Oftmals werden Leibenath neue Spieler von Agenten vorgeschlagen. Er verpflichte aber niemals jemanden, ohne sich einen eigenen Eindruck zu machen und diesen durch ehemalige Trainer, Teamkollegen und Gegner des Spielers zu validieren.

Austausch am Rande des Kongresses

Die iGZ-Landesbeauftragten Petra Eisen (Bayern) und Armin Zeller (Baden-Württemberg) freuten sich besonders über den regen Austausch der Teilnehmer am Rande des Kongresses. Input für die Gespräche lieferte dabei auch die Fachmesse „Dienstleister der Zeitarbeit“. Die Friedrich-List-Berufsschule Ulm nutzte das Heimspiel und besuchte den iGZ-Landeskongress gleich mit drei Berufsschulklassen. (ML)

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