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iGZ-Mitgliedsfirmen nutzen Online-Möglichkeiten
18.01.2022

Unternehmen gehen neue Wege im PDK-Recruiting

741 Neuabschlüsse für die Ausbildung zu Personaldienstleistungskaufleuten (PDK) meldete das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) zum Jahresende 2021. Der leichte Anstieg – für 2020 wurde lediglich 570 Neuabschlüsse gemeldet - wirkt sich auch in den iGZ-Mitgliedsunternehmen aus: Es wird weiter ausgebildet, teilweise sogar mehr als zuvor. Begleitet wird diese positive Entwicklung durch umfangreiche Online-Marketingmaßnahmen sowie vermehrte Social-Media-Aktivitäten der Ausbildungsbetriebe. „Das ist ein starkes Signal, aber zum Ausruhen besteht kein Anlass“, betont Prof. Dr. Jens Große, Leiter des iGZ-Fachbereichs Bildung und Personal, Qualifizierung.

Karina Usselmann (hier mit HR Business Partner Sacha Müller) ist eine von derzeit 30 PDK-Azubis beim iGZ-Mitgliedsunternehmen TimePartner.
Karina Usselmann (hier mit HR Business Partner Sacha Müller) ist eine von derzeit 30 PDK-Azubis beim iGZ-Mitgliedsunternehmen TimePartner.

„Sehr erfreulich“, findet Sacha Müller den status quo der PDK-Ausbildungszahlen im iGZ-Mitgliedunternehmen „TimePartner Personalmanagement GmbH“. „Aktuell bilden wir bundesweit 59 PDK-Azubis aus“, erläutert der HR Business Partner, der zugleich Mitglied im IHK-Prüfungsausschuss ist. Allein 2021 sind in seinem Unternehmen 30 junge Leute in den PDK-Ausbildungsberuf gestartet. Und auch 2022 soll wieder intensiv ausgebildet werden.

Angebotsmangel

Die größte Herausforderung sei, dass nicht alle Berufsschulen zum PDK ausbilden. In Rheinland-Pfalz gebe es beispielsweise nur noch eine Berufsschule mit PDK-Klassen und im Saarland gar keine. Davon kann auch Marion Celikkiran, Regionalleiterin Personaldienstleistung bei „CONLOG GmbH & Co. KG“, ein Lied singen. In ihrem Unternehmen, wo aktuell vier Personaldienstleistungskaufleute ihre Ausbildung absolvieren, müssen die Auszubildenden zum Teil weite Wege bis zur nächsten Berufsschule zurücklegen. Von Koblenz bis zur nächsten Berufsschule in Mainz sind es gut 100 Kilometer und damit über eine Stunde Autofahrt und von Saarlouis aus sogar 170 Kilometer. „Teilweise fahren die Auszubildenden, etwa bei Glatteis, morgens um 4.30 Uhr los, damit sie pünktlich um 8 Uhr im Unterricht sitzen“, berichtet die Regionalleiterin. „Da ist schon eine extrem hohe Motivation gefragt.“

Online-Ausbildung

Aus Sicht von Sacha Müller wird es „allerhöchste Zeit“, dass die Industrie- und Handelskammern (IHK) den PDK-Ausbildungsgang auch im Online-Format anbieten. „Denn“, so der HR-Profi weiter, „dann ist es egal, ob ein Auszubildender in der tiefsten Eifel sitzt.“ Der Online-Unterricht solle vorzugsweise im Betrieb stattfinden, meint er. Natürlich müssten  sich die Ausbildungsbetriebe in diesem Fall aktiv einbringen. Zum Beispiel, indem sie einen Laptop und ein schnelles Internet zur Verfügung stellen. Müller: „Wenn der Online-Unterricht dann noch von einem Ausbilder betreut wird, klappt es bestimmt auch mit der Konzentration unserer Azubis.“

Zielgruppen ansprechen

„Für uns war die Krise am Ausbildungsmarkt im Jahre 2020 keine Krise,“ freut sich Sina Sternberg, Personalerin bei der „Felten Personalservice GmbH“. Pro Jahr führt sie etliche Vorstellungsgespräche für das Unternehmen, das bundesweit für Zeitarbeit in der Pflege steht. „Demnach scheinen wir nicht alles verkehrt zu machen“, stellt sie fest. 2019 habe man noch 15 junge Leute ausgebildet, derzeit seien es jedoch 26 Auszubildende – größtenteils Personaldienstleistungskaufleute. Im kommenden Ausbildungsjahr werden es über 30 Auszubildende sein, bei 200 internen Mitarbeitern. Am erfolgversprechendsten bei der Rekrutierung findet Sternberg eine „zielgruppengerechte Ansprache“ der Bewerber. Sie nutzt für das Recruiting hauptsächlich die Plattform „ausbildung.de“. „Wenn wir hier deutlich machen, dass bei uns die Work-Life-Balance einen hohen Stellenwert hat, alle sich duzen und niemand Krawatte tragen muss, ist schon viel gewonnen,“ unterstreicht sie.

Social-Media-Kampagne

Auch die Firma „CONLOG“ setzt auf eine jugendliche Kommunikation. Im Rahmen des Online-Marketings arbeiten die Personaler mit Azubi-Testimonials aus dem eigenen Unternehmen, die berichten, warum sie sich für eine PDK-Ausbildung entschieden haben. Flankierend wurde eine Social-Media-Kampagne gestartet, bei der die Auszubildenden Donika und Kerstin regelmäßig von ihrer Ausbildung berichten. „So etwas sehen Interessierte und melden sich dann bei uns“, berichtet die Ausbilderin. Viele Schüler hätten von dem Berufsbild des PDK nach wie vor keine Vorstellung. Weiterführende Informationen zur Ausbildung zum/zur Personaldienstleistungskaufmann/-kauffrau gibt´s auf der Internetseite "PDK-Ausbildung" oder in den social media auf Facebook unter "Mach´ Dein Ding - PDK-Ausbildung". (BR)

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