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iGZ-Hauptgeschäftsführer kritisiert Papier des Seeheimer Kreises
09.01.2019

Sinn der Zeitarbeit ignoriert

„Es ist sehr bedauerlich, dass der Seeheimer Kreis der SPD Wesen und Sinn der Zeitarbeit noch nicht einmal im Ansatz verstanden hat“, reagierte iGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz jetzt auf das Seeheimer-Positionspapier „Mut zu mehr“ zur Reform des Sozialstaates.

iGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz: "Wesen und Sinn der Zeitarbeit noch nicht einmal im Ansatz verstanden."
iGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz: "Wesen und Sinn der Zeitarbeit noch nicht einmal im Ansatz verstanden."

Unter anderem heißt es darin, „Die Leih- und Zeitarbeit in ihrer jetzigen Form gehört abgeschafft. Der damals angedachte Zwischenschritt für Arbeitssuchende, über Leih- und Zeitarbeit einer regulären Arbeit nachzugehen, gelingt kaum.“ Zeitarbeit, so Stolz, sei genauso regulär wie jede andere Arbeit auch. Zeitarbeitnehmer seien fest angestellte Mitarbeiter des Zeitarbeitsunternehmens.

Auftragsspitzen abfangen

„Rund 90 Prozent“, so der iGZ-Hauptgeschäftsführer, „haben einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Zeitarbeitnehmer haben laut Stolz die gleichen Rechte und Pflichten wie jeder andere Arbeitnehmer auch. „Zeitarbeit dient in erster Linie dazu, Auftragsspitzen abzufangen und damit flexibel auf sich ständig ändernde Bedingungen der Wirtschaft reagieren zu können. „Damit liefert die Zeitarbeitsbranche der Gesamtwirtschaft eine ganz wichtige Grundlage, um im nationalen wie auch internationalen Wettbewerb bestehen zu können“, betont Stolz.

Tarifverträge

Weiter heißt es in dem Papier: „Ausnahmen können in bestimmten Branchen sinnvoll sein und gemacht werden, allerdings nur und ausschließlich dann, wenn ein entsprechender Rahmen zwischen den Unternehmerverbänden und den DGB-Gewerkschaften ausgehandelt wurde.“ Die Branche sei zu knapp 100 Prozent tarifiert, wundert sich der iGZ-Hauptgeschäftsführer über diese widersprüchliche Aussage. Auf Basis der Tarifautonomie existiere ein umfangreiches Tarifwerk mit den DGB-Gewerkschaften, das zudem durch Branchenzuschlagstarifverträge für derzeit elf Branchen ergänzt werde. „Damit ist seit 2004 längst ein professioneller Rahmen für die Zeitarbeit geschaffen worden“, unterstreicht Stolz.

Faires Modell

Das müsste auch in den Reihen der SPD bekannt sein, verweist der iGZ-Hauptgeschäftsführer unter anderem auf den ehemaligen Vizekanzler und früheren SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel, der auf einem SPD-Bundesparteitag betonte, es sei „Sache der Sozialpartner, ein faires Lohnangleichungsmodell zu entwickeln“. (WLI)

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