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Interview zur Personalsituation in Krankenhäusern
08.02.2018

Pflegekräfte arbeiten lieber in Zeitarbeit

Mehr Lohn und ein geregelter Dienstplan – immer mehr Pflegefachkräfte arbeiten lieber in Zeitarbeit, als sich direkt im Krankenhaus anstellen zu lassen. Das bestätigte nun auch Peter Erlanson, gesundheitspolitischer Sprecher der Partei DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft und stellvertretender Betriebsratsvorsitzender des LDW-Klinikums in Bremen, im Interview mit dem Weser-Kurier.

„Früher war es gang und gäbe, dass bewährte Leiharbeitnehmer in den öffentlichen Dienst übernommen wurden. Heute wollen die jungen Schwestern und Pfleger das gar nicht, sie bleiben lieber bei der Leiharbeitsfirma, weil sie dort mehr Geld und einen garantiert stabilen Dienstplan bekommen“, erklärt Erlanson. Der Dienstplan der Stammbelegschaft werde ständig geändert. Der Betriebsrat kämpfe zwar dagegen, aber das ändere nicht viel.

1.000 Überlastungsanzeigen

Laut Erlanson könnten viele Patienten gar nicht mehr versorgt werden, wenn es keine Zeitarbeitskräfte in den Krankenhäusern gebe. Der Einsatz von Zeitarbeitskräfte gehöre inzwischen zum Alltag. Denn zusätzlich würden immer mehr examinierte Kräfte wegen der miesen Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern abwandern, zum Beispiel in Arztpraxen. Alleine im LDW-Klinikum habe es im vergangenen Jahr fast 1.000 Überlastungsanzeigen gegeben. (ML)

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