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12.12.2008

NRW untersuchte Zeitarbeitsbranche im Land

Das Arbeits und Sozialministerium des Landes NordrheinWestfalen hat eine aktuelle Studie zum Thema „Zeitarbeit in NordrheinWestfalen” vorgestellt. „Die Zeitarbeit in NordrheinWestfalen hat Licht, aber auch Schattenseiten”, lautete das Fazit des nordrheinwestfälischen Arbeitsministers Karl-Josef Laumann, als er die Studie „Zeitarbeit in NordrheinWestfalen” in Düsseldorf präsentierte.

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Mit der Studie sollte die Struktur sowie verlässliche Zahlen zur Zeitarbeitsbranche ermittelt und so eine fundierte und objektive Basis bei der zukünftigen Beurteilung dieser Branche gelegt werden, erklärte der Minister weiter. Die immer wieder geäußerten Befürchtungen, dass die Zeitarbeitsbranche der Totengräber der sozialversicherungspflichtigen Jobs sei, scheint sich auf den ersten Blick nicht zu bestätigen.

Einsatz in auftragsstarken Zeiten

„Ein massenhaftes Ersetzen von Stammbelegschaften durch Leiharbeitnehmer ist nach den Zahlen der Studie nicht zu erkennen. Vielmehr wird Leiharbeit offenbar zur Personalrekrutierung und in auftragsstarken Zeiten genutzt“, so Laumanns Bewertung. Zeitarbeit ist dabei keineswegs weniger erfolgreich als andere arbeitsmarktpolitische Instrumente. Immerhin brachte die Studie zutage, dass rund ein Drittel aller Zeitarbeiter über diesen Weg eine neue feste Stelle gefunden haben. Derzeit registriert sein Ministerium rund 147.000 Zeitarbeiter im Land, rund 1,8 Prozent der gesamten Arbeitnehmerschaft.

Kein Massenphänomen

Auch hier trat Laumann entsprechenden Vorurteilen entgegen. „Zeitarbeit ist kein Massenphänomen, dennoch müssen wir die Bedingungen und die Entwicklung der Zeitarbeitsbranche im Auge behalten“, so der CDU-Politiker. Vielmehr biete Zeitarbeit gerade den Arbeitslosen in diesem Land die Gelegenheit, wieder in den Arbeitsmarkt zurückzufinden. Mehr als die Hälfte aller Zeitarbeiter im Lande (58 Prozent) waren davor arbeitslos, ein Fünftel sogar über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr.

Die Schattenseiten

Allerdings brachte die Studie zur Zeitarbeit in NRW nicht nur Positives zutage. Zu den Schattenseiten der Zeitarbeit gehört nach Meinung des Ministers auch die geringe Beschäftigungsdauer und die oft geringe Entlohnung. „2007 sind rund 103.000 Arbeitsverhältnisse in der Zeitarbeitsbranche beendet worden, 58 Prozent davon dauerten weniger als drei Monate. Das zeigt: Zeitarbeit bietet keine dauerhafte berufliche Perspektive“, räumte Laumann ein und appellierte dabei an die Zeitarbeitsunternehmen, die Beschäftigten nicht unmittelbar bei Auftragseinbruch zu entlassen.

Tarifverträge

Zwar sei der Lohn für nahezu alle Beschäftigten der Zeitarbeitsbranche über Tarifverträge geregelt, ein wesentliches Manko in der Zeitarbeit bleibe aber die geringe Entlohnung. „Die untersten Tariflöhne in den drei großen Tarifverträgen liegen bei etwa 7,20 Euro. Der Lohnunterschied zwischen Leiharbeitnehmern und den Stammbelegschaften der Unternehmen ist oft beträchtlich. Aus der Studie ergibt sich, dass ein Leiharbeitnehmer in vergleichbaren Gehaltsgruppen 36 bis 45 Prozent weniger als sein Kollege an der gleichen Werkbank verdient. Gewerkschaften hatten in der Vergangenheit wiederholt diesen Umstand kritisiert.

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