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Podiumsdiskussion zur Pflegebranche - SPD nimmt Stellung
06.11.2019

Nicht auf Zeitarbeit in der Pflege verzichten

„Wir können im Moment nicht auf diese Kräfte verzichten,“ begründete die Hamburger Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz, Cornelia Prüfer-Storcks (SPD), warum sie ein Verbot der Zeitarbeit in der Pflegebranche „nicht sehe“. Damit reagierte sie auf die Nachfrage der Leiterin des iGZ-Hauptstadtbüros, Andrea Resigkeit, warum die Zeitarbeit immer als Problem und nicht als Problemlöser dargestellt werde.

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion zum Thema „Pflegebedürftige entlasten – Pflegefinanzierung nachhaltig und solidarisch reformieren“ erläuterte die Senatorin, Zeitarbeit in diesem Sektor aber reduzieren zu wollen. Die Zeitarbeitsbranche hat im Pflegebereich einen Gesamtanteil von lediglich 1,9 Prozent. Die Berliner Staatssekretärin Babara König erklärte dazu den Hintergrund der Initiative des Stadtstaats, die Zeitarbeit in der Pflege verbieten lassen zu wollen: „Mit der Bundesratsinitiative wollen wir den Fokus auf das AÜG legen, das ja nächstes Jahr sowieso evaluiert wird.“

120 Teilnehmer

120 Vertreter der Gesundheitswirtschaft von Barmer bis verdi waren der Einladung zur Diskussionsrunde gefolgt, zu deren Auftakt die Senatorin einen neuen Imagefilm zur Anwerbung junger Menschen im Gesundheitswesen präsentierte. Entsprechend turbulent auch die Podiumsdiskussion. Maria Loheide, Vorstand Diakonie, Prof. Frank Schulz- Nieswandt von der Deutschen Altenhilfe, Wilhelm Schmidt (AWO), DAK-Vorstandsvorsitzender, und der Präsident des Deutschen Pflegerats, Franz Wagner, wetteiferten mit ihren Lösungsansätzen.

Spitze-Sockel-Tausch

Von 300 Euro in Thüringen bis 900 Euro in Baden-Württemberg reicht die Spanne der Zuschüsse, die zu Pflegende leisten müssen. Tendenz steigend, denn das Pflegepersonal muss entlastet und besser bezahlt werden, so die einhellige Meinung auf dem Podium. „Wir müssen uns Gedanken zur Architektur machen“, forderte die Senatorin. Das Zauberwort, so Prof. Heinz Rothgang, heißt „Spitze-Sockel-Tausch“. Ein fixer Eigenanteil soll durch einen Anteil der Pflegeversicherung plus Steuergeld Entlastung für künftig ansteigenden Systemkosten bringen. „Es gibt einen großen Konsens aller Gruppen, dass wir die Probleme lösen müssen. Wir müssen an die Ursachen ran.“ Die Zeitarbeit sehe die Hamburger Senatorin allerdings nur als Mittel zum Zweck. (AR)

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