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Auf 100 Worte mit Markus Suchert
26.11.2020

„Logistikbranche ist gut durch die Krise gekommen"

Im neuen Interview-Format „Auf 100 Worte mit“ müssen sich die Gesprächspartner kurz fassen. Ihnen stehen pro Antwort nicht mehr als 100 Worte zur Verfügung. Für dieses Interview traf sich der iGZ auf 100 Worte mit Markus Suchert, Referatsleiter Arbeits-, Sozial- und Tarifrecht beim Bundesverband Spedition und Logistik.

Nur 100 Worte stehen dem Gesprächspartner pro Antwort zur Verfügung. Dieses Mal im Interview: Markus Suchert.
Nur 100 Worte stehen dem Gesprächspartner pro Antwort zur Verfügung. Dieses Mal im Interview: Markus Suchert.

Wie hat sich die Coronakrise bisher auf die Logistikbranche ausgewirkt und welche Effekte hatte dies auf den Einsatz von Zeitarbeit?

Die Logistik konnte während der Corona-Pandemie die Versorgung von Industrie, Handel und Bevölkerung sicherstellen und hat sich einmal mehr als systemrelevant erwiesen. Im Vergleich zu vielen anderen Branchen ist die Logistikbranche auch gut durch die Krise gekommen. Wirtschaftliche Einbrüche gab es vor allem in der Automotive-Logistik, also dort, wo ganze Industrien in den selbstgewählten Lockdown gingen. Ein Frühindikator für den krisenbedingten Konjunktureinbruch war hier tatsächlich der Einbruch in der Nachfrage nach Zeitarbeitskräften. Das Instrument der Kurzarbeit hat vielen Speditionshäusern zusätzliche Sicherheit verschafft, auch wenn die wenigsten Unternehmen hiervon Gebrauch machten. In der Lagerlogistik gab es demgegenüber sogar Fachkräftebedarf.

Stellen Sie seitdem in Ihren Mitgliedsunternehmen eine veränderte Nutzung und Bedeutung von Zeitarbeit fest?

Der flexible Einsatz von Zeitarbeitskräften war schon in Vorkrisenzeiten ein wichtiges personalpolitisches Instrument in der Logistik. Daran hat sich nichts geändert. Als abgeleitete Nachfrage ist die Nachfrage nach Güterverkehrsdienstleistungen stets konjunktur- und saisonabhängig. Auftragsspitzen können nur mit flexibel einsetzbarem Personal abgearbeitet werden.

Welche Rolle wird Zeitarbeit im anstehenden Weihnachtsgeschäft spielen?

Nach wie vor eine große. Hier ist die Zeitarbeit ein bewährtes und wichtiges Instrument, um das Saisonwachstum bewältigen zu können. Der in der nächsten Corona-Welle zu erwartende Rückgang des Weihnachtsgeschäfts im stationären Handel wird in diesem Jahr vermutlich durch einen Boom des Online-Handels überkompensiert. Eine besonders personalintensive, logistische Herausforderung. (DS)

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