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iGZ-Mitgliedsunternehmen zeigen wie's geht
13.04.2021

Innovation statt Regulation bei der Testung

Das Bundeskabinett hat eine Testangebotspflicht für Unternehmen beschlossen. Kommende Woche werden Betriebe verpflichtet, allen Mitarbeitern ein wöchentliches Testangebot zu machen. In Berlin, Brandenburg und Sachsen gilt darüber hinaus sogar eine Testpflicht. Doch auch ohne bundesweite Testpflicht gehen iGZ-Mitgliedsunternehmen schon lange über ihre Verantwortung hinaus. Sie finden Wege, sich innovativ für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter und der Bevölkerung einzusetzen.

Besucher der PMH-Teststation werden in einem ehemaligen Kindergarten getestet.
Besucher der PMH-Teststation werden in einem ehemaligen Kindergarten getestet.

Einen alten, ungenutzten Kindergarten in eine Teststation umzubauen, ist eine dieser Wege. Das Mitgliedsunternehmen PMH Personalmanagement Harz GmbH aus Osterode am Harz bietet seinen internen und externen Mitarbeitern hier Testmöglichkeiten an. Auch für Beschäftigte der Kundenunternehmen steht die Einrichtung zur Verfügung. Das Angebot kam so gut an, dass es mittlerweile auch von anderen Betrieben und für die Testung von Bürgern genutzt werde. „Wir haben auch mobile Teams, die mit einer Teststation zu den Firmen fahren. So können wir den Anforderungen der Kunden entgegenkommen“, erklärt Geschäftsführer Carsten Aßmann. Dies sei auch eine gute Lösung für Zeitarbeitnehmer, die aufgrund der Entfernung nicht vor dem Einsatz in das Testzentrum kommen können.

Teststation "to go"

Mobile Testzentren werden auch von der KBS Group GmbH in Dortmund eingesetzt, um eigenes und betriebsfremdes Personal auf das Coronavirus zu testen. Sieben Teststationen auf Rädern können Kundenunternehmen buchen - samt ausgebildetem medizinischen Personal und Schnelltests. Besonders gefragt sind die Covid19-Teststationen vor Krankenhäusern oder in der Altenpflege. Dort wird nicht nur das Personal, sondern auch der Besuch und die Bewohner getestet. Hierfür erhielt das Unternehmen eine Auszeichnung im Rahmen des iGZ-AWARDs.

Testung in der Filiale

Einige Zeitarbeitsunternehmen bieten ihren Mitarbeitern unter Sicherheitsvorkehrungen bereits Tests im Büro an. Dazu gehören auch einige Timepartner-Filialen, unter anderem in Wittlich. Alle Mitarbeiter können vor ihrem Einsatz in die Niederlassung kommen und sich von geschultem Personal testen lassen. Wie oft das geschieht, hängt vom Wunsch der Mitarbeiter und des Kundenunternehmens ab. Die Tests finden vor den Einsätzen statt.

Alternativen für Externe

Auch die Runtime Group GmbH aus Bremen testet ihre Mitarbeiter im Büro. Jeder Standort hat ausgebildetes Testpersonal und Sicherheitsmaßnahmen für den Vorgang. Auch für externe Mitarbeiter, die nicht ins Büro kommen, plant der Betrieb Alternativen: „Wir haben vor bei den entfernteren Einsatzorten, Mitarbeitern Schnelltest zur Verfügung zu stellen, die sie selbst durchführen können“, erklärt André Hoppe, Prokurist beim iGZ-Mitgliedsunternehmen.

Unternehmen testen bereits

Die politischen Vorgaben steht dem Innovationsmut der Unternehmen entgegen und ignorieren die eigenständigen Bemühungen der Betriebe: Zwei Drittel der Unternehmen bieten ihren Beschäftigten bereits Corona-Tests an oder planen diese kurzfristig einzuführen. Dies zeigt eine Umfrage des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). 

Falsches Signal

iGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz hält eine Pflicht für die falsche Lösung: „Die von der Bundesregierung beschlossenen verpflichtenden Testangebote in den Betrieben sind angesichts der großen Anstrengungen der Unternehmen zur Bekämpfung der Pandemie in den vergangenen Wochen kein gutes Signal. Mit dieser Verordnung ignoriert die Politik weitgehend die großen Fortschritte, die innerhalb kürzester Zeit trotz der erheblichen organisatorischen und finanziellen Belastungen sowie der immer noch eingeschränkten Verfügbarkeit der Corona-Tests bereits freiwillig auch von den Personaldienstleistern erzielt wurden.“

Bemühungen der Unternehmen wertschätzen

Die Anstrengungen in den Betrieben werde von der neuen Regelung nicht anerkannt, kritisiert Stolz: „Angesichts der erkennbaren Schwierigkeiten bei Testungen im Öffentlichen Dienst sowie an Schulen und Kindergärten wäre hier mehr Wertschätzung für das enorme Engagement in der privaten Wirtschaft angebracht gewesen. Anstatt zu meinen, mit einer Verordnung alle Probleme vom Tisch wischen zu können, sollte die Politik stattdessen insbesondere kleine und mittlere Betriebe organisatorisch und finanziell bei der Durchführung der Corona-Tests unterstützen. Die Unternehmen werden auch darüber hinaus ihren Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie leisten – wie etwa mit umfassenden Hygienekonzepten und Homeoffice-Angeboten. Die Wirtschaft ist zudem bereit, mit ihren Betriebsärzten ihren Teil dazu beizutragen, dass wir schneller den notwendigen Impfschutz in der Bevölkerung erreichen.“ (GB)

 

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