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iGZ-Landeskongress Mitte in Mainz
20.11.2018

Individuelles Programm dank Fachforen

Tipps für die tägliche Praxis sind ein wichtiger Bestandteil der iGZ-Veranstaltungen. Auch beim Landeskongress Mitte in Mainz gab es deshalb gleich sechs Fachforen zur Auswahl, aus denen sich die rund 200 Teilnehmer ihr individuelles Programm zusammenstellen konnten.

Dass es wesentlich leichter ist als gedacht, einen Termin mit dem jeweiligen Bundestagsabgeordneten zu vereinbaren, betonte Dr. Benjamin Teutmeyer, iGZ-Hauptstadtbüro. „Besuche in hiesigen Unternehmen gehören zur ganz normalen Wahlkreisarbeit eines jeden Abgeordneten“, erklärte er. „Laden Sie Ihren Bundestagsabgeordneten einfach mal in das eigene Unternehmen ein. Schreiben Sie ihm einen Brief. Treffen Sie ihn bei externen Anlässen“, machte er konkrete Vorschläge, um mit dem Politiker in Kontakt zu treten. Anschließend sei es wichtig, über die Treffen auch zu berichten, ergänzte Kristin Mattheis, iGZ-Newsdesk. Dabei müsse das Motto lauten: „Einfach mal machen!“ Ein Beitrag für die sozialen Netzwerke sei schnell produziert. „Achten Sie beim Foto auf einen guten Bildausschnitt und ausreichend Licht. Ergänzen Sie ein paar knackige Sätze und eventuell passende Verlinkungen – fertig.“ Übung mache den Meister; und für den Anfang biete der iGZ auf seinen Social-Media-Auftritten auch viele Fotos und Grafiken, die problemlos geteilt werden können.

Prozesse digitalisieren

„In ein paar Jahren wird Ihr größter Konkurrent nicht mehr neben Ihnen sitzen, sondern es wird eine Software sein – eine künstliche Intelligenz“, zeichnete Tim Behrendt, Dexa Consult GmbH, in seinem Forum ein mögliches Bild der Zeitarbeitsbranche im Jahr 2025. Das werde die Branche deutlich verändern. „Es gibt aber gute Nachrichten“, motivierte Behrendt, „denn noch haben Sie ausreichend Zeit, um sich auf die Veränderungen vorzubereiten.“ Ganz konkret gab er Tipps, welche Berührungspunkte mit Kunden und Zeitarbeitskräften durch Digitalisierung optimiert werden könnten: „Wahrscheinlich haben Sie alle ein umfangreiches System, um ihre Kundenkontakte zu verwalten. Legen Sie solche Programme auch für Ihr Bewerbermanagement an. Denn Ihre heutigen Bewerber sind Ihre Kunden von morgen.“ Außerdem schlug er vor, die bewährten Kandidatenprofile durch kurze Video-Interviews anzureichern oder verstärkt Bewerbungsgespräche via Videotelefonie anzubieten.

Erwerbstätigkeit von Müttern fördern

Cristina Justus warf in ihrem Forum zunächst einen Blick auf die prognostizierten Arbeitsmarktzahlen. Wachstumspotenzial gebe es vor allem bei Älteren, Frauen und Zuwanderern. „Das sind also die Zielgruppen, auf die wir uns fokussieren müssen“, so die iGZ-Expertin für Wissenschaftskontakte und Digitalisierung. Schon jetzt sei beispielsweise die Tendenz erkennbar, dass die Anzahl der Frauen auf dem Arbeitsmarkt steige. Bislang sei die Teilzeitquote zwischen Frauen und Männern zwar noch sehr unausgeglichen: 73 Prozent der Frauen mit Kindern unter sechs Jahren arbeiten in Teilzeit, aber nur sechs Prozent der Männer. „Dennoch ist ein Trend erkennbar, den auch wir als Zeitarbeitsbranche fördern müssen“, motivierte sie die Unternehmer. Eine bessere Kinderbetreuung sowie flexible Arbeitszeiten seien dafür zwei wichtige Säulen.

Beschäftigung von Ausländern

„28.200 von 91.000 Flüchtlingen, die zwischen August 2017 und Juli 2018 einen Job fanden, fanden diesen in der Zeitarbeit“, berichtete Clemens von Kleinsorgen, im iGZ zuständig für Arbeitsmarktpolitik. „Wir sind die Branche, die es den Flüchtlingen überhaupt erst ermöglicht, auf dem Ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.“ Damit dabei alles glatt läuft, gab er Tipps zur Beschäftigung von Ausländern. Dabei ging er zum Beispiel darauf ein, unter welchen Voraussetzungen Ausländer in der Zeitarbeit beschäftigt werden dürfen – und nahm besonders die Flüchtlinge in den Blick. „Achten Sie darauf, ob Ihr Bewerber noch in einer Erstaufnahmeeinrichtung wohnt – denn dann ist die Beschäftigung grundsätzlich verboten“, betonte von Kleinsorgen. Das gelte auch für die Beschäftigung in Mangelberufen, in denen Flüchtlinge ja eigentlich schon nach drei Monaten arbeiten dürften.

Fachkräftezuwanderung erleichtern

Christoph Klos, saarland.innovation&standort e.V., ging in seinem Vortrag „Ausländische Fachkräfte gewinnen und entwickeln – so geht’s“ unter anderem auf das Eckpunktepapier zur Fachkräftesicherung ein, das die Bundesregierung kürzlich vorgelegt hat. Aller Voraussicht nach werde im kommenden Jahr ein Fachkräfteeinwanderungsgesetz kommen. Dann solle unter anderem die Vorrangprüfung gänzlich wegfallen, sodass die Zuwanderung für alle Berufe eröffnet werde. Zudem gebe es Bestrebungen, das Anerkennungsverfahren zu vereinfachen und zu beschleunigen. „Das ist ein wichtiger Schritt“, befand Klos. Denn derzeit gebe es noch zu viele Hürden und Zuständigkeiten. „Das muss unbedingt effizienter gestaltet werden.“

Active Sourcing

„Planen, Machen, Prüfen, Anpassen“, nannte Jan Hawliczek die Marschroute für erfolgreiches Online-Recruiting – und stellte eine Methode vor, die über die klassische Bewerbersuche hinausgeht. Unter dem Motto „Active Sourcing – Wie Sie Kandidaten online finden, ansprechen und halten“ erläuterte er, wie die Suche mit zusätzlichen Operatoren noch mehr Ergebnisse liefern kann. Das Entscheidende sei die Kombination verschiedener Suchparameter. Wenn man gleichzeitig den Jobtitel, die Fähigkeiten und die Erfahrung von Online-Profilen durchsuche, bekomme man qualitativ hochwertigere Ergebnisse. (ML)

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