Direkt zum Inhalt

Benutzeranmeldung

kopf_aktuelles.jpg

"Gute Zeitarbeit - Der Mensch im Mittelpunkt"
20.02.2013

iGZ-Landeskongress Ost 2013

Bei guter Zeitarbeit steht der Mensch im Mittelpunkt. Darüber waren sich die Teilnehmer des Landeskongresses Ost einig. Rund 250 Experten aus der Zeitarbeitsbranche tauschten sich in Magdeburg darüber aus, wie Personaldienstleister dem Fachkräftemangel entgegenwirken können.

Gerade in Ostdeutschland ist der Mangel an gut ausgebildetem Fachpersonal eklatant: Denn zusätzlich zu dem bundesweiten Problem komme hier die regionale Besonderheit der Arbeitskräfteabwanderung hinzu, erläuterte Christian Schmidt, iGZ-Landesbeauftragter Berlin/ Brandenburg.

Um dem entgegen zu wirken, müsse der Arbeitgeber seine Mitarbeiter motivieren, qualifizieren und respektvoll behandeln.

Gute Zeitarbeit

Eine gerechte Bezahlung, passende Weiterbildungsangebote sowie die iGZ-Qualitätskriterien wie der Ethik-Kodex und die Kontakt- und Schlichtungsstelle (KuSS) seien entscheidend für den Erfolg in der Branche. „Im iGZ haben nur Zeitarbeitsunternehmen einen Platz, für die das Leitbild der guten Zeitarbeit passt“, betonte er. An die Politiker appellierte er gerade jetzt im Wahljahr: „Hände weg von der Zeitarbeit! Wir brauchen keine weiteren gesetzlichen Regulierungen!“

Gesetzlichen Einschränkungen

Dem stimmte Dr. Martin Dreyer, iGZ-Geschäftsführer, zu. Dass der Deutsche Bundestag wegen des Fernsehbeitrages über die Zeitarbeitspraktiken bei einem großen Onlineversandhandel eine aktuelle Stunde abhalte und die Aufsichtsbehörde der Bundesagentur für Arbeit die Vorgänge prüfe, sei völlig in Ordnung. Doch es dürfe nicht die gesamte Zeitarbeitsbranche pauschal verurteilt werden. Mit den besonderen Regelungen bei Kurzarbeitergeld, Überlassung ins Bauhauptgewerbe und der Beschäftigung ausländischer Mitarbeiter gebe es drei gesetzliche Beschränkungen für die Zeitarbeitsbranche, die nicht hinzunehmen seien. „Der iGZ wird sich auf diesen drei Gebieten auch in Zukunft weiter stark machen“, kündigte Dreyer an.

http://www.youtube.com/watch?v=Ly-pHKqJAwo

Keine Rede von Lohndumping

„Ist die Zeitarbeit ein beschäftigungspolitisches Problem oder ein Instrument für einen flexiblen Arbeitsmarkt?“, provozierte Dr. Tamara Zischang, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt, zu Beginn ihres Grußwortes – und räumte anschließend mit den beiden großen Vorwürfen gegen die Branche auf. „Von Lohndumping kann wirklich nicht die Rede sein“, stellte Zischang mit Blick auf die Lohnuntergrenze und die kürzlich verabschiedeten Branchenzuschläge fest.

Betriebs- und volkswirtschaftliche Rolle

Außerdem hätten wissenschaftliche Untersuchungen wie die Studie des Instituts für Arbeit belegt, dass Zeitarbeit in 98 Prozent der Betriebe keine Stammbeschäftigung verdränge. „Im Gegenteil“, machte Zischang klar. Denn langfristig führe Zeitarbeit durch den Klebeeffekt sogar zu einem Beschäftigungsaufbau. So fiel denn auch ihr Fazit deutlich aus: „Wenn wir die Vorwürfe mit der Realität gegenspielen, bleibt von den Vorwürfen nur noch sehr wenig übrig.“ Zeitarbeit sei ein über Jahrzehnte gewachsenes Instrument, das nicht nur betriebs-, sondern auch volkswirtschaftlich eine große und positive Rolle spiele.

Arbeitgebermarke

Trotzdem bleibt das Problem der Fachkräfterekrutierung. „Wichtig ist es, sich als glaubwürdiger und attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren“, erläuterte Yasmin Kural von der Industrie- und Handelskammer Potsdam. Sie gab Tipps, wie Unternehmen durch Personalentwicklungsmaßnahmen, passende Marketinginstrumente und eine gute Medienarbeit ihre eigene Arbeitgebermarke optimieren können. Entscheidend sei auch, jede Zielgruppe einzeln anzusprechen. Ausländische Fachkräfte, ältere Personen, Frauen und die junge Nachwuchsgeneration müssten jeweils gesondert kontaktiert werden.

Weniger Bewerber – höhere Anforderungen

Doch gerade die junge Generation wird künftig schrumpfen. Schon seit 2005 sinkt die Zahl der Arbeitslosen in Ostdeutschland, wusste Dr. Michaela Fuchs vom Institut für Arbeit und Berufsforschung (IAB). Diese eigentlich positive Entwicklung werde jedoch bald zu einem Problem. Denn einerseits werde die Zahl der Erwerbstätigen bis 2025 um 20 Prozent abnehmen. Andererseits stellen die Unternehmen immer größere Anforderungen an die Qualifikationen der Bewerber. Schon jetzt betrage die Nichtbesetzungsquote in Ostdeutschland 22 Prozent, diese werde in Zukunft weiter steigen. Gerade im Gesundheitsbereich seien unbesetzte Stellen besonders lange vakant. Daher sei es wichtig, die Bevölkerung vor Ort zu binden um der Arbeitskräfteabwanderung entgegenzuwirken.

Ressourcen nutzen

„Wie kann ich meine Ressourcen nutzen, was geht wie besser?“ – Mit diesen provokanten Thesen begeisterte Cordula Reimann die Zuhörer. Und weitergedacht: „Wie kann ich neue Mitarbeiter gewinnen? Was kann ich selbst dafür tun, den Fachkräftemangel in meinem Unternehmen gering zu halten?“ Reimann gab die Antworten im ersten Praxisimpuls. (ML)

Sie könnte auch interessieren

20.02.2013 Positives Echo auf Branchenzuschläge
27.02.2013 iGZ-Podiumsdiskussion in voller Länge
27.02.2013 iGZ-Landeskongress Ost auf Leinwand

Neueste Artikel