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Zeitarbeit bietet flexiblere Modelle
21.11.2019

Gute Voraussetzungen für weibliche Führungskräfte

Frauen sind nach wie vor als Führungskräfte in den Betrieben unterrepräsentiert. Im Jahr 2018 waren 26 Prozent der Führungskräfte der obersten Leitungsebene in der Privatwirtschaft Frauen. Auf der zweiten Führungsebene lag ihr Anteil bei 40 Prozent. Beide Werte haben sich verglichen mit 2016 nicht verändert. Das zeigen Daten des IAB-Betriebspanels, einer repräsentativen Befragung von rund 16.000 Betrieben in Deutschland durch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Flexible Arbeitszeitmodelle bieten in der Personalvermittlungsbranche die besten Voraussetzungen für weibliche Führungskräfte.
Flexible Arbeitszeitmodelle bieten in der Personalvermittlungsbranche die besten Voraussetzungen für weibliche Führungskräfte.

Ganz anders sieht´s dagegen in der Zeitarbeitsbranche aus: Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) liegt der Anteil der Frauen in Führungspositionen bei über 50 Prozent. „Die Tätigkeit als Personaldisponentin erfordert ein hohes Maß an Empathie, soziale Kompetenz, Diplomatie, Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit und Fingerspitzengefühl“, erklärt Manuela Schwarz, Mitglied des iGZ-Bundesvorstands, die Besonderheiten der Zeitarbeitsbranche.

Kommunikation

Besonders in der Kommunikation unterscheide sich das Vorgehen und Verhalten bei Frauen und Männern. Das sei ein wichtiger Faktor, wenn man bedenke, dass Führung zu 80 Prozent aus Kommunikation bestehe. Insgesamt biete sich die Zeitarbeitsbranche für Frauen mit Karriereplänen an, denn hier, so Schwarz, seien die meisten Herausforderungen schon Realität. Beispielsweise seien flexible Arbeitszeitmodelle möglich. Die Arbeit in der Personalvermittlungsbranche biete somit die besten Voraussetzungen für weibliche Führungskräfte.

Höherer Anteil

In Ostdeutschland ist der Anteil von Frauen in Führungspositionen laut IAB-Pressemitteilung in der Privatwirtschaft höher als in Westdeutschland. Auf der ersten Führungsebene liegt er im Osten bei 31 Prozent, im Westen bei 25 Prozent. Auf der zweiten Führungsebene beträgt der Frauenanteil in Ostdeutschland 45 Prozent, in Westdeutschland 39 Prozent. Der Beschäftigtenanteil von Frauen liegt in Ostdeutschland wie in Westdeutschland bei 44 Prozent. „Frauen sind demnach in Ostdeutschland besser repräsentiert“, erklären die IAB-Forscherinnen Susanne Kohaut und Iris Möller.

Kleinunternehmen

Kleine Betriebe werden häufiger von Frauen geführt als große: In Großbetrieben der Privatwirtschaft mit mindestens 500 Beschäftigten sind 14 Prozent der Führungspositionen auf der ersten Ebene mit Frauen besetzt. In Betrieben mit zehn bis 49 Beschäftigten sind es 25 Prozent, in Betrieben mit weniger als zehn Beschäftigten 27 Prozent.

Öffentlicher Sektor

Verglichen mit der Privatwirtschaft liegt der Frauenanteil im öffentlichen Sektor auf der ersten und zweiten Leitungsebene mit 36 bzw. 43 Prozent um zehn bzw. drei Prozentpunkte höher. Gemessen an ihrem Beschäftigtenanteil von 60 Prozent sind Frauen jedoch im öffentlichen Sektor in Führungspositionen der zweiten Ebene noch stärker unterrepräsentiert als in der Privatwirtschaft.

Gesetzliche Regelung

„Seit Januar 2016 ist das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in Kraft. Mit der Verpflichtung zur Festlegung und Veröffentlichung verbindlicher Zielgrößen zur Erhöhung des Frauenanteils in Vorständen und obersten Managementebenen soll diese gesetzliche Regelung in das Personalmanagement von Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten hineinwirken“, so die IAB-Forscherinnen Kohaut und Möller. Gleichzeitig stellen sie allerdings fest: „Die Einführung des neuen Gesetzes hat - zumindest auf Betriebsebene - keinen weiteren Zuwachs gebracht“. (WLI)

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