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Arbeitsmarktbericht Mai der Bundesagentur für Arbeit
02.06.2016

Frühjahrsbelebung schwächt ab

„Der Arbeitsmarkt entwickelt sich insgesamt weiter positiv. Die Arbeitslosigkeit ist im Zuge der auslaufenden Frühjahrsbelebung gesunken. Die Beschäftigung ist kräftig gewachsen und die Nachfrage nach Arbeitskräften hat deutlich zugenommen“, bewertet Frank-J. Weise, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit (BA), die derzeitige Arbeitsmarktsituation.

Die Zahl der Arbeitslosen ist am Ende der Frühjahrsbelebung von April auf Mai um 80.000 auf 2.664.000 gesunken. Im Durchschnitt der letzten drei Jahre ist die Arbeitslosigkeit im Mai um 75.000 gesunken. Saisonbereinigt hat die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat um 11.000 abgenommen. Gegenüber dem Vorjahr gab es 98.000 Arbeitslose weniger.

Unterbeschäftigung gestiegen

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit mitzählt, ist saisonbereinigt um 18.000 gestiegen. Grund ist die stärkere Entlastung durch Arbeitsmarktpolitik, insbesondere bei Maßnahmen, die durch Dritte gefördert werden. Insgesamt belief sich die Unterbeschäftigung im Mai 2016 auf 3.556.000 Personen. Das waren 72.000 weniger als vor einem Jahr. Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosigkeit betrug im April 1,76 Millionen und die Erwerbslosenquote lag bei 4,2 Prozent.

Arbeitslosenzahl im Mai: -80.000 auf 2.664.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -98.000
Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat: -0,3 Prozentpunkte auf 6,0 Prozent

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) gab es im Mai 774.000 Arbeitslose. Im Vergleich zum Mai 2015 ergab sich ein Rückgang von 42.000. Insgesamt 748.000 Empfänger erhielten im Mai 2016 Arbeitslosengeld, 47.000 weniger als vor einem Jahr.

Entwicklung in der Grundsicherung für Arbeitsuchende

Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag im Mai bei 4.315.000. Gegenüber Mai 2015 war dies ein Rückgang von 61.000 Personen. 8,0 Prozent der in Deutschland Lebenden im erwerbsfähigen Alter waren damit hilfebedürftig. In der Grundsicherung für Arbeitsuchende waren 1.890.000 Arbeitslose gemeldet, 56.000 weniger als vor einem Jahr. Ein Großteil der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten ist nicht arbeitslos. Das liegt daran, dass diese Beschäftigten mindestens 15 Wochenstunden erwerbstätig sind, kleine Kinder betreuen, Angehörige pflegen oder sich noch in der Ausbildung befinden.

Erwerbstätigkeit gewachsen

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sind weiter gewachsen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im April saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 41.000 gestiegen. Mit 43,36 Millionen fiel sie im Vergleich zum Vorjahr um 544.000 höher aus. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat nach der Hochrechnung der Bundesagentur für Arbeit von Februar auf März saisonbereinigt um 49.000 zugenommen. Mit 31,21 Millionen Beschäftigten lag diese Zahl gegenüber dem Vorjahr um 681.000 im Plus.

Arbeitskräftenachfrage

Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern ist nach wie vor sehr hoch. Im Mai waren 655.000 Arbeitsstellen bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet, 98.000 mehr als vor einem Jahr. Saisonbereinigt lag die Nachfrage gegenüber dem Vormonat mit 15.000 im Plus. Der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit (BA-X) – ein Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland – stieg im Mai 2016 um fünf auf 217 Punkte. Nach der leichten Seitwärtsbewegung und eher verhaltenen Anstiegen in den Vormonaten wächst er nun wieder sehr schwungvoll und signalisiert aktuell eine hohe Dynamik der Kräftenachfrage. Der Vorjahresabstand fällt mit einem Plus von 29 Punkten sehr deutlich aus.

Ausbildungsmarkt

Von Oktober 2015 bis Mai 2016 haben sich 465.000 Bewerber für eine Berufsausbildung gemeldet. Das waren ähnlich viele wie im Vorjahreszeitraum (-1.000). Die Zahl der gemeldeten Berufsausbildungsstellen liegt mit 478.000 Ausbildungsstellen deutlich über dem Vorjahr (+14.000). Damit gab es im Mai 2016 bundesweit etwas mehr gemeldete Ausbildungsstellen als gemeldete Bewerber. Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz hängen sehr vom Berufswunsch ab. Insbesondere in Hotel- und Gaststättenberufen, in Bauberufen, in vielen Handwerksberufen wie zum Beispiel Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk, Gebäudereiniger, Fleischer oder Bäcker oder auch bei Berufskraftfahrern gibt es mehr Ausbildungsstellen als Bewerber. Umgekehrt ist die Lage zum Beispiel in Büro- und Verwaltungsberufen, in der Tierpflege, in Medienberufen oder in künstlerisch-kreativen Berufen. Weil der Ausbildungsmarkt im Mai noch sehr in Bewegung ist, lassen die aktuellen Daten allerdings bislang nur eine vorläufige Bewertung zu.

Der ausführliche Monatsbericht steht auf der Internetseite der Bundesagentur für Arbeit.

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