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iGZ-Blogbeitrag Werkvertrag vs. Arbeitnehmerüberlassung
08.07.2020

"Differenzieren lautet das Gebot der Stunde!"

In der Berichterstattung über Corona-Ausbrüche in Betrieben der Fleischindustrie geht es seit Wochen wild durcheinander: Werkvertrag und Zeitarbeit werden tagtäglich synonym verwendet, selbst von öffentlich-rechtlicher Seite. Als iGZ haben wir in den letzten Wochen wiederholt auf die unzureichende Differenzierung und damit mangelhafte Berichterstattung hingewiesen und möchten deshalb auch im iGZ-Blog die Gelegenheit nutzen, um noch einmal klarzustellen: Werkverträge und Zeitarbeit unterscheiden sich anhand diverser, auch grundsätzlicher Kritieren.

Die zuletzt bekanntgewordene Ansteckungswelle beim Schlachtbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück befeuerte die Diskusison abermals und erreichte medial ihren traurigen Höhepunkt in der Schlagzeile „Schattendasein der Tönnies-Leiharbeiter“, ausgerechnet vom sonst so sachorientierten Deutschlandfunk. Bei Zuhöhrern sowie Zuschauern verfestigt sich damit der Eindruck, dass es sich bei Werkverträgen und Arbeintnehmerüberlassung (AÜ) um ein und dieselbe Sache handelt.

Liste der Unterschiede ist lang: Werkvertrag zielt auf ein Ergebnis

Begonnen beim Gegenstand und der Erfüllung des Vertrags, über die Eingliederung in Arbeitsabläufe, bis hin zu Haftungs- und Kontrollfragen, die Liste der Unterschiede ist lang. Werkverträge werden generell zwischen einem Auftraggeber und einem Werkunternehmer geschlossen. Entscheidend dabei ist, dass ein Vertrag über einen konkreten, zu erbringenden Erfolg geschlossen wird. Das kann zum Beispiel die Herstellung einer Sache sein, wobei die Vergütung erst nach deren Abnahme erfolgt. Der Werkunternehmer muss diese dann selbstständig organisiert und eigenverantwortlich durchführen. Daher gibt es gegenüber der Stammbelegschaft getrennte Arbeitsabläufe. Grundsätzlich haftet der Werkunternehmer für Mängel. Die tatsächliche Vertragsdurchführung kann zudem über längere Ketten an einen Subunternehmer delegiert werden.

Arbeitnehmerüberlassung mit Fokus auf den Mitarbeiter

Bei Arbeitnehmerüberlassung (AÜ) hingegen werden Zeitarbeitnehmer von ihrem Arbeitgeber einem Dritten zur Arbeitsleistung überlassen. Dafür ist eine Erlaubnis, die von der Bundesagentur für Arbeit erteilt wird, Pflicht. Während beim Werkvertrag ein Ergebnis eingekauft wird, werden bei der AÜ Arbeitnehmer überlassen, die ihre Arbeitsleistung zur Verfügung stellen. Zeitarbeitnehmer sind während der Überlassung im Einsatzbetrieb eingegliedert und führen ihre Arbeiten nach dessen Weisungen aus. Daher haften sie auch nicht für Mängel. Zusätzlich greifen Rechte betrieblicher Mitbestimmung. (DS)

Den ganzen iGZ-Blogbeitrag zum Thema lesen Sie hier.

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