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iGZ-Hauptgeschäftsführer Stolz: Erste Schritte in die richtige Richtung
20.01.2022

Bundesagentur für Arbeit korrigiert Berichte über Lohndifferenzen

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat ihren halbjährlichen Bericht „Aktuelle Entwicklungen in der Zeitarbeit“ vorgelegt. Erstmals benennt die BA hierin den Lohnunterschied zwischen Zeitarbeitskräften und Stammbeschäftigten, die in Bezug auf die Merkmale Anforderungsniveau, Geschlecht, Alter und Betriebsgröße die gleichen Strukturen aufweisen. Dieser realistische Vergleich führt nicht zu den bisher kommunizierten 43 Prozent Lohndifferenz. Im Vergleich der Bruttomonatsgehälter von Vollzeitbeschäftigten, die BA verfügt nur über diese Daten, ergibt sich eine Differenz von 17 Prozent.

Bericht vorgelegt: Erstmals benennt die BA hierin den Lohnunterschied zwischen Zeitarbeitskräften und Stammbeschäftigten, die in Bezug auf die Merkmale Anforderungsniveau, Geschlecht, Alter und Betriebsgröße die gleichen Strukturen aufweisen.
Bericht vorgelegt: Erstmals benennt die BA hierin den Lohnunterschied zwischen Zeitarbeitskräften und Stammbeschäftigten, die in Bezug auf die Merkmale Anforderungsniveau, Geschlecht, Alter und Betriebsgröße die gleichen Strukturen aufweisen.

Diese Differenz ignoriert allerdings weiterhin gravierende Faktoren, wie etwa die Arbeitszeit. Das RWI-Institut untersuchte kürzlich die Monatslöhne von Zeitarbeitskräften und Stammbeschäftigten in einem Vergleich „Statistischer Zwillinge“ innerhalb und außerhalb der Zeitarbeit. Das Leibniz-Institut errechnete auf Grundlage der Verdienststrukturerhebung (VSE) des Statistischen Bundesamts eine Differenz von 6,5 Prozent für sämtliche Beschäftigte und zehn Prozent für Vollzeitkräfte. Auf Grundlage der BA-Daten wurde eine Differenz von 12,7 Prozent für sämtliche Beschäftigte und 17,6 Prozent für Vollzeitkräfte ermittelt.

Erster Schritt

Werner Stolz, Hauptgeschäftsführer des Interessenverbands Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) erklärt hierzu: „Der überarbeitete Bericht der Bundesagentur ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Der Grundgedanke muss immer sein, eins-zu-eins-Vergleiche abzubilden, was statistisch ohne Weiteres möglich ist. Die tariflich vereinbarte 35-Stunden-Woche, die für 88 Prozent aller ZeitarbeitnehmerInnen gilt, muss hierbei zusätzlich berücksichtigt werden. Daher haben wir auf der Grundlage der VSE-Daten eine Auswertung der Stundenlöhne in Auftrag gegeben. Eindeutig widerlegt ist damit das Gerücht, es gebe eine Lohndifferenz von 43 Prozent.“

Erholung

Insgesamt 833.743 Zeitarbeitnehmerinnen und Zeitarbeitnehmer, so der BA-Bericht, waren zum Stichtag 30. Juni 2021 in der Branche beschäftigt. Das deutet auf eine Erholung nach dem wirtschaftlichen Einbruch im Winter hin – für Dezember 2020 meldete das Statistische Bundesamt lediglich 777.512 Beschäftigte. Im Vorjahresvergleich wird die Erholung noch deutlicher: Im Juni 2020 wurden laut Bericht 747.623 Zeitarbeitnehmer, also 86.120 weniger gezählt. Die meisten Beschäftigten waren in den Bereichen Logistik (252.541) und Transportwesen (245.952) tätig.

Zahl der Unternehmen gesunken

Nach wie vor stark vertreten sind Zeitarbeitnehmer mit Migrationshintergrund - 336.364 Tätige zählte die BA in der Zeitarbeitsbranche, was einem Gesamtanteil von 40,3 Prozent entspricht. Die Coronapandemie setzte den Unternehmen zu. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der reinen Zeitarbeitsunternehmen zum 30. Juni 2021 auf 10.985 Firmen, was einem Minus von 2,4 Prozent entspricht. Die Zahl der Mischbetriebe, also nicht mit Schwerpunkt Arbeitnehmerüberlassung, sank ebenfalls, um 1,6 Prozent auf 37.047 Unternehmen. (BT/WLI)

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