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vbm reagiert mit Unverständnis auf IG-Metall-Betriebsrätebefragung
18.10.2018

Brossardt: „Diskriminierung der Zeitarbeit fehl am Platz“

„Von einer Verdrängung von Stammarbeitsplätzen durch Zeitarbeit und Fremdvergaben kann nicht die Rede sein. Die gefühlte Wahrnehmung der Betriebsräte hält der Realität nicht stand, da die Fakten ein anderes Bild zeigen“, nahm Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie e.V. (vbm), Stellung zu den Ergebnissen der IG-Metall-Betriebsrätebefragung.

Die Beschäftigungsentwicklung in der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie (M+E) sei seit der Finanz- und Wirtschaftskrise vor zehn Jahren durchweg positiv. Die Anzahl der M+E-Stammbeschäftigten stieg 2010 in Bayern von 682.000 auf aktuell 863.000. Im bisherigen Jahresverlauf 2018 kamen weitere 15.000 Stammarbeitsplätze hinzu. Brossardt erklärte: „Die Zeitarbeitsquote liegt im gleichen Zeitraum in Bayern konstant bei fünf Prozent.“

Zeitarbeit wichtiges Instrument

Der vbm betonte, dass die Zeitarbeit ein wichtiges Beschäftigungsmodell sei. „Zeitarbeit ist eine gute Einstiegsmöglichkeit und Chance, gerade für Arbeitssuchende mit geringer Qualifizierung. Zudem ist sie ein wichtiges Flexibilisierungselement für Unternehmen, mit dem sie ihre Wettbewerbsfähigkeit und damit auch ihre Stammbelegschaften sichern können“, erläutert Brossardt.

Tarifliche Entlohnung der Zeitarbeitnehmer

Zudem haben die Tarifvertragsparteien in der bayerischen M+E-Industrie gemeinsame Regelungen für den Einsatz von Zeitarbeitnehmern getroffen. „Ich warne davor, die Zeitarbeit neuerlich zu diskriminieren und unbegründete Angriffe auf das wichtige Instrument Zeitarbeit zu führen“, so der Hauptgeschäftsführer. Er betonte außerdem, dass Beschäftigte in der Zeitarbeit tariflich entlohnt werden. „Diskussionen zu niedrigen Entgelten sind verzerrend, weil wir in diesem Bereich ein hohes Maß an geringqualifizierten Beschäftigten haben, die ohne Zeitarbeit gar keine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hätten“, betonte Brossardt. „Die kolportierte Entgeltlücke aufgrund fehlerhafter Eingruppierungen existiert nicht.“ (SB)

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