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LVU-Chef Simon wehrt sich gegen Skandalisierung
06.10.2014

„Beschränkung der Zeitarbeit wäre ein großer Fehler“

„Für die Besetzung freier oder neuer Stellen greifen die Unternehmen vornehmlich auf die sogenannte ‚stille Reserve‘ zurück, also Menschen, die dem Arbeitsmarkt bisher gar nicht zur Verfügung standen“, resümiert Werner Simon, Hauptgeschäftsführer des Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz (LVU). Diese Entwicklung dürfe nicht durch falsche Reformen gefährdet werden.

Denn der stillen Reserve gehören auch viele Langzeitlose an, die nicht oder nur gering qualifiziert seien. „Die Politik sollte alles dafür tun, diesen Menschen keine zusätzlichen Hürden zu errichten“, forderte der LVU-Chef. Die weitere Reglementierung der Zeitarbeit „wäre ein großer Fehler“. Denn für viele Arbeitslose sei Zeitarbeit eine Brücke in Beschäftigung. 90 Prozent der Zeitarbeitnehmer arbeiten in Vollzeit, 80 Prozent seien unbefristet eingestellt, zitiert Simon das iGZ-Mittelstandsbarometer. „Für die Skandalisierung von Zeitarbeit gibt es also keinen Grund“, steht für den LVU-Geschäftsführer fest.

„Wichtiges arbeitsmarktpolitisches Instrument“

Zustimmung erhält er von der Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft (VSW). Die Zeitarbeit sei für die sächsische Wirtschaft von großer Bedeutung und dürfe als „wichtiges arbeitsmarktpolitisches Instrument“ nicht diskreditiert werden, bekräftigte die VSW gegenüber dem Mitteldeutschen Rundfunk MDR.

Automobil- und Logostikzentren

Derzeit gebe es in Sachsen rund 50.000 Zeitarbeitskräfte. Im Bundesvergleich verzeichnete Sachsen den höchsten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Man könne jedoch keinesfalls von einem „explosiven Wachstum der Branche“ sprechen, ordnete die VSW die Zahlen ein. Mittelfristig seinen die Zahlen eher rückläufig. Laut Frank Vollgold, Pressesprecher der Arbeitsagentur-Regionaldirektion Chemnitz, seien die meisten Zeitarbeitskräfte in Sachsen in den Automobil- und Logistikzentren in Leipzig und Zwickau beschäftigt. (ML)

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