Direkt zum Inhalt
Printer Friendly, PDF & Email
Weniger Zeitarbeit und Teilzeit in Deutschland
25.06.2019

Aktuelle Arbeitsmarkt-Studie der Hans-Böckler-Stiftung

Laut der aktuellen Arbeitsmarkt-Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung sinkt die Anzahl der „atypischen Beschäftigungen“ in Deutschland. Im Jahr 2017 arbeitete demnach rund ein Fünftel aller Beschäftigten (21 Prozent) hierzulande in Teilzeit, befristet oder in einem Minijob. 2,8 Prozent aller Beschäftigten sind in Zeitarbeit tätig. Das sind 1.032.238 Zeitarbeiter im Jahresdurchschnitt 2017 bei 37 Millionen Beschäftigten in Deutschland.

Gute Konjunktur

Dass die „atypische Beschäftigung“ im Durchschnitt in den vergangenen Jahren leicht zurückgegangen ist, führen die Wissenschaftler auf die vergleichsweise gute Konjunktur zurück, die wieder vermehrt „Normalarbeitsverhältnisse“ entstehen ließ. „Zeitarbeit ist eine feste, sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigung. Das wird oft missachtet“, kritisiert Werner Stolz, Hauptgeschäftsführer des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ). Die Qualifizierung der Zeitarbeit als „atypisch“ bedauert er, allerdings geht diese auf eine europaeinheitliche Regelung der Statistischen Ämter zurück. Trotzdem signalisiere diese Kategorisierung, dass es sich bei der Zeitarbeit um ein „unnormales“ Beschäftigungsverhältnis handele und das sei, aus seiner Sicht „natürlich wenig hilfreich“.

Chance Zeitarbeit

Gerade Menschen mit langen Lebensläufen oder Geflüchtete brauchten Starthilfe und nutzen das Sprungbrett Zeitarbeit als Integration in den Arbeitsmarkt. „Vielmehr ist richtig, dass viele Menschen über Zeitarbeit erst wieder einen Zugang auf den Arbeitsmarkt bekommen“, erklärt Stolz. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit sind zwei von drei Arbeitnehmern in der Zeitarbeit zuvor beschäftigungslos gewesen. (KM)

Neueste Artikel