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Lesen lernen mit Zeitarbeit

Fachmagazin Z direkt! 03-2019 ist fertig

Topthema "Lesen lernen mit Zeitarbeit"

Wir haben fertig: „Lesen lernen mit Zeitarbeit“ ist das Titelthema der neuen Ausgabe des iGZ-Fachmagazins zur Zeitarbeit, Z direkt! 03-2019. Unter diesem Motto kooperieren seit Mai der Bundesverband Alphabetisierung, der Spaß am Lesen Verlag und der Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ). Bislang bundesweit einmalig ist diese Form der Zusammenarbeit. Was zunächst ungewöhnlich anmutet, hat einen überaus sinnvollen Hintergrund:

Funktionalen Analphabeten sollen mit der Kombination aus Hilfe, Lernen und Job und Qualifizierungsangeboten echte Perspektiven geboten werden. Gründe dafür liegen auf der Hand und resultieren unter anderem auch aus einer Verpflichtung, die Arbeitgeber gegenüber der Gesellschaft haben. Die Anzahl der Erwachsenen mit einem geringen Kompetenzniveau beim Lesen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren liegt aktuell bei 6,2 Millionen Erwachsenen (12,1 Prozent).

Langzeitarbeitslose

Doch nicht nur der funktionale Analphabetismus steht im Fokus der seit 2005 vier Mal im Jahr erscheinenden „Z direkt!“ – im Interview beleuchtet Peter Weiß, Arbeitsmarktpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, die praktischen Auswirkungen des neuen Teilhabechancengesetzes, mit dem Langzeitarbeitslose wieder in Arbeit gebracht werden sollen. Ein Drittel der beschäftigten Flüchtlinge haben den Weg auf den Arbeitsmarkt – und damit in die Gesellschaft – über die Zeitarbeit gefunden. In der Ausgabe 03-2019 gibt´s Ein- und Ausblicke in die Entwicklung der Zahlen.

Arbeitsschutz und Prävention

Zeitarbeitnehmer sind überwiegend nicht im Betrieb ihres Arbeitgebers, sondern im Betrieb eines Kunden tätig. Wer ist in diesem Dreiecksverhältnis für den Arbeitsschutz der Mitarbeiter verantwortlich? Diese und weitere Fragen zum Thema werden in der Rubrik „Recht direkt“ beantwortet. Der iGZ war auch wieder unterwegs im Auftrag der Zeitarbeit. Die Berichte über das Potsdamer Rechtsforum und die Messe Zukunft Personal liefern beredt Zeugnis davon ab.

"Mach Dein Ding!"

Teamwork war angesagt – nun steht die neue PDK-Kampagne „Mach Dein Ding!“ und wird im Magazin ausführlich vorgestellt. Lesen bildet – auch am Bildschirm: In der Rubrik „Aktiv“ werden die Online-Blätterkataloge präsentiert, die mittlerweile ein äußerst hohes Niveau an Klickzahlen haben. Print geht zusehends online, auch die Internet-Klickrate der Z direkt! übersteigt die Auflage der Printversion inzwischen um ein Vielfaches.

Soziale Verantwortung

Nachhaltigkeit wird alltäglich: Anhand des Arbeitsalltags in einem iGZ-Mitgliedsunternehmen wird CSR (Corporate Social Responsibility, die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen im Sinne eines nachhaltigen Wirtschaftens) in der Praxis veranschaulicht. Neben diesen Themen gibt´s wie gewohnt die Rubriken in der Ausgabe 03-2019, viel Schmökerstoff zum Feierabend also.

Fachmagazin jetzt abonnieren

Digital ist das Fachmagazin der Zeitarbeitsbranche schon jetzt im Anhang verfügbar. Per Post geht es in den nächsten Tagen an alle Abonnenten. Wer die kostenlose Z direkt! noch nicht nach Hause oder ins Büro bekommt, kann das Magazin hier online abonnieren. (WLI)

Ralf Häder, Geschäftsführer des Bundesverbandes Alphabetisierung, Angelika Schlemmer, Fachbereichsleiterin Grundbildung der Bergische VHS, und der iGZ-Landesbeauftragte NRW, Ralf Lemle (v.l.), informierten die Bürger in Wuppertal über "Lesen lernen mit Zeitarbeit".
Ralf Häder, Geschäftsführer des Bundesverbandes Alphabetisierung, Angelika Schlemmer, Fachbereichsleiterin Grundbildung der Bergische VHS, und der iGZ-Landesbeauftragte NRW, Ralf Lemle (v.l.), informierten die Bürger in Wuppertal über "Lesen lernen mit Zeitarbeit".

 

 

Ralf Lemle im Interview zu "Lesen lernen mit Zeitarbeit"

Kooperation trägt erste praktische Früchte

Seit Mai kooperieren der Bundesverband Alphabetisierung, der Spaß am Lesen Verlag und der Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen unter dem Motto „Lesen lernen mit Zeitarbeit“ – nun trägt die Zusammenarbeit erste praktische Früchte:

Gemeinsam informierten der Bundesverband Alphabetisierung und Ralf Lemle, iGZ-Landesbeauftragter für Nordrhein-Westfalen die Passanten in der Wuppertaler Innenstadt am „ALFA-Mobil“ über Chancen und Möglichkeiten des lesen Lernens mit Zeitarbeit. Vorher standen die Beteiligten bereits in der VHS Wuppertal am „ALFA-Telefon“ Hilfesuchenden mit Rat und Tat zur Verfügung.

Erster Erfolg

Ralf Lemle freute sich zudem über einen ersten Erfolg: Ein Produktionshelfer meldete sich bei ihm mit dem Wunsch, schreiben und lesen zu lernen. Er wolle sich dann in der Zeitarbeit weiterbilden, um künftig auch als Fachkraft tätig sein zu können. Die bislang bundesweit einmalige Kooperation ist auch Hauptthema der nächsten Ausgabe des iGZ-Fachmagazins der Zeitarbeitsbranche, Z direkt! 03-2019, die bereits nahezu fertiggestellt ist.

Statement

Unter anderem werden die an der Kooperation beteiligten Institutionen näher vorgestellt und es wird die Intention erklärt, die hinter der Zusammenarbeit steht. Ein erstes Statement dazu hat Ralf Lemle beim Aktionstag in Wuppertal in einem Interview abgegeben. (WLI)

 

VBG begrüßt Kooperation "Lesen lernen mit Zeitarbeit"

"Tolle Initiative" für Zeitarbeitnehmer

Als „eine tolle Initiative für die Beschäftigten in der Branche, denen das Lesen und Verstehen von Texten Schwierigkeiten bereitet“, begrüßte Carsten Zölck, Koordinator Präventionsfeld Zeitarbeit, VBG, die Kooperation des iGZ mit dem Bundesverband Alphabetisierung und dem Spaß am Lesen Verlag unter dem Titel „Lesen lernen mit Zeitarbeit“.

In der Prävention für die Zeitarbeit befasse sich die VBG auch mit der Problematik, dass Unterweisungen zum Arbeitsschutz von Unternehmern so gestaltet werden müssen, dass die zu vermittelnden Inhalte von den Beschäftigten auch verstanden werden. Zölck: „Dies ist eine der Grundvoraussetzungen für sicheres Arbeiten.“

Schwierigkeiten

Das Verstehen von Unterweisungsinhalten, die den Beschäftigten in Form von Unterweisungsformularen oder auch den VBG-Fragebögen für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit oft auch schriftlich bereitgestellt werden, bereite einigen Beschäftigten mit Leseschwächen oder auch mit nicht ausreichenden deutschen Sprachkenntnissen sicherlich oft Schwierigkeiten. Die Gefahr, dass dadurch das sichere Arbeiten auf der Strecke bleibe, sei nicht von der Hand zu weisen.

Fragebögen

Viele Zeitarbeitsunternehmen, so Zölck, nutzen im Rahmen der Unterweisung bereits die „Fragebögen für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“ der VBG. Hier gebe es nun zunächst drei Fragebögen in einfacher Sprache für Beschäftigte mit Lese- und Lernschwierigkeit sowie Nicht-Deutsch als Erstsprache. Sie wurden nach einem TÜV-geprüften Qualitätsstandard für barrierefreie Information entwickelt.

Erweiterung möglich

Die Bögen seien sowohl als pdf-Dateien vorhanden und stehen laut Zölck auch im Rahmen des Online-Tools zur Verfügung. Bei drei Bögen müsse es nicht bleiben. Mit Blick auf die Kooperation sei bei spürbarem Interesse auch eine Erweiterung möglich. Alle aktuellen Infos zu den Fragebögen, einschließlich der Fragebögen in einfacher Sprache stehen unter: "Unterweisung".

VBG-Prämienverfahen

Initiative wird auch belohnt: Im Rahmen des VBG-Prämienverfahrens Zeitarbeit werden Maßnahmen zur Sprachförderung mit Bezug auf die Arbeitswelt von der VBG finanziell gefördert. Details stehen im Prämienkatalog Zeitarbeit, der ebenso wie der Link zum online-Antrag unter "VBG-Prämie"  zu finden ist. (WLI)

 

Bundesverband Alphabetisierung, iGZ und Spaß am Lesen Verlag kooperieren

Lesen lernen mit Zeitarbeit

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Manfred Wälz, Ralf Beekveldt (Spaß am Lesen Verlag), iGZ-Pressesprecher Wolfram Linke, iGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz und Ralf Häder, Geschäftsführer des Bundesverbandes Alphabetisierung (v.l.), stellten ihre neue Kooperation zur Alphabetisierung von Zeitarbeitnehmern im Rahmen einer Pressekonferenz in Münster vor.

Unter dem Motto „Lesen lernen mit Zeitarbeit“ drückten der Bundesverband Alphabetisierung, der Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) und der Spaß am Lesen Verlag jetzt auf den Startknopf einer bundesweit einmaligen Kooperation: Gemeinsam wollen Verbände und Verlag Arbeitnehmern mit einer Lese- und Rechtschreibschwäche „Hilfen zur Selbsthilfe“ anbieten. Laut jüngst veröffentlichter Leo-Studie weisen 12,1 Prozent der erwachsenen Bevölkerung dieses Manko auf. Funktionaler Analphabetismus ist ein gesellschaftliches Problem – und damit auch eins der Zeitarbeitsbranche.

Ralf Häder, Geschäftsführer des Bundesverbandes Alphabetisierung, betonte im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz die Wichtigkeit von Arbeit in Zusammenhang mit der Lese- und Rechtschreibschwäche: „Arbeit ist wichtig, weil sie einem das Gefühl gibt, dazuzugehören“, meinen 87 Prozent der funktionalen Analphabeten. „Wir bieten den diskriminierungsfreien Zugang zu Arbeit. In der Zeitarbeit spielen Vorurteile keine Rolle, hier zählt eben nur die Leistung“, erläuterte Werner Stolz, iGZ-Hauptgeschäftsführer, in diesem Zusammenhang einen wichtigen Vorteil der Zeitarbeitsbranche.

Vertrauensverhältnis

Das Problem sei noch immer stigmatisiert und meist sei es sehr schwer zu erkennen, ob jemand betroffen ist. „In den mittelständischen zumeist familiär geführten iGZ-Mitgliedsunternehmen herrscht im Normalfall ein echtes Vertrauensverhältnis zwischen Personaldisponenten und Zeitarbeitnehmer. Die Hemmschwelle, die Beschäftigten anzusprechen, ist also wesentlich geringer“, nannte der iGZ-Hauptgeschäftsführer eine zusätzliche wichtige Voraussetzung für die Kooperation.

Schwäche erkennen

Gemeinsame Intention sei es, um die Schwäche der Betroffenen zu wissen, sie zu erkennen und dann auch zu helfen, erklärte Häder. Geplant seien im ersten Schritt einführende Vorträge und Workshops bei den Kongressen des iGZ. Im Anschluss sollen dazu Einsteiger-Seminare speziell für Personaldisponenten angeboten werden. Thematisiert werde darin unter anderem das Erkennen eines funktionalen Analphabetismus und das Vermitteln von Hilfestellungen.

Alfa-Telefon

An erster Stelle stehe dabei das bundesweit bereits bekannte Alfa-Telefon (0800 53 33 44 55), bei dem Betroffene von montags bis freitags Hilfe finden. „Hier“, so Häder, „können aber auch Disponenten anrufen, wenn sie von unseren professionell geschulten Mitarbeitern Unterstützung in ihrer Arbeit brauchen“. Der Spaß am Lesen Verlag wird zudem Broschüren und Infoblätter in einfacher Sprache verfassen, die sich rund ums Thema (Zeit-)Arbeit drehen. „Das so Manfred Wälz, Spaß am Lesen Verlag, „reicht von Tipps und Tricks bei Behördengängen bis hin zur Information, was Zeitarbeit überhaupt ist und wie sie funktioniert.“

Testleser

Der Verlag habe Testleser, die solche Schriften vor Veröffentlichung auf ihre Tauglichkeit hin prüfen. Komplizierte Inhalte werden laut Wälz vereinfacht dargestellt. Ralf Beekveldt, Geschäftsführer des Spaß am Lesen Verlags ergänzte: Funktionaler Analphabetismus bedeutet nicht, dass jemand überhaupt nicht lesen und schreiben kann, sondern sich damit ungefähr auf dem Niveau der dritten Schulklasse befindet.“

Positive Effekte

Effekte: Vermittlung in qualifiziertere Jobs bieten, so die Kooperationspartner, den Arbeitgebern mehr Einsatzmöglichkeiten und den Zeitarbeitnehmern höhere Verdienste. Die Kooperation, die auf Initiative von iGZ-Pressesprecher Wolfram Linke und Manfred Wälz hin entstanden ist, soll auf jeden Fall längerfristig angelegt sein, Häder: „Zeitarbeit ist für uns mit Blick auf den hohen Stellenwert der Arbeit ideal, weil der Einstieg hier niedrigschwelliger ist und nicht erst aufwendige Bewerbungen geschrieben werden müssen.“

Langfristige Kooperation

Das Alfa-Telefon etwa solle auch in die Regionen gehen – denkbar seien beispielsweise gemeinsame Termine mit Bundesverband, Zeitarbeitsfirma und Volkshochschule direkt vor Ort, bei denen man den Betroffenen dann quasi ein Rundum-Sorglos-Paket aus Arbeit und Weiterbildung anbieten könne. „Wir werden die Defizite gemeinsam direkt angehen und Hilfe in jeglicher Form anbieten“, zog Werner Stolz ein erstes Fazit. Für die Kooperation wurde auch eine Internetseite "lesenlernen-az.de" geschaffen, auf der ab sofort alles Wichtige rund ums Thema Lesen lernen mit Zeitarbeit stehen wird.(WLI)

Über 50 Prozent der Zeitarbeitnehmer sind ungelernte Hilfskräfte, 64 Prozent waren zuvor beschäftigungslos und davon 18,7 Prozent langzeitarbeitslos. Hauptproblem vor allem für Personaldisponenten und Buchhaltung: das Fehlen brauchbarer Unterlagen wie etwa ein Lebenslauf, das Ausfüllen diverser amtlicher Formulare, Behördengänge und die Wiedereingliederung über geregelte Tagesabläufe bis hin zum pünktlichen Erscheinen. Obwohl es vielen Hilfskräften an schulischen oder Ausbildungsabschlüssen (56,4 Prozent) mangelt, sind die Erfolgszahlen beachtlich. Die Kompetenz der Zeitarbeitsbranche zeigt sich auch bei der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund, die nahezu 30 Prozent der Gesamtbeschäftigtenzahl ausmacht.