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Ausbildung in Europa

 

 

Bild: PDK-Auszubildenden Josephine Gülzow (links) machte 2017 ein Auslandspraktikum bei "ceek recruitment solutions" auf Malta.

Grenzenloses Ausbildungsvergnügen für PDK

Über die Grenzen zu schauen und zu erleben wie das eigene Fachgebiet im europäischen Ausland praktiziert wird, hat seine besonderen Reize. Internationale Berufskompetenzen sind gefragt. Neben einer Fremdsprache lernen Auszubildende, wie in anderen Kulturkreisen gearbeitet wird und berufliche Herausforderungen gemeistert werden. Das erweitert den eigenen Horizont. So erleben es regelmäßig auch junge Menschen, die sich für den Ausbildungsberuf Personaldienstleistleistungskaufmann/-kauffrau (PDK) entschieden haben und in die Personalarbeit im Ausland schnuppern.

Dr. Jenny Rohlmann, beim iGZ verantwortlich für Strategisches Marketing und PR, sprach mit der ehemaligen PDK-Auszubildenden Josephine Gülzow. Sie machte 2017 ein Auslandspraktikum bei "ceek recruitment solutions" auf Malta, einer Personalagentur, die schwerpunktmäßig kaufmännische Fach- und Führungskräfte vermittelt. Josephine Gülzow erfuhr über ihre Berufsschule Hamburg Bergedorf von der Möglichkeit, ein Auslandspraktikum zu machen und war sofort begeistert. Nach dem erfolgreichen Abschluss ihrer PDK-Ausbildung arbeitet sie heute als Vertriebs- und Personaldisponentin bei afg PERSONAL Braunschweig, einer Niederlassung ihres Ausbildungsbetriebes.

Rohlmann: Frau Gülzow, was war für Sie der Grund, als PDK ein Auslandspraktikum zu machen?

Gülzow: Ich habe mich in allererster Linie für das Auslandspraktikum entschieden, um mich weiterzuentwickeln und mein Englisch zu verbessern. Aber auch, um mal aus dem Büroalltag rauszukommen und etwas anderes zu sehen. Ein anderes Land, eine andere Kultur, andere Menschen. Dabei hat mir der Gedanke anfangs Angst gemacht, in einem anderen Land auf mich alleine gestellt zu sein und mich in einer anderen Sprache in meinem beruflichen Kontext zu verständigen. Aber es sind ja gerade Entscheidungen, vor denen wir Respekt haben, die uns letzten Endes wachsen lassen.

Rohlmann: Welche Aufgaben haben Sie bei dem Malteser Personaldienstleister übernommen?

Gülzow: Ich wurde sehr gut eingearbeitet. Schon nach einer Woche habe ich Verantwortung für die Schaltung von Online-Stellenanzeigen und die Vorauswahl geeigneter Bewerber in der Datenbank übernommen. Außerdem habe ich Telefonate mit Bewerbern geführt, um Vorstellungsgespräche zu terminieren, und ich durfte bei Vorstellungsgesprächen und Skype-Interviews hospitieren. Bei Fragen standen mir jederzeit andere Praktikanten und eine Senior Recruiterin zur Seite.

Rohlmann: Welchen Nutzen hat Ihnen das Praktikum für Ihre Berufslaufbahn gebracht?

Gülzow: Weitsicht. Selbstsicherheit. Durchhaltevermögen. Die Erkenntnis, dass nicht immer alles perfekt sein muss, um trotzdem gut zu werden, und im Allgemeinen viel mehr, als ich mir vorher hätte ausmalen können. Von der sprachlichen Entwicklung mal ganz abgesehen, bin ich persönlich über mich hinausgewachsen.

Rohlmann: Was war während Ihres Praktikums die schönste Erfahrung?

Gülzow: Das Gefühl von Zusammenhalt und Verstandenwerden, Akzeptanz und Wertschätzung. Ich bin während meiner Zeit auf Malta auf Menschen so vieler unterschiedlicher Nationen gestoßen. Der Großteil von uns sprach Englisch nicht als Muttersprache und alles andere als perfekt. Trotz der sprachlichen Barriere verstanden wir uns, weil es so viele Aspekte in der Kommunikation gibt, die keine Worte benötigen.

Rohlmann: Nach Ihrer Auslandserfahrung: Was schätzen Sie am deutschen Ausbildungssystem?

Gülzow:Ich denke, wir können uns in Deutschland glücklich schätzen, dass jeder Mensch in unserem Land Bildung erfahren und Unterstützung erwarten kann. Dabei ist es gerade durch staatlich geförderte Projekte wie Erasmus+ egal, aus welcher „Schicht“ man stammt und welchen finanziellen Background man hat. Ein Privileg, dessen sich viele Menschen nicht bewusst sind.

Rohlmann: Was machen Sie aktuell beruflich und wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Gülzow: Ich bin vor kurzem aus familiären Gründen nach Braunschweig gezogen und hier immer noch für die afg PERSONAL tätig. Momentan sehe ich mich auch in fünf Jahren noch in meinem Team und ich bin gespannt, wo die Reise hingeht.

Von Dr. Jenny Rohlmann, Strategisches Marketing/ Public Relations

Über die Autorin

Nach ihrem Studium an den Universitäten von Münster und Wien promovierte Dr. Jenny Rohlmann an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster im Fach Kunstgeschichte. Dr. Rohlmann sammelte vielseitige Erfahrungen in der Öffentlichkeitsarbeit von Museen, universitären Einrichtungen, Städten und Verbänden. In ihrer über zehnjährigen Tätigkeit beim iGZ gestaltete Dr. Jenny Rohlmann den Arbeitgeberverband zunächst als Referentin für Presse und Marketing, dann als Marketingleiterin aktiv mit. In der selbstbewussten und klaren Vermarktung von Zeitarbeit gerade gegenüber herausfordernden Zielgruppen und vor dem Hintergrund politischer und tariflicher Neuerungen liegt ihre Kompetenz.