Direkt zum Inhalt

Referenten

Unsere fünf Referenten
1. Prof. Dr. Axel Koch (Psychologe, Hochschullehrer und Autor),

2. Dr. Steffi Burkhart, Trainerin, Speakerin und Beraterin zum Thema Generation Y und Arbeit 4.0
3. Karheinz Pape (Geschäftsführer der CLC Corporate Learning Community),
4. Thomas Suppes (Agile Consultant für Organisationen und Teams) und
5. Antje Röwe (Trainerin und Inhaberin passtgut® Trainings & Beratung)

stellen wir hier in Kurz-Interviews vor:

 

Drei-Fragen-an-Interview mit unserem Referenten Prof. Dr. Axel Koch

Was bedeutet Change für Sie?

Change beschreibt für mich betriebliche Veränderungsprozesse, die sich aus Markt- und Wettbewerbsanforderungen oder durch veränderte Rechtslagen ergeben. Angesichts der rasanten technologischen Entwicklungen, zunehmender Vernetzung und der Globalität hat sich das Change-Tempo in den letzten Jahren deutlich erhöht. Für die Beschäftigten bedeutet dies stete Anpassung, d. h. neues Wissen erlernen oder sich in gewohnten Denk- und Verhaltensweisen zu verändern, da sich Kundenanforderungen, strategische Ziele, die Unternehmenskultur – oder -struktur wandeln, um als Unternehmen überlebensfähig zu sein.

Was sind Ihre drei Tipps für Mitarbeiter?

1. Für die eigene Veränderungs-Balance Sorge tragen.
Das heißt zu merken, wenn das Veränderungstempo oder das erlebte Ausmaß an Veränderung bei einem selbst zu psychischen oder körperlichen Symptomen führt. Wenn zu viel und zu schnell Veränderung erfolgt oder dies nicht mehr zur eigenen Persönlichkeit passt, merkt jeder früher oder später Warnsignale.

2. In die Gestalterhaltung gehen.
Schnell passiert es, sich als Opfer der Umstände oder der Firmenleitung zu betrachten und sich ins Tal des Jammerns zurückzuziehen und die eigene Motivation zurückzufahren. Doch das ist auf Dauer keine Lösung. Fallgeschichten und die Change Forschung zeigen, dass die Gestalterhaltung besser geeignet ist, mit Change klarzukommen. Gestalter glauben, auch in schwierigen Situationen etwas bewirken zu können. Sie schauen auf ihre Einflussmöglichkeiten. Sie überlegen, was sie selbst aktiv tun können, um ihre Lage positiv zu beeinflussen. Sie sind optimistisch, das Problem lösen zu können. Und Sie sind proaktiv – warten also nicht passiv ab, bis sich die Auswirkungen von Change Prozessen wie dunkle Gewitterwolken über ihm zusammenbrauen.

3. Priorisieren und Fokussieren. 
Jeder kennt von Silvester die Situation, wie schwer es ist, eigene Veränderungsvorsätze umzusetzen. Vor diesem Hintergrund gilt es, dass sich jeder bei Veränderungsanforderungen bewusst ist, dass Veränderungen Zeit, Energie und Aufwand bedeuten. Wichtig ist, sich für eine Veränderung zu motivieren, den Sinn zu erkennen und sich auch daran zu erinnern, dass Veränderung ein Prozess ist. Es dauert also, braucht Zeit und die Disziplin des Dranbleibens sowie einen konstruktiven Umgang mit Rückschlägen. Dann gelingt auch Veränderung. Daher gilt es, sich immer nur auf einen machbaren Veränderungsschritt zu fokussieren, diesen umzusetzen und dann den nächsten Schritt zu tun. Es ist, wie das Besteigen einer Leiter. Schritt für Schritt. Und jeder erfolgreiche Schritt motiviert Sie dazu, weiterzumachen.

Wo sehen Sie Zeitarbeitsunternehmen in 10 Jahren?

Angesichts des zunehmenden Wandels, wird es noch wichtiger für Firmen sein, flexibel das passende Personal zur richtigen Zeit zu haben. Ich denke, dass Zeitarbeitsunternehmen weiter wachsen und noch besser in der Lage sein müssen, Personalbedarf auf allen Ebenen zeitnah zu erfüllen.

 

Über den Autor:

Prof. Dr. Axel Koch ist Psychologe, Hochschullehrer und Autor. Er verfasste die Bestseller "Change mich am Arsch" und "Die Weiterbildungslüge" und viele weitere Publikationen zu den Themen Personalentwicklung, Bildung, Personaltraining und Zeitmanagement. 
Axel Koch ist seit 2012 Professor für Training und Coaching an der Hochschule für angewandtes Management in Ismaning. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Arbeits- und Organisationspsychologie mit Themen wie Führung und Kommunikation, Arbeit und Gesundheit (gesunde Führung, Work-Life-Balance, Stress und Burnout) sowie nachhaltige Personalentwicklung

 

Drei-Fragen-an-Interview mit unserer Referentin Dr. Steffi Burkhart

1. Was bedeutet Change für Sie?

Vieles verändert sich - in Wirtschaft und Gesellschaft: Wir leben heute in einer VUKA-Realität, einer Realität die geprägt ist durch Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambivalenz. Hinzu kommen die Beschleuniger Digitalisierung und moderne Technologien wie die Künstliche Intelligenz. Das bringt für Unternehmen und Menschen neue Herausforderungen mit sich. In Organisationen erleben wir Shifts weg von der Hierarchie hin zu Netzwerkstrukturen, weg von Profit hin zu mehr Purpose, weg von Kontrolle hin zu mehr Empowerment der Mitarbeiter, weg von langen Planungszyklen hin zu schnelleren Experimentierräumen, um als Organisation schneller, agiler und innovativer in einer VUKA-Realität agieren zu können.

Das hat auch Auswirkungen auf uns Menschen: Statt reines Abarbeiten von Aufgaben stehen wir zunehmend in der Selbstverantwortung, Routinejobs werden durch Automatisierungsmöglichkeiten und Künstliche Intelligenz ersetzt, was den Anspruch an Arbeit deutlich erhöht, wenn wir zukünftig in unserem Berufsleben circa acht Mal den Job wechseln werden und bis 2030 40 Prozent in der Gesellschaft als freie Projektarbeiter Unternehmen zuarbeiten, setzt das eine neue Haltung der Realität gegenüber voraus, es wird Lebensmodelle verändern und wir müssen auch auf der individuellen Ebene lernen, mit Unsicherheiten im Leben zurecht zu kommen.

 

2. Was sind Ihre drei Tipps für Mitarbeiter?

a) Es braucht die Bereitschaft für lebenslanges Lernen, auch außerhalb eines festen Arbeitsplatzes. 

b) Es ist wichtig, sich mit aktuellen Trends und Treibern auseinanderzusetzen und zu verstehen, welche Auswirkungen die moderne Technologie auf unsere Jobs haben wird. Dazu sollte ich mir auch als Mitarbeiter die Fragen stellen: Wie wird sich mein eigenes Jobprofil verändern? Wie kann ich mich neu qualifizieren? Wo kann ich mir digitale Kompetenzen aneignen? 

c) Übernehmen Sie zu 100 Prozent Verantwortung für Ihr Leben.

 

3. Wo sehen Sie Zeitarbeitsunternehmen in 10 Jahren?

Nicht mehr da, wo sie heute stehen! Trotzdem sehe ich viel Potenzial in Zeitarbeitsunternehmen. Wenn wir wissen, dass in 2030 40 Prozent in der Gesellschaft Projektarbeiter sind und wir im Berufsleben acht Mal den Job wechseln werden, braucht es neue Lösungsansätze und Modelle, um Menschen mit Unternehmen zusammenzubringen, die Zusammenarbeit abzuwickeln, Menschen in diesen unbeständigen und unsicheren Zeiten trotzdem eine Sicherheit zu bieten. Zukünftig werden wir vermutlich nicht nur Portale kennen wie Kununu, wo Arbeitgeber von ehemaligen Arbeitnehmern bewertet werden, sondern auch Plattformen mit Profilen von Projektarbeitern, die auch von Auftraggebern bewertet werden. 

 

Über die Autorin:

Dr. Steffi Burkhart ist Trainerin, Beraterin und Speakerin. Sie ist selbstständig und thematisiert in ihren Vorträgen die Generation Y und die neue, moderne Arbeitswelt 4.0. 

 

Drei-Fragen-an-Interview mit unserem Referenten Karlheinz Pape

Was bedeutet Change für Sie?

Digitale Transformation, dieser Begriff kennzeichnet den Wandel in Gesellschaft und Berufswelt derzeit am besten. Die Kommunikation zwischen Menschen ist durch digitale Technologien erheblich leichter geworden, und der Zugriff auf andere Informationsquellen ebenfalls. Das macht bisher gestaltete Informationswege immer mehr überflüssig. Gleichzeitig entwickelt sich das Informieren von einer Bringschuld immer weiter zu einer Holschuld. Das gibt Mitarbeitenden einerseits mehr Freiheit, sich selber weiter zu entwickeln. Andrerseits steigt dadurch auch die Erwartung, dass Mitarbeitende sich die nötigen Informationen für ihren Job auch selber beschaffen. Dieser Wandel erfordert auf Seiten der Führungskräfte und bei den Mitarbeitenden eine andere innere Haltung im Umgang miteinander. Das scheint mir derzeit die größte Herausforderung zu sein.

Was sind Ihre drei Tipps für Mitarbeiter?

Nehmen Sie Ihre Entwicklung selber in die Hand, und warten Sie nicht auf Angebote Ihres Arbeitgebers. Auch Ihre Führungskraft wird Ihnen nicht sagen können, was Sie in 5 Jahren für Kompetenzen benötigen.
Entwickeln Sie Ihre Stärken weiter, und arbeiten Sie nicht an Ihren Schwächen, dann werden Sie viel eher erfolgreich. Vermutlich wird Ihnen das auch viel mehr Spaß machen.

Bauen Sie ganz gezielt an Ihrem persönlichen Lern-Netzwerk. Es war nie so einfach, sich mit Experten und anderen Wissensquellen zu vernetzen, wie heute. Das Mitmachen in Fach-Communities löst mehr Lernen aus, als jeder Kurs.

Wo sehen Sie Zeitarbeitsunternehmen in 10 Jahren?

Ich gehe davon aus, dass das klassische Angestellten-Verhältnis ein Auslaufmodell ist. Unternehmen werden immer mehr auf Fachkräfte setzen, die für Projekte temporär zusammenarbeiten. Das bedeutet, das Fachkräfte sich immer wieder neu vermarkten müssen. Vielleicht wandeln sich die Zeitarbeits-Unternehmen dann noch mehr zu Vermarktern/ Vermittlern dieser Fachkräfte.

Über den Autor:

Karlheinz Pape ist Geschäftsführer der CLC Corporate Learning Community in Erlangen. 

 

Drei-Fragen-an-Interview mit unserem Referenten Thomas Suppes

Was bedeutet Change für Sie?

Wenn man es gewohnt ist, die 15 Kilometer zur Arbeit mit dem Auto zu fahren und sich nun entschließt, dies ab jetzt mit dem Fahrrad zu tun, dann ist das sicherlich eine große Veränderung. Habe ich ein geeignetes Fahrrad? Was mache ich bei Regen? Und bin ich körperlich fit genug? Zu schnell lässt man ambitionierte Ziele fallen. Dabei kann ich jetzt und heute bereits beginnen. Am Wochenende trainiere ich die ersten 5 Kilometer, investiere in Kleidung und Material. Bis mein persönlicher Moment für den großen Wechsel gekommen ist. Und der war dann gar nicht mehr so groß, dass er den wuchtigen Titel “Change” verdient.

Was sind Ihre drei Tipps für Mitarbeiter?

A) Entscheiden Sie sich aktiv. Sie haben immer die Wahl - sind Sie zufrieden? Okay. Wollen Sie etwas verändern? Starten Sie noch heute. Oder haben Sie bereits abgeschlossen? Dann seien Sie konsequent.

B) Mischen Sie sich ein. Es gibt immer noch zu viele Arbeitsumgebungen, in denen wir einfach funktionieren sollen. Sie alle aber sind Fachkräfte auf Ihrem Gebiet und haben etwas zu sagen. Trauen Sie sich. Clevere Beobachtungen und gute Ideen werden immer geschätzt.

C) Verfolgen Sie konsequent Ihre eigenen Ziele. Wie engagiert Mitarbeiter sind, erfährt man oft erst, wenn man sich mit Ihrem Freizeit-Engagement beschäftigt. Nehmen Sie Ihr Berufsleben genauso ernst. Bieten Sie ihrem Arbeitgeber Ihre Energie und Ideen an, arbeiten Sie an sich und fordern Sie Förderung und Fortbildung ein.

Wo sehen Sie Zeitarbeitsunternehmen in 10 Jahren?

Ich mag es, von der Zukunft im Plural zu sprechen. Die eine, einzige Zukunft existiert nicht. Wohl aber eine Fülle von Gestaltungsmöglichkeiten, die hier und jetzt ihren Anfang nehmen. Heute suchen alle nach neuen Formen der Arbeit. Zeitarbeitsunternehmen haben das Potential sich zu einer entscheidenden Plattform zu entwickeln. Zwischen dem Wunsch nach Sicherheit und nach Flexibilität. Um auf das Neue schnell und angemessen reagieren zu können.

Über den Autor:

Thomas Suppes ist Agile Consultant für Organisationen und Teams. 

 

Drei-Fragen-an-Interview mit Antje Röwe

Was bedeutet für Sie Change?

Mein Blick auf Change ist stets positiv: Change-Prozesse fordern uns heraus, zwingen uns Lösungen zu suchen und wir lernen davon, sich persönlich und die Organisation zu entwickeln. Allerdings erlebe ich, dass der aktuelle Wandel in Arbeit und Gesellschaft viele auch verunsichert oder sogar ängstigt. Ein Merkmal des Wandels ist seine Ergebnisoffenheit und nicht jede/ jeder ruft da gleich „Hurra“. Deshalb ist eine Aufgabe im Change-Prozess den Einzelnen zu ermutigen und zu befähigen. Menschen gestalten Wandel und dafür braucht es Mitarbeitende, die mit Freude eigenverantwortlich und kreativ sind, kollaborativ denken und handeln sowie wissen, was sie können und wollen.  

Was sind Ihre drei Tipps für Mitarbeiter?

Standortbestimmung für sich selbst

Ich erlebe, dass Mitarbeitende ihre vielfältigen Fähigkeiten oft nicht vollständig kennen. Die Beschäftigung mit dem eigenen Können und Wollen, ist deshalb meiner Meinung nach ein wesentlicher Aspekt, um gut gewappnet zu sein für das zukünftige Arbeiten. Klassische Berufsbilder werden in den nächsten Jahren überholt sein. Wer sprachfähig darüber ist, was er wirklich kann, wie er gerne arbeitet und wozu er gerne einen Beitrag leisten möchte, wird für die Zukunft gut aufgestellt sein. 

Eigenen Gestaltungsspielraum nutzen

Die Bilanzierung der eigenen Fähigkeiten und Potentiale schärft oft auch den Blick für den persönlichen Gestaltungsspielraum. Diesen zu nutzen und in eine Haltung zu kommen, die den Fokus auf das Mögliche legt, lässt Autonomie erlebbar werden und das führt ganz allgemein zu mehr Zufriedenheit und Leistungsfähigkeit.

Lebenslanges Lernen

Wer offen für Neues ist, ausprobiert und sich für Trends und Impulse aus seinem gesamten Umfeld interessiert, bekommt oft zwangsläufig (wieder) Lust auf's Lernen und Weiterentwickeln. Die Möglichkeiten für Lernende sind zudem so vielfältig geworden, dass für jede/ jeden die passende Art dabei sein sollte. Also, einfach mal ausprobieren!

Wo sehen Sie Zeitarbeitsunternehmen in 10 Jahren?

Projektbezogenes Arbeiten bleibt weiterhin im Trend. Dies und die veränderte Haltung zu Arbeit – die oft mit dem Wunsch nach mehr Flexibilität und Abwechslung einhergeht – kann die Zeitarbeit in ihrer Rolle als Vermittler noch stärken. Der ausländische Fachkräftemarkt, der Fokus auf Unterstützung von Mitarbeitenden bei ihrer beruflichen Lernreise oder die Konzentration auf bestimmte Zielgruppen bieten Möglichkeiten für die Zeitarbeit. 

Über die Autorin:

Trainerin und Inhaberin passtgut® Trainings & Beratung für Menschen, die die Transformation im Unternehmen initiieren und gestalten wollen.