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Gastbeitrag

Hartmut Lüerßen: Digitalisierung, aber richtig: Das „Wie“ entscheidet

Die größte Sorge vieler Geschäftsführer und Vorstände von Zeitarbeitsunternehmen gilt aktuell der Frage, wie das Unternehmen mehr Kandidaten für sich gewinnen kann – und zwar schnell. Sie laufen den Wachstumszielen hinterher, die durch die höhere Zahl an Übernahmen in 2018 kaum noch erreichbar sind. Das sind die Folgen der stabilen Konjunktur und der Höchstüberlassungsdauer für den Markt.

Damit liegt auch der Fokus beim Thema Digitalisierung häufig auf dem Recruiting. Die große Zahl an Innovationen macht es den Unternehmen schwer, die Übersicht zu behalten. Wer die Messe Zukunft Personal in Köln besucht hat, weiß, was ich meine. Gleichzeitig fürchten die Unternehmen Fehlentscheidungen bei der Anbieterwahl. Und in vielen Fällen existiert (noch) keine umsetzungsreife Digitalisierungsstrategie. All diese Themen führen dazu, dass die Zeitarbeitsbranche sich noch in einer frühen Phase der Digitalisierung befindet und Abwarten insgeheim auch als Strategie gilt.

Fehlende Agilität wird zum Wettbewerbsnachteil

Doch gerade die Fähigkeit, neue Services schnell einbinden zu können, wird immer wichtiger. Die Zukunft von Datenservices hat kürzere Zyklen: Eine neue Lösung kann gar nicht so gut sein, dass sie nicht von einer anderen verdrängt wird. Recruiting Startups wie Vonq oder Truffls, Job-Anzeigen bei Facebook, Programmatic Job-Advertising, irgendwann Google for Jobs. Für jeden Bedarf ist etwas dabei. Es kommt also darauf an, die genutzten Kanäle und Methoden kontinuierlich zu überwachen, die Erfolge zu messenund bei Bedarf zu ersetzen. Ersetzt werden sollte dabei auch das Bauchgefühl durch Kennzahlen und Analytics – es geht nicht um viele Kennzahlen, sondern um die richtigen und die wichtigen. Und diese sollten bitte automatisiert nutzbar sein. 

Erfolgsfaktoren der digitalen Strategie: Architektur, Partner, Management-Support und Kommunikation

Den Softwarelandschaften vieler Zeitarbeitsunternehmen fehlen Service-Orientierung und externe Schnittstellen. Aufgrund dessen müssen bei der Entwicklung einer digitalen Strategie zunächst Grundlagen für eine leichtere Anbindung neuer Services geschaffen werden. Dabei sind auch die Software- und Integrationspartner gefordert, die richtigen Schnittstellen zu programmieren. Das ist häufig ein wichtiger Schritt, um kurzfristige Verbesserungen zu erreichen. Ob ein Software-Anbieter hier unterstützt oder bremst, kann durchaus ein wichtiger Entscheidungsfaktor bei der Auswahl sein. Fragen Sie mal die Nerds aus Ihrer IT-Abteilung, wie sich das auf die Projektlaufzeit auswirkt. 

Fazit: Es wird deutlich, dass das „Wie“ ist für eine erfolgreiche Umsetzung der Digitalisierungsstrategie entscheidend ist. Ach, und fast vergessen: Beim „Wann“ geht es ab jetzt darum, wie weit die Innovatoren schon voraus sind. 

Zum Autor: 

Hartmut Lüerßen, Initiator Business Monitor Zeitarbeit – Die sichere Marktdaten-Plattform für die Zeitarbeitscommunity, Geschäftsführer Lueerssen GmbH