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DIHK-Präsident Eric Schweitzer warnt vor geplanter Regulierung
28.05.2015

"Zeitarbeitsbranche nicht noch weiter belasten"

Vor einer weiteren Belastung der Zeitarbeitsbranche durch die im Koalitionsvertrag formulierten geplanten Regulierungen warnte der Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Eric Schweitzer.

Gegenüber der Zeitung „Die Welt" betonte der DIHK-Präsident, „die derzeitige Wirtschaftspolitik ist alles andere als Werbung für Unternehmensgründungen“.

Negativrekord

Laut Industrie- und Handelskammern (IHK) scheuen die Deutschen das Risiko einer Unternehmensgründung. Im vergangenen Jahr seien so wenig Interessierte wie nie zuvor zu einem Beratungsgespräch zur IHK gekommen. Die Zahl der Gründungsgespräche sei um drei Prozent auf 227.703 zurückgegangen. Das sei der vierte Rückgang in Folge. "Deutschland steckt in einer Gründungsmisere", erklärte Schweitzer dazu.

Geschäftserwartung im Sinkflug

„Die geplanten Maßnahmen gegen die Zeitarbeit werden diesen Trend zusätzlich begünstigen“, bestätigt auch iGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz. Bereits jetzt zeige der Geschäftserwartungs-Index Zeitarbeit (GIZ), mit dem iGZ-Unternehmer die kommenden sechs Monate prognostizieren, laut Stolz einen Abwärtstrend: „Gegenüber der letzten Erhebung verlor der GIZ 0,7 Punkte und befindet sich damit nur noch auf einem leicht positiven Level.“

Abwarten

Grund dafür sei vor allem, dass der Anteil der Optimisten geringer geworden sei. Blickten bei der Vorerhebung noch 18,9 Prozent der iGZ-Mitgliedsunternehmen „positiv“ in die Zukunft, seien dies nun nur noch 8,8 Prozent. „Dafür“, so Stolz, „stieg der Anteil der eher positiven sowie der gleichbleibenden Einschätzungen um jeweils rund fünf Prozent auf nunmehr 30,9 bzw. 45,7 Prozent. Die meisten Befragten warten derzeit also noch ab, wie die politische Reform konkret eigentlich aussehen wird.“

Massive Beeinträchtigung

Die Politik müsse nun aufpassen, dass sie der Zeitarbeit nicht zu viel zumute. Eine Höchstüberlassungsgrenze von 18 Monaten bedeute für viele Einsatzarten das faktische Ende. „Langfristige Projektarbeiten, Elternzeit- und Krankheitsvertretungen könnten dann nicht mehr von einem Mitarbeiter alleine ausgeführt werden“, erinnert der iGZ-Hauptgeschäftsführer an die Konsequenzen. „Eine Überregulierung per Gesetzeskeule hätte ganz offenbar nicht nur Auswirkungen auf die Zeitarbeitsbranche, sondern würde auch die Gesamtwirtschaft massiv negativ beeinträchtigen“, verweist Stolz auf die inzwischen zahlreichen warnenden Stimmen aus allen Bereichen der Wirtschafts- und Arbeitswelt in Deutschland. (WLI)

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