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Stellvertretende iGZ-Bundesvorsitzende Bettina Schiller reagiert auf Linken-Antrag
25.08.2017

"Zeitarbeit nicht noch weiter einschränken"

„Zeitarbeit ist grundsätzlich kein Teufelszeug, sondern schafft Chancen beispielsweise für Langzeitarbeitslose“, rückte Lencke Steiner, FDP-Fraktionsvorsitzende in der Bremischen Bürgerschaft, angesichts eines Antrags der Partei Die Linke, die Verhältnisse realistisch zurecht.

Mit einem Antrag wollte die Fraktion Die Linke laut Tageszeitung "Weser Kurier" durchsetzen, dass in der BLG Logistics Group weniger Zeitarbeitnehmer beschäftigt werden. Die BLG Logistics Group AG & Co. KG mit der börsennotierten Komplementärin Bremer Lagerhaus-Gesellschaft - Aktiengesellschaft von 1877 - (BLG) ist ein international tätiges Logistikunternehmen und das größte Automobil-Umschlagsunternehmen in Deutschland.

Antrag abgelehnt

Der Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt – alle anderen Parteien stimmten dagegen. Die Linken-Abgeordnete Claudia Bernhard erklärte das Ansinnen:  Die meisten Zeitarbeitnehmer seien in Vollzeit mit Ein-Jahres-Verträgen beschäftigt. Wo es keine stark schwankenden Arbeitsspitzen gebe, habe Zeitarbeit nichts zu suchen. Der Anteil der Zeitarbeit habe sich umgerechnet aber kaum verändert. Daher warf sie der BLG „Tarifflucht“ vor.

Hanebüchen

„Mit gewaltigen roten Scheuklappen“, „wird da der Blick auf die Fakten völlig verstellt“, reagierte Bettina Schiller, stellvertretende iGZ-Bundesvorsitzende und iGZ-Landesbeauftragte für Bremen, auf diesen Vorwurf. Es sei schon hanebüchen, von Tarifflucht in die zu fast 100 Prozent tarifierte Zeitarbeitsbranche zu sprechen. Außerdem sei der Hinweis, der Zeitarbeitsanteil habe sich kaum verändert, ja gerade auch ein Beleg dafür, dass Stammarbeitsplätze eben nicht durch Zeitarbeit abgebaut werden. „Zeitarbeit dient hier ja ganz offensichtlich dazu, den Unternehmen genau den Grad an Flexibilisierung zu

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (Allgemeiner Deutscher Lehrer- und Lehrerinnen-Verband) - Gesamtverband der Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher (GEW) ist eine Gewerkschaft im Deutschen Gewerkschaftsbund ( ). Die GEW ist die Bildungsgewerkschaft Deutschlands und ihr gehörten Ende 2005 rund 252.000 Mitglieder an.

ährleisten, den sie im Wettbewerb brauchen“, betonte Schiller.

Wesentlicher Vorteil der Zeitarbeit gegenüber den herkömmlichen Beschäftigungsverhältnissen ist die . Mit Hilfe der Zeitarbeit können Unternehmen auf schwankende Auftragslagen flexibel reagieren.

gewährleisten

Mit weiteren Regulierungen werde letztendlich auch die Gesamtwirtschaft gefährdet, erläuterte Schiller: „Wer den Einsatz von Zeitarbeit noch weiter einschränken will riskiert auch, dass die Wirtschaft nicht mehr flexibel auf sich ständig ändernde Anforderungen des Marktes im nationalen wie auch internationalen Wettbewerb reagieren kann“, mahnte die stellvertretende iGZ-Bundesvorsitzende zur Besonnenheit.

Falsche Berechnung

Die Reaktionen der Politiker gaben ihr Recht – der Zeitarbeitnehmeranteil sei von den Linken falsch berechnet, meinte etwa der SPD-Abgeordnete Elias Tsartilidis. Ein Teil der BLG-Zeitarbeitnehmer sei beim Gesamthafenbetriebsvereins (GHB) beschäftigt. Tsartilidis: „Diese sind damit in verstetigter Arbeit, die ausgemacht ist zwischen den Tarifparteien und den Arbeitgebern.“ Träger beim GHB ist auch die Dienstleistungsgewerkschaft

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (kurz: „ “, Wortmarke „ “) ist eine Mitgliedsgewerkschaft im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) mit Sitz in Berlin. Sie hat rund 2,2 Millionen Mitglieder (Stand: 31. Dezember 2008) und ist damit die zweitgrößte Gewerkschaft im DGB nach der . Ver.di ist die Gewerkschaft der Dienstleistungsbranchen.

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Am Pranger

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen, Sülmez Dogan, erläuterte die Vorteile des Zeitarbeitseinsatzes: „Die BLG muss sich im internationalen Wettbewerb behaupten, da ist der Einsatz von Zeitarbeitskräften notwendig.“ Die CDU-Abgeordnete Birgit Bergmann warf der Linken in diesem Zusammenhang vor, die BLG „als erfolgreiches, sozial verantwortlich handelndes Unternehmen an den Pranger zu stellen.“ (WLI)

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