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Buchbesprechung von Werner Stolz im iGZ-Blog
21.10.2020

Studie zum „Einsatz und Auswirkung von Zeitarbeit"

Obwohl die Zeitarbeitsbranche in öffentlichen Debatten und Medienberichten immer wieder thematisiert bzw. teilweise skandalisiert wird, fällt auf, dass mehr Meinungen als empirisch nachgewiesene Fakten verbreitet bzw. ständig wiederholt werden. Der Lehrstuhlinhaber für Unternehmenssteuerung und Personalmanagement an der RWTH Aachen will mit seiner Studie insoweit einige Forschungslücken schließen. Er untersucht bestimmte Wirkungsweisen der Beschäftigungsform anhand eines Datensatzes von fast 12.000 Zeitarbeitsbeschäftigten nebst ihren Einsätzen bei Einsatzunternehmen sowie weiteren Panel-Daten aus Sicht der Akteure.

Werner Stolz bewertet die Studie zur Beschäftigungsform Zeitarbeit. Dabei wurde ein Datensatz von 12.000 Zeitarbeitsbeschäftigten und Einsatzunternehmen untersucht.
Werner Stolz bewertet die Studie zur Beschäftigungsform Zeitarbeit. Dabei wurde ein Datensatz von 12.000 Zeitarbeitsbeschäftigten und Einsatzunternehmen untersucht.

Im Vordergrund der empirischen Analysen stehen die Fragen: „Was macht Zeitarbeit mit den Beschäftigten? Welche Determinanten beeinflussen die Arbeits- und Lebenszufriedenheit sowie Motivation und Arbeitsmoral der Zeitarbeitnehmer? Welche Rolle spielen dabei Klebe- bzw. Brückeneffekte? Ist Zeitarbeit eher Sprungbrett oder Endstation für die Nutzer/innen?

Der gesellschaftliche Diskurs des „Dreiecksverhältnisses“ orientiert sich an folgenden Kriterien:

  • Wichtiges Instrument in Zeiten volatiler Wirtschaftsabläufe?
  • Beitrag zur Beschäftigungsstabilisierung?
  • Flexibilisierungsmotor für Betriebe?
  • Sprungbrettfunktion durch Übernahmen?

Die Studienergebnisse zeigen, dass frühere Zeiten von Arbeitslosigkeit die Wahrscheinlichkeit einer Zeitarbeitsbeschäftigung deutlich steigern. Bei kurzfristigen Personalengpässen wird Zeitarbeit zur Kompensation eingesetzt (gilt aber weniger für Fachkräfte als für Aushilfstätigkeiten). Unabhängig von ihrer jeweiligen Unternehmensstrategie, jedoch in Abhängigkeit von der Ausstattung der Personalabteilungen, sind Entleihunternehmen grundsätzlich bereit, das vorübergehend überlassene Personal in ihre Stammbelegschaft zu übernehmen. Insoweit kann Zeitarbeit in Deutschland generell als Sprungbrett dienen. Eine vom Autor gefundene niedrigere Arbeitszufriedenheit von Zeitarbeitern im Vergleich zu „Normalbeschäftigten“ lasse sich vor allem auf Unterschiede in den Arbeitsbedingungen und auf eine subjektiv deutlich stärker empfundene Arbeitsplatzunsicherheit zurückführen. Jedoch äußern Zeitarbeitnehmer eine deutlich höhere Lebenszufriedenheit als arbeitslose Personen. Zu den Faktoren, welche die Motivation positiv beeinflussen, zählen ein angemessener Verdienst, eine größere Projektlänge der Überlassungen sowie Übernahmen.

Den gesamten Beitrag von Werner Stolz lesen Sie im iGZ-Blog.

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