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BA-Monatsbericht: Zahl der Zeitarbeitnehmer gesunken
31.07.2019

Konjunktureintrübung auch in Zeitarbeit

Der Trend hat sich zwar verlangsamt, aber ein Stopp ist - auch mit Blick auf die sich eintrübende Konjunktur – noch nicht absehbar: Um 4.300 Beschäftigte sank die Zahl der Zeitarbeitnehmer von April (751.900) auf Mai mit 747.600 Beschäftigten in Unternehmen mit dem Schwerpunkt Arbeitnehmerüberlassung. Das entspricht einem Minus von 0,6 Prozent. Im Vorjahresvergleich registrierte das Statistische Amt der Bundesagentur für Arbeit (BA) für die Zeitarbeitsbranche 97.400 (-11,5 Prozent) weniger Arbeitskräfte (Mai 2018: 845.000).

Die Konjunktureintrübung wirkt sich aus: 4.300 Zeitarbeitnehmer mussten im Zeitraum von April bis Mai 2019 ihren Hut nehmen.
Die Konjunktureintrübung wirkt sich aus: 4.300 Zeitarbeitnehmer mussten im Zeitraum von April bis Mai 2019 ihren Hut nehmen.

Auch der Blick auf die monatliche Arbeitslosenstatistik bestätigt die Negativentwicklung: „Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sind im Juli vor allem aufgrund der einsetzenden Sommerpause gestiegen. Die Nachfrage der Unternehmen nach neuen Mitarbeitern geht leicht zurück, und die Beschäftigung nimmt weiter zu, aber weniger dynamisch als zuletzt“, bestätigte der Vorstand Regionen der Bundesagentur für Arbeit (BA), Daniel Terzenbach.

Arbeitslosigkeit gestiegen

Mit Beginn der Sommerpause sei die Arbeitslosigkeit von Juni auf Juli um 59.000 auf 2.275.000 gestiegen. Bereinigt um die saisonalen Einflüsse wurde für den Juli ein leichtes Plus um 1.000 im Vergleich zum Vormonat errechnet. Laut BA-Pressemitteilung falle der saisonbereinigte Anstieg im Bereich der Arbeitslosenversicherung im Zuge der konjunkturellen Eintrübung deutlicher aus: Gegenüber dem Vorjahr waren 49.000 weniger Beschäftigte arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote erhöht sich um 0,1 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent. Im Vergleich zum Juli des vorigen Jahres hat sie sich um 0,1 Prozentpunkte verringert. Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosenquote belief sich im Juni auf 3,1 Prozent.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung, die auch Veränderungen in der Arbeitsmarktpolitik und kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt, hat sich saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat nicht verändert. Insgesamt lag die Unterbeschäftigung im Juli 2019 bei 3.201.000 Arbeitnehmern. Das waren 48.000 weniger als vor einem Jahr.

33,41 Millionen Beschäftigte

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sind weiter gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat sich die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Juni saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 8.000 erhöht. Mit 45,30 Millionen Beschäftigten fiel sie im Vergleich zum Vorjahr um 410.000 höher aus. Das Plus beruht weit überwiegend auf dem Zuwachs bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Diese ist im Vergleich zum Vorjahr um 557.000 gestiegen. Insgesamt waren im Mai nach hochgerechneten Angaben der BA 33,41 Millionen Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Saisonbereinigt ergibt sich von April auf Mai ein Anstieg um 20.000.

Nachfrage sinkt

Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern bewegt sich auf hohem Niveau, wird aber merklich schwächer. Im Juli waren 799.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 24.000 weniger als vor einem Jahr. Saisonbereinigt hat sich der Bestand der bei der BA gemeldeten Arbeitsstellen um 9.000 Stellen verringert.

Kaufleute-Ausbildung gefragt

Von Oktober 2018 bis Juli 2019 meldeten sich bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern 479.000 Bewerber für eine Ausbildungsstelle, 23.000 weniger als im Vorjahreszeitraum. Von diesen waren 178.000 im Juli noch auf der Suche. Gleichzeitig waren 543.000 Ausbildungsstellen gemeldet, 11.000 mehr als vor einem Jahr. Davon waren im Juli noch 207.000 Ausbildungsstellen unbesetzt. Am häufigsten wurden Ausbildungsstellen für angehende Kaufleute im Einzelhandel, für Kaufleute für Büromanagement sowie für Verkäufer gemeldet. Bis September werden erfahrungsgemäß noch viele bislang unversorgte Bewerber eine Ausbildung oder eine Alternative finden und Ausbildungsstellen noch besetzt werden. Wie in den Vorjahren zeigen sich jedoch auch 2018/19 regionale, berufsfachliche und qualifikatorische Disparitäten, die den Ausgleich von Angebot und Nachfrage erheblich erschweren. (WLI)

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