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iGZ-Mitgliedsunternehmen veröffentlicht Studie
12.08.2014

Koalitionspläne gefährden Branchenzuschläge

Über Branchenzuschlagstarife können Zeitarbeitnehmer bis zu 50 Prozent Aufschlag auf ihren Einstiegslohn erhalten. Den meisten Arbeitnehmern sind die Zuschläge aber unbekannt, wie eine Studie des iGZ-Mitgliedsunternehmens Orizon zeigt.

78,8 Prozent der Arbeitnehmer geben an, noch nicht von Branchenzuschlagstarifen gehört zu haben. Selbst von den Arbeitnehmern mit Zeitarbeitserfahrung haben sich nur 7,1 Prozent detailliert über die lukrativen Zuschläge informiert.

Zuschläge unbekannt

Knapp zwei Jahre nach ihrer Einführung wissen Arbeitnehmer nicht, was Branchenzuschlagstarife sind. Im Jahr 2013 hatten 80,5 Prozent der Befragten noch nicht von Branchenzuschlagstarifen gehört. 2014 waren es immer noch 78,8 Prozent, wie die Studie "Arbeitsmarkt 2014 - Perspektive der Arbeitnehmer" zeigt. Selbst unter den Arbeitnehmern, die schon mal in der Zeitarbeit beschäftigt waren, sind die Zuschläge den meisten (64,8 Prozent) unbekannt. 28,1 Prozent haben zumindest den Begriff schon mal gehört, aber nur 7,1 Prozent kannten die Regelungen im Detail.

Mindestlohn

"Es ist schon erstaunlich, wie wenig die Arbeitnehmer über die positiven Entwicklungen in der Zeitarbeit wissen", stellt Geschäftsführer Dr. Dieter Traub fest. "Ein ähnliches Bild zeigt sich auch beim Mindestlohn. 82,7 Prozent der Befragten glauben, die Tariflöhne der Zeitarbeitsbranche müssten stark angehoben werden, um den gerade verabschiedeten gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro zu erreichen. Dabei gilt in der Zeitarbeit eine Lohnuntergrenze von 8,50 Euro bereits seit Januar 2014."

Zuschlagsstufen

Die ersten Branchenzuschlagstarife sind seit dem 1. November 2012 in Kraft. Inzwischen erreichen Zeitarbeitnehmer in elf Wirtschaftszweigen nach vier bis sechs Wochen Einarbeitungszeit automatisch die erste Zuschlagsstufe. Nach neun Monaten tritt die fünfte Zuschlagsstufe mit bis zu 50 Prozent Aufschlag in Kraft. Doch die Monate mit hohen Zuschlägen könnten bald drastisch verkürzt werden. Die SPD plant, die Einsatzdauer von Zeitarbeitnehmern auf 18 Monate zu begrenzen.

Zuschläge gefährdet

"Sollte die Politik ihr Vorhaben umsetzen, würden vielen Zeitarbeitnehmern diese lukrativen Zuschläge entgehen", erläutert Traub. "67,9 Prozent aller Einsätze unserer Zeitarbeitnehmer waren am Stichtag unserer letzten Auswertung in zuschlagspflichtigen Branchen. In Folge von Mindestlohn und Zuschlägen kommen unsere Zeitarbeitnehmer momentan auf einen durchschnittlichen Bruttolohn von 13,52 Euro. Prekäre Beschäftigung sieht anders aus."

Lohnkosten gestiegen

Mindestlohn und Branchenzuschlagstarife machen die Zeitarbeit attraktiver für Arbeitnehmer. Auf Unternehmensseite steigen dadurch die Lohnkosten, allerdings noch in einem vertretbaren Rahmen. Die steigende Zeitarbeitsnachfrage der Unternehmen trotz höherer Löhne zeigt, dass Unternehmen Zeitarbeit nicht wegen Dumping-Löhnen nutzen, sondern um ihre Flexibilität zu erhalten. "Es ist aber Vorsicht geboten", mahnt Traub, "gerade im Helferbereich müssen wir aufpassen, durch zu hohe Lohnsteigerungen nicht die Beschäftigungschancen von Langzeitarbeitslosen und Geringqualifizierten zu gefährden."

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