Direkt zum Inhalt

Benutzeranmeldung

kopf_aktuelles.jpg

iGZ-Mitglieder diskutierten digital
09.02.2022

Homeoffice das neue "Normal" im Arbeitsleben

Die Situation der Zeitarbeitsbranche in Hamburg thematisierte Dr. Timm Eifler, iGZ-Landesbeauftragter Hamburg, beim virtuellen Jahresauftakttreffen der Hamburger Mitglieder. Nach der Begrüßung der rund 30 Teilnehmer durch Moderator Jens Issel, Leiter des iGZ-Fachbereichs Kommunikation, kündigte Eifler an, den Austausch untereinander wieder forcieren zu wollen.

Rund 30 iGZ-Mitglieder diskutierten digital beim Hamburg-Treffen über neue Möglichkeiten in der Zeitarbeitsbranche.
Rund 30 iGZ-Mitglieder diskutierten digital beim Hamburg-Treffen über neue Möglichkeiten in der Zeitarbeitsbranche.

Im vergangenen Jahr habe Hamburg rund 24.000 Zeitarbeitnehmer gehabt. Aktuell sei zudem weiterhin ein Aufwärtstrend im Norden zu verzeichnen. In den vergangenen Wochen habe sich gezeigt, dass die Politik sehr wohl die Zeitarbeitsbranche im Blick habe. Einige kommende Entscheidungen (Verlängerung Kurzarbeitergeld, ArbeitsbedingungenG, geringfügige Beschäftigung, Mindestlohn) betreffen auch die Zeitarbeit, der Verband kümmere sich bereits darum.

Fachkräftemangel

Weiteres Problem sei der derzeitige Fachkräftemangel, mit dem auch die Zeitarbeit zu kämpfen habe. In diesem Zusammenhang nannte Eifler auch die Themen Homeoffice und Digitalisierung – die Beschäftigten gewöhnen sich immer mehr daran, Prozesse digital, also zum Beispiel per Videokonferenzen abzuwickeln. Die Pandemie habe belegt, dass der Wandel ein wesentliches Charakteristikum der Branche sei. Dabei könne man vor allem auch durch den gegenseitigen Austausch lernen. Der iGZ-Landesbeauftragte für Schleswig-Holstein, Oliver Nazareth, erläuterte anschließend, Personalvermittlung werde für die Zeitarbeit ein großes Zukunftsthema. Digitalisierung und Homeofffice seien „das neue Normal“, bestätigte Nazareth seinen Vorredner. Nun gelte es, mehr Gas zu geben, um zukunftsfähig zu bleiben.

Starke Zunahme bei Homeoffice

Dazu passend referierten Andreas Stephan, VBG, Leiter DGUV-Sachgebiet Büro, und Dr. Susanne Roscher, VBG, Leiterin Arbeitspsychologie, über Pandemie und Homeoffice – Praxiserfahrungen und Aspekte des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Die Referierenden erläuterten die starke Zunahme von Homeoffice während der Coronapandemie. Diese Form der Arbeit sei damit salonfähig geworden, erläuterte Roscher. „Da, wo es möglich ist, wird auch Homeoffice praktiziert“, erklärte die VBG-Vertreterin. Die Zahl der Nutzung sei von 27 (vor der Nutzung) auf 45 Prozent (Ende April 2021) gestiegen. Nach wie vor gebe es allerdings einen hohen Prozentsatz von Tätigkeiten, die durch Homeoffice nicht möglich seien.

Voraussetzungen

Stephan verwies auf die Voraussetzungen von Homeoffice, mobiler Arbeit und einem Telearbeitsplatz. Es gebe allerdings auch Schattenseiten: 70 Prozent gaben in einer Untersuchung an, so die Referenten, ihnen fehlen die direkten sozialen Kontakte. 63 Prozent litten unter der Vermischung von Arbeits- und Privatleben, und 54 Prozent bemängelten die schlechtere Arbeitsplatz-Ausstattung daheim. Gut sei eine Mischung aus Homepoffice und Präsenz im Büro, also etwa maximal zwei bis drei Tage zuhause plus einem virtuellen sozialen Austausch und digitale Lösungen, nannte Roscher einen Lösungsansatz.

Impfpflicht nachgefragt

Die Top 10-Anfragen aus der Mitgliederschaft beantwortete Ass. jur. Mandy Ostermeier, iGZ-Fachbereich Arbeits- und Tarifrecht. Topfrage der iGZ-Mitglieder in der vergangenen Woche war, was ist zu beachten sei, wenn Arbeitnehmer einmal mit Johnso & Johnson-Stoff geimpft seien. Ebenso interessierten sich die Fragenden dafür, wie lange ein Genesenennachweis gültig sei, und welche Pflichten im Rahmen der einrichtungsbezogenen Impfpflicht bestehen. 

VBG-Abschlagszahlungen

Abschließend informierte Nazareth noch über den Wechsel der VBG zur Vorschusserhebung der Beiträge. Nun gebe es vier Abschlagszahlungen pro Jahr. Der Abschlag werde auf 20 Prozent des Betrages von 2020 festgesetzt. Unternehmen, die mehr als 5.000 Euro zahlen, werden umgestellt. Laut VBG basiere die Umstellung auf einem Mitgliederwunsch der Zeitarbeitsfirmen, um die hohe Beitraglast jeweils im Mai zu kompensieren. Der erste Abschlag erfolge jetzt bereits im Februar. Der iGZ bereite aktuell eine Information dazu für alle Mitglieder vor. (WLI)

Neueste Artikel