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Engagierte Diskussion beim iGZ-Bundeskongress
26.03.2014

"Entwicklung der Zeitarbeit nicht wahrgenommen"

„Offenbar haben die mediale Öffentlichkeit und die Politik überhaupt nicht wahrgenommen, wie sich die Zeitarbeitsbranche in den vergangenen drei Jahren weiterentwickelt hat“, ärgerte sich iGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz während der Podiumsdiskussion beim iGZ-Bundeskongress in der Karlsruher Stadthalle vor rund 400 Zuhörern. Mindestlohn, Branchenzuschläge, Ethik-Kodex, Beschwerdestelle, Qualifizierungsklausel im Tarifvertrag – die Branche habe große Fortschritte gemacht, die mehr Beachtung verdient hätten.

Dem stimmte Dr. Ulrich Walwei, Vizedirektor des Instituts für Arbeitsmarktforschung (IAB), grundsätzlich zu. Es gebe in der Branche zwei Brücken. Die eine führe von der Arbeitslosigkeit in den Arbeitsmarkt. „Und da tut die Zeitarbeitsbranche tatsächlich eine ganze Menge“, lobte Walwei. Die zweite Brücke sei die Chance, auch nach einem Zeitarbeitsverhältnis langfristig im Arbeitsmarkt zu verbleiben. Diese sei allerdings eher ein schmaler Steg als eine Brücke.

Beschäftigungsdauer

Stolz erinnerte daran, dass die durchschnittliche Beschäftigungsdauer in der Zeitarbeit inzwischen 10,8 Monate dauere. Von kurzfristiger Beschäftigung könne da gar keine Rede mehr sein. So verstand er auch nicht, warum die Politik überhaupt eine Höchstüberlassungsdauer einführen möchte: „Es war immer das Ziel, die Zeitarbeit von kurzfristigen Einsätzen wegzubringen hin zu verstetigten Arbeitsverhältnissen. Warum will die Politik diese Entwicklung nun aufhalten?“

 

Höchstüberlassungsdauer

13 bis 14 Prozent der Zeitarbeitskräfte verbleiben länger als 18 Monate in der Zeitarbeit, wusste Walwei. Dies seien vor allem höher Qualifizierte. „Mit der Höchstüberlassungsdauer stellt die Politik die Branche für das Problem, dass sie gut ausgebildete Mitarbeiter nicht länger beschäftigen kann. Das halte ich nicht für sinnvoll.“ Zudem komme es auf die Beschäftigungsdauer gar nicht unbedingt an. Wichtiger sei die Frage, welche Perspektive sich für die Beschäftigten ergebe.

Arbeitskräftebedarf

Dem widersprach Dr. Hartmut Seifert, ehemaliger Leiter des WSI-Instituts der Hans-Böckler-Stiftung. Denn wenn Arbeitnehmer nur kurz in der Zeitarbeit beschäftigt seien, würden sie keine Ansprüche auf Arbeitslosengeld I erarbeiten. Außerdem wagte er die These, wie die Arbeitswelt gänzlich ohne Zeitarbeit aussehen würde. „Würden die Unternehmen dann nicht selbst aktiv werden und Arbeitslose – zumindest befristet – direkt einstellen?“, fragte er in den Raum. Schließlich sei der Bedarf an Arbeitskräften auch dann vorhanden. (ML)

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