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IW Köln analysiert Regierungspläne zur Langzeitarbeitslosigkeit
05.11.2014

Einstiegsweg in Arbeitsmarkt nicht blockieren

„Wer Zeitarbeit, Werkverträge oder Minijobs regulieren will, der blockiert wichtige Einstiegswege in den Arbeitsmarkt“ stellte jetzt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) mit Blick auf die Vorschläge von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles zum Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit fest.

Trotz der hervorragenden Beschäftigungsentwicklung, so das IW, gelinge es in Deutschland nicht, den Sockel von rund einer Million Langzeitarbeitslosen abzubauen. Die meisten Ideen der Bundesarbeitsministerin seien kaum geeignet, das zu ändern.

Eigeninitiative

Beispielsweise solle die Zahl der Fallmanager in den Job-Centern deutlich erhöht werden. Laut IW könne das zwar verhindern, dass sich jemand an die Beschäftigungslosigkeit gewöhne, die unerlässliche Eigeninitiative bleibe aber aufrechterhalten.

Begleitung

Die geplante Bezuschussung der Lohnkosten stelle infrage, warum die bereits existierenden Programme dafür nicht ausreichen. Die einzige echte Neuerung bestehe in der Idee, die Geförderten künftig durch einen Coach zu begleiten. Doch diese Aufgabe könne auch durch die Fallmanager übernommen werden.

1-Euro-Jobs

Für schwere Fälle seien neue Stellen auf dem dritten Arbeitsmarkt geplant: Langzeitarbeitslose sollen (sozialversicherungspflichtig entlohnt) lernen, ihren Arbeitsalltag zu strukturieren. Das, so das IW, sei aber bereits durch die 1-Euro-Jobs realisiert. Zudem bestehe die Gefahr, „dass die Suche nach einem Job auf dem ersten Arbeitsmarkt unattraktiver wird“.

Rahmenbedingungen

Statt neuer arbeitsmarktpolitischer Programme seien in erster Linie Rahmenbedingungen nötig, mit denen Jobs entstehen, die für Langzeitarbeitslose geeignet sind – und dafür gebe es keine Vorschläge der Bundesregierung, lautet das Fazit des IW. (WLI)

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