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Erstes iGZ-Springtime-Meeting Berlin/Brandenburg
04.03.2021

Einschränkungen unter dem Deckmantel „Corona“

Digital sendete der iGZ das erste Springtime-Meeting für die Mitgliedsunternehmen aus Berlin und Brandenburg. Ulrike Schwarzer, Mitglied im iGZ-Bundesvorstand, begrüßte die Teilnehmer und freute sich über die Themenvielfalt der Veranstaltung „in der es nicht nur um Corona geht“.

Aus Münster spricht Fachbereichsleiter Kommunikation, Marcel Speker, mit den Teilnehmern der Veranstaltung.
Aus Münster spricht Fachbereichsleiter Kommunikation, Marcel Speker, mit den Teilnehmern der Veranstaltung.

Andrea Resigkeit, Leiterin des Fachbereichs Politische Grundsatzfragen, blickte für die Zuschauer auf das Wahljahr 2021 und diskutierte mögliche Kanzlerkandidaten sowie die Chance für ein schwarz-grünes Regierungsbündnis. Resigkeit sprach von einer neuen politischen Situation der Branche: „Zeitarbeit hat vor allem in den letzten vier Jahren ein neues Image bekommen. Auch wenn wir trotzdem den ein oder anderen Schlag verkraften müssen.“ In diesem Zusammenhang appellierte die Politikexpertin an die Mitglieder: „Sprechen Sie mit Ihren Regionalpolitikern und schaffen Sie Verständnis für Ihre gute Arbeit.“ Auch Unternehmen werden angehört, zeige Ihre Erfahrung.

Instrument und Sündenbock

Über die politische Situation der Zeitarbeit sprach Dr. Benjamin Teutmeyer, stellvertretender Leiter des iGZ-Fachbereichs Politische Grundsatzfragen. Er beschrieb die Situation der Branche als die einer „ungeliebten Flexibilitätsfeuerwehr“. Zeitarbeit sei ein gutes Instrument, um die krisengeschwächte Wirtschaft zu stärken, aber auch Sündenbock für Probleme in der Pandemie. So sei die Coronakrise auch als Aufhänger verwendet worden, um Zeitarbeit in der Fleischindustrie zu verbieten. Ungleichbehandlungen konnte der iGZ an anderer Stelle entgegensteuern: Auf Wirken des Verbandes wurde in Berlin eine Anlaufstelle für die Impfung von Zeitarbeitnehmern in der Pflege sowie gleiches Recht auf deren Testung erwirkt.

Neues aus den Fachbereichen

Im Format „iGZ-News kurz und kompakt“ stellten drei Referenten die neuen Entwicklungen aus den Fachbereichen des iGZ vor: Jenny Rohlmann, iGZ-Fachbereich Kommunikation, berichtete von der Fortsetzung der Kampagne „Zeitarbeit: Eine gute Wahl“. Sie appellierte an die Teilnehmer, ihre Mitarbeiter dazu zu motivieren, sich an der Mitmachkampagne zu beteiligen. Klaus Versmold, ebenfalls iGZ-Fachbereich Kommunikation, stellte Berliner Fördermöglichkeiten- und Programme vor, gefolgt von Claudia Schütte, iGZ-Fachbereich Bildung, die über ein neues modulares Karriereprogramm, „BWL für Personaldienstleister“, referierte, das in Zusammenarbeit mit der Fernuni Hagen entstehe.

Klarheit bei Testungen

Der neue Leiter des Fachbereichs Arbeits- und Tarifrecht, Eric Odenkirchen, stellte die rechtlichen Neuerungen in der Zeitarbeit vor. Ausführlich erläuterte er die Regelung für die Überlassung in die Fleischindustrie: Ab dem 1. April greife die zweite Stufe des Gesetzes, das ein Verbot von Zeitarbeit in den Bereichen der Schlachtung und Zerlegung bedeute. In der Verarbeitung könne mittels eines Tarifvertrags in der Einsatzbranche gearbeitet werden. Odenkirchen sah hier jedoch nur eine geringe Chance: „Wir müssen davon ausgehen dass kein Tarifvertrag, oder zumindest nicht bis zum 1. April zustande kommen wird.“ In Bezug auf die Testung von Zeitarbeitnehmern in der Pflege sah der Jurist klar den Einsatzbetrieb in der Verantwortung. Gleiches gelte auch für die Kostentragung. Mit einer Erinnerung schloss Odenkirchen seinen Vortrag: „Zeitarbeitsunternehmen, die Kurzarbeitergeld beziehen möchten, müssen dies bis zum 31. März tun. Danach ist die Leistung für die Branche gesperrt.“ (GB)

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