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Bundesregierung gibt Überblick über ausländische Arbeitskräfte
24.04.2014

„Deutschland ist auf Zuwanderer angewiesen“

Die Zahl ausländischer Beschäftigter in Deutschland ist im Vergleich zu den übrigen EU-Ländern zwischen 2007 und 2012 unterdurchschnittlich stark gestiegen. Mit einer Zuwanderung von rund 235.000 Erwerbstätigen zwischen 15 und 64 Jahren (+17 Prozent) liegt Deutschland weit hinter Ländern wie Italien (+127 Prozent) und Zypern (+103 Prozent).

In absoluten Zahlen ist Deutschland jedoch Spitzenreiter als Gastgeber für ausländische Arbeitskräfte. 2012 zählte die Arbeitskräfteerhebung (eurostat) knapp 1,6 Millionen ausländische Beschäftigte, gefolgt vom Vereinigten Königreich mit 1,4 Millionen Personen.

Fachkräftebedarf decken

Die Bundesregierung blickt dem positiv entgegen, heißt es in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Infolge des demografischen Wandels schrumpfe die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter bis zum Jahr 2030 in Millionenhöhe. Zwar könne ein Teil davon durch die gestiegene Erwerbsbeteiligung, insbesondere von Frauen und Älteren, ausgeglichen werden. „Deutschland ist jedoch mittel- und langfristig auf Zuwanderung angewiesen, um den Fachkräftebedarf zu decken“, betont die Bundesregierung.

Junger Altersdurchschnitt

Ein Blick in die Statistik verrät, dass die Zuwanderer Deutschland schon jetzt verjüngen. 52 Prozent der in Deutschland sozialversicherungspflichtig beschäftigten EU-Bürger waren im Juni 2013 unter 40 Jahre alt. Unter den Deutschen liegt diese Quote bei nur 41 Prozent. Die meisten ausländischen Erwerbstätigen arbeiten in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

Zumeist Italiener

Dabei stammen traditionell die meisten Einwanderer aus Italien. Zwischen 2003 und 2012 lag die Anzahl der in Deutschland arbeitenden Italienern nahezu unveränderlich knapp unter der 300.000er-Marke. Ebenso verhielt es sich mit Arbeitskräften aus Griechenland (je rund 148.000) und Kroatien (rund 145.000).

Starker Zuwachs aus Osteuropa

An zweiter Stelle stehen seit 2009 die Polen. Ihre Anzahl hat sich zwischen 2003 (104.000 Personen) und 2012 (204.000 Personen) nahezu verdoppelt. Noch höher fällt der Zuwachs neben den Rumänen (+128 Prozent) bei den osteuropäischen Ländern aus, die erst 2005 der EU beitraten. Spitzenreiter sind hier Bulgarien (+164 Prozent), die Slowakische Republik (+117 Prozent) und Litauen (+106 Prozent). In der Liste der Anzahl Erwerbstätiger liegen diese Länder jedoch noch in der unteren Hälfte.

300.000 Zuwanderer erwartet

Neben Deutschland zählen auch die meisten übrigen EU-Länder jährlich mehr ausländische Arbeitskräfte. Lediglich in Irland, Spanien, Ungarn und Portugal verringerte sich deren Anzahl zwischen 2003 und 2012. In diesem Jahr rechnet die Bundesagentur für Arbeit damit, dass rund 300.000 Zuwanderer nach Deutschland kommen werden. (ML)

Die vollständige Antwort der Bundesregierung steht im Anhang zum Download.

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