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Prof. Hashimoto von der Uni Tokio zu Gast beim iGZ
03.09.2015

Deutsch-japanisches Fachgespräch zur Zeitarbeit

Zu einem fachlichen Austausch zu Unterschieden und Gemeinsamkeiten der Zeitarbeit in Deutschland und Japan besuchte Prof. Yoko Hashimoto von der Gakushuin Universität in Tokio die Bundesgeschäftsstelle des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) in Münster.

Stefan Sudmann, Leiter des iGZ-Rechtsreferats, erläuterte der Jura-Professorin aus Japan das Wesen der Arbeitnehmerüberlassung in Deutschland. Da das Rechtssystem Japans eng verwandt mit dem deutschen ist, sind die rechtlichen Rahmenbedingungen in vielen Bereichen vergleichbar. Das trifft auch auf die Struktur der Branche zu: Wie in Deutschland ergänzt die Zeitarbeit auch in Japan die Wirtschaft um den Faktor der betrieblichen Flexibilität und macht mit unter drei Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse nur einen kleinen Teil der Jobs im Lande aus.

Zeitarbeit und Werkverträge abgrenzen

Das aktuell diskutierte Vorhaben in Deutschland, eine klare Abgrenzung zwischen Zeitarbeit und Werkverträgen herbei zu führen, ist in Japan schon lange geregelt und vor drei Jahren noch einmal in seinen Auswirkungen verschärft worden. Konkret geht es darum, ob im Falle eines Scheinwerkvertrags die vorhandene Arbeitnehmerüberlassungserlaubnis vor Folgen schützen soll. Im Moment ist das in Deutschland noch so. Der Koalitionsvertrag der Bundesregierung sieht jedoch vor, wie in Japan schon lange Praxis, dieses „Sicherungsnetz“ zukünftig nicht mehr zuzulassen.

Ähnlich entwickelt

„Die Auswirkungen dieser Regelung in Japan sind zumindest nicht erkennbar zu Lasten der Zeitarbeit gegangen“, sagt Sudmann. Er war sich mit Hashimoto einig, dass die Zeitarbeit sowohl in Japan als auch in Deutschland für die Unternehmen eine wichtige Funktion erfülle. „Wir können voneinander viel lernen, weil wir uns von sehr ähnlichen Ausgangssituationen in Nuancen unterschiedlich weiter entwickelt haben. Diese Unterschiede und die Erfahrungen, die wir daraus ziehen können, sind für beide Seiten interessant und hilfreich. Wir werden daher den Kontakt weiter pflegen“, so Sudmann. (MSP)

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