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IAB veröffentlicht Bericht zur Flüchtlingsmigration
02.09.2016

Deutlich weniger Flüchtlinge als im Vorjahr

Die Zuzugszahlen auf den zentralen Fluchtrouten sind in den letzten Monaten stark zurückgegangen, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Nachdem in der zweiten Hälfte des Jahres 2015 die Flüchtlingszahlen in Deutschland stark gestiegen waren, hat sich die Zahl der in Deutschland neu erfassten Flüchtlinge seit April 2016 bei rund 16.000 pro Monat eingependelt.

Die Bemühungen der Arbeitsmarktintegration der Flüchtlinge wirken sich auch auf die Zeitarbeitsbranche aus. Die Vorrangprüfung entfällt für die nächsten drei Jahre in Bezirken mit guter regionaler Arbeitsmarktlage. Damit können Flüchtlinge auch in der Zeitarbeit schon nach drei Monaten beschäftigt werden. Bei einem anerkannten Schutzstatus besteht uneingeschränkter Arbeitsmarktzugang.

Viele potenzielle Arbeitskräfte

Derzeit seien laut IAB mehrere hunderttausend Asylverfahren noch nicht abgeschlossen. Diese Rechtsunsicherheit behindere die Arbeitsmarktintegration. In den ersten sieben Monaten des Jahres erhielten 49 Prozent der Antragsteller einen Status als anerkannter Flüchtling oder Asylberechtigter. Von den Schutzsuchenden waren nach der Auswertung des IAB Ende Juli 2016 insgesamt 845.000 (77 Prozent) im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 64 Jahren. Je nach Geschwindigkeit in den Entscheidungsverfahren werde sich die Zahl der Flüchtlinge im erwerbsfähigen Alter mit einem Schutzstatus und einem unbeschränkten Arbeitsmarkzugang auf etwa 700.000 belaufen.

Keine Berufsausbildung

Das IAB weist aber darauf hin, dass die Arbeitsmarktintegration der Flüchtlinge noch einige Zeit in Anspruch nehmen werde. Rund 70 Prozent der arbeitssuchenden Geflüchteten haben keine abgeschlossene Berufsausbildung. Außerdem müssten Flüchtlinge zunächst an integrations- und arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen. Auch mangelnde Sprachkenntnisse stellen oft eine Hürde dar.

Großes Bildungspotenzial

Angesichts des geringen Durchschnittsalters der Flüchtlinge – 55 Prozent der Asylerstantragsteller sind unter 25 Jahre alt – besteht aber ein hohes Bildungspotenzial. Obwohl wenige über eine abgeschlossene berufliche Ausbildung verfügen, ist das allgemeine Bildungsniveau recht hoch. Das liege daran, dass sich häufig nur die oberen Schichten die teure Flucht leisten können, erläutert das IAB. Unter Krieg leide auch immer das Bildungssystem. Kommen die Geflüchteten aus Herkunftsländern, in denen schon seit Jahren oder gar Generationen Krieg herrscht, seien sie kaum gebildet. (AA)

Der Bericht steht im Anhang zum Download bereit.

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