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Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung erwartet Rückgang
20.03.2020

Der Arbeitsmarkt gerät unter Druck

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) erwartet im Jahr 2020 einen drastischen Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von zwei Prozent. Vorübergehend schrumpft das BIP sogar um mehr als sechs Prozent. Das geht aus der Vorausschau für 2020 des IAB hervor. Diese erfolgt unter der Annahme, dass ein Teil der Wirtschaftstätigkeit für sechs Wochen ausfällt und dann über einen ebenso langen Zeitraum zur Normalität zurückkehrt. Unterstellt wird dabei laut IAB-Pressemitteilung eine weltweite Rezession, die nicht zu einer systemischen Krise anwächst.

Das IAB geht davon aus, dass der Arbeitsmarkt durch die Auswirkungen der Corona-Krise massiv unter Druck geraten wird.
Das IAB geht davon aus, dass der Arbeitsmarkt durch die Auswirkungen der Corona-Krise massiv unter Druck geraten wird.

„Deutschland steht vor einer schweren Rezession“, schreiben die Arbeitsmarktforscher. Sie betonen die große Unsicherheit, die mit dem Corona-Virus verbunden sei. Im Fall von gravierenderen zweieinhalbmonatigen Ausfällen, die sich erst bis zum Jahresende wieder normalisieren, ergäbe sich für das Jahr 2020 rechnerisch sogar eine BIP-Schrumpfung um 4,7 Prozent. Nicht abgedeckt durch die IAB-Vorausschau wäre der Fall, dass es zu einer systemischen Weltwirtschaftskrise oder zu langanhaltenden flächendeckenden Arbeitsausfällen kommt.

Relativ robuster Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt gerate durch die Folgen der Ausbreitung des Corona-Virus massiv unter Druck, so Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“: „Einerseits gehen wir davon aus, dass der Arbeitsmarkt, gemessen an den gravierenden Einschränkungen, insgesamt noch relativ robust bleiben kann, wenn die Corona-Ausbreitung einen vorübergehenden Effekt in der Wirtschaftstätigkeit zur Folge hat. Arbeitskräftehorten tritt typischerweise gerade bei vorübergehenden und externen Schocks auf.“ Unerlässlich seien dabei in der aktuellen Situation umfassende Stützungsmaßnahmen wie die deutlich erleichterte Kurzarbeit und die beschlossenen Liquiditätshilfen für Betriebe. Andererseits gebe es neuartige Herausforderungen vor allem durch die unmittelbaren Ausfälle von Wirtschaftstätigkeit gerade in Bereichen, die üblicherweise weniger von Konjunkturschwankungen betroffen seien. „Angesichts der Schwere der Krise müssen gegebenenfalls weitere drastische Stützungsmaßnahmen ins Auge gefasst werden.“

Stagierende Zahlen

Die Zahl der Erwerbstätigen werde laut der IAB-Vorausschau im Jahresdurchschnitt 2020 im Vergleich zum Vorjahr mit 45,25 Millionen stagnieren, zeitweise aber um 300.000 sinken. Die Arbeitslosigkeit werde im Jahresdurchschnitt 2020 der Vorausschau zufolge bei 2,36 Millionen Arbeitnehmern liegen. Das wären rund 90.000 mehr als 2019. „Käme es aber zu den genannten zweieinhalbmonatigen Ausfällen mit einer verzögerten Normalisierung der Wirtschaftstätigkeit erst bis zum Jahresende, so könnte die Arbeitslosenzahl zeitweise die Marke von drei Millionen überschreiten“, erklärt Weber. Die Zahl der Kurzarbeiter könne in der nächsten Zeit Rekordniveau erreichen. Das Kurzarbeitergeld habe sich gerade in Zeiten schwerer, aber vorübergehender und externer Schocks als probates Mittel erwiesen. (WLI)

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