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IW Köln widerspricht Medienberichten
21.04.2015

Anteil atypisch Beschäftigter konstant

Auch wenn es in den Medien häufig anders dargestellt wird: Der Anteil sogenannter Normalarbeitsverhältnisse auf dem Gesamtarbeitsmarkt steigt seit 2005. Mit dieser und anderen Statistiken überrascht Dr. Hans-Peter Klös vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Z direkt!.

Leider müsse man hinnehmen, dass Zeitarbeit nicht als Normalarbeitsverhältnis, sondern als atypische Beschäftigung klassifiziert werde, bedauerte Klös beim iGZ-Landeskongress NRW. Umso wichtiger war es ihm zu betonen, dass diese atypischen Beschäftigungen Normalarbeitsverhältnisse keineswegs verdrängen. 2005 waren 40 Prozent der Erwerbstätigen zwischen 15 und 64 Jahren „normal“ beschäftigt, bis 2013 stieg dieser Anteil auf 46 Prozent. Der Anteil atypisch Beschäftigter sei nahezu konstant geblieben und lag 2013 bei 14 Prozent (2005: 12 Prozent). Auffällig sei jedoch, dass die Zahl der Beschäftigungslosen  stark von 35 Prozent auf nur noch 27 Prozent gesunken sei.

Langfristige Beschäftigungen

Dazu passt die Tatsache, dass mehr und mehr Menschen eine Anstellung in der Zeitarbeit finden, die zuvor entweder arbeitslos oder noch nie beschäftigt waren. „Zeitarbeit bietet nicht nur gute Eintrittschancen in den Arbeitsmarkt, sie erhöht auch die Chancen, länger im Arbeitsmarkt zu bleiben“, machte Klös zudem deutlich. In einer Langzeituntersuchung nahm das IW Köln neu geschlossene Zeitarbeitsverhältnisse unter die Lupe. Drei Viertel dieser Personen war sechs Monate später noch sozialversicherungspflichtig beschäftigt, nach zwölf Monaten waren es immer noch zwei Drittel.

Unternehmen mit Zeitarbeit erfolgreicher

Zu guter Letzt schaute der Arbeitsmarktexperte auf die wirtschaftliche Situation der Betriebe, die Zeitarbeitskräfte einsetzen. Fast 90 Prozent der befragten Unternehmer gab an, dass Zeitarbeit für die Flexibilität (sehr) wichtig sei. Das gelte ebenso für Fachkräfte wie für Helfer. Mit Blick auf den Umsatz dieser Betriebe stellte Klös fest: Unternehmen mit Zeitarbeitern sind auf ausländischen Märkten präsenter, haben einen höheren Exportanteil und sind innovativer.

Fokus des Gesetzgebers unverständlich

Im europaweiten Vergleich liegt Deutschland mit einer Zeitarbeitsquote von 2,2 Prozent leicht über dem Durchschnitt von 1,6 Prozent. Das sei damit zu erklären, dass Deutschland nach den Niederlanden den strengsten Kündigungsschutz habe. Zeitarbeit bietet Unternehmen die nötige Flexibilität, um ihren Personalbedarf der Auftragslage anzupassen und stabilisiere auf diese Weise auch die Stammbelegschaft. Trotzdem versuche der Gesetzgeber immer wieder, Einfluss auf die Zeitarbeit zu nehmen, wunderte sich Klös. „Ich kenne keine andere Beschäftigungsform, die so im Fokus des Gesetzgebers steht“, zeigte sich der Wirtschaftsexperte verständnislos. (ML)

Dieser Artikel erschien erstmals in der Z direkt! 01-2015. Das Fachmagazin der Zeitarbeitsbranche kann kostenlos abonniert werden. Außerdem bietet der iGZ einen Online-Blätterkatalog an.

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