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5 Gründe für einen Podcast – der verkannte Kommunikationskanal

Jeder dritte Verbraucher (33 Prozent) hört zumindest selten Podcasts – also regelmäßige Video- oder Audiobeiträge, die über das Internet verfügbar sind und abonniert werden können. Im Vorjahr war es erst jeder Vierte (26 Prozent). Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, die im Juli 2020 durchgeführt wurde.

Ein Großteil der Befragten (67 Prozent) hört mindestens einmal wöchentlich Podcasts, 20 Prozent sogar täglich. Das ergibt eine weitere Studie des Marktforschungsinstituts OmniQuest ebenfalls aus Juli 2020. Spotify listet mit “Gemischtes Hack” und “Fest & Flauschig” gleich zwei Podcasts aus Deutschland unter den fünf weltweit meistgestreamten Podcasts 2019. Es gibt viele gute Gründe, einen Podcast zu hören, aber auch einen Podcast selbst zu machen – besonders für Unternehmen.

1. Trendig und innovativ

Podcasts sind zwar nicht neu, die Audio- und Videobeiträge im Internet gibt es seit Anfang der 2000er Jahre. Wobei sich das Wort „Podcast“ zusammensetzt aus Pod für „play on demand“ und cast, kurz für Broadcast (Rundfunk). Durch neue Angebote und Anbieter erfahren Podcasts seit einiger Zeit einen Hype, vor allem Audio-Inhalte, die gerne unterwegs am Smartphone gehört werden. Das Marktforschungsinstitut Splendid Research hat im Februar 2020 1.025 Professionals - Personen mit Entscheidungskompetenz in den Bereichen Vertrieb, Beratung, Marketing/PR sowie Marktforschung - zwischen 18 und 69 Jahren online zum Thema B2B-Podcasts befragt. Das Ergebnis: Die Mehrheit der Befragten ist offen für Podcasts mit berufsbezogenen Inhalten - 38 Prozent der ohnehin podcastnutzenden Professionals haben bereits ein B2B-Format abgerufen. Weitere 36 Prozent können sich die Nutzung künftig vorstellen. Darüber hinaus beeinflusst ein Podcast die Außendarstellung des anbietenden Unternehmens positiv und steigert gleichzeitig die Bekanntheit innerhalb der Branche: Gruppenübergreifend stimmen über 80 Prozent der Aussage zu, ein Unternehmen mit eigenem Podcast sei modern.
 

2. Auch die Nische erreichen

In Podcasts können Sie erklärungsbedürftige und Special Interest-Themen, aber auch Botschaften platzieren, und das öffnet die Tür auch zu Nischen-Zielgruppen – ob Ernährungsbewusste, Sportfans, StarWars-Begeisterte oder Comedy-Liebhaber und und und… Zeitarbeitnehmer, Personaldienstleister oder Recruiting-Experten. Besonders informative Formate sind akustisch offenbar einfacher darzustellen als in etablierten sozialen Netzwerken. Bei der Umfrage des Marktforschungsinstituts OmniQuest im Juli 2020 nach den Podcast-Themen gefragt, bevorzugte eine Mehrheit der Teilnehmer Nachrichten und Politik (67 Prozent), Gesundheit und Ernährung (58 Prozent) sowie Wissenschaft und Bildung (57 Prozent). Von Wirtschaftsthemen, Weiterbildung und Fachwissen über Lifestyle, Reisen und Gesundheit bis hin zu Spiritualität und Religion ist in der Podcast-Szene alles dabei – für jedes Bedürfnis findet sich ein Podcast. Besonders aktuell in der Corona-Pandemie kommt fast stündlich ein neuer guter Podcast auf den Markt – viele haben ja gerade Zeit. Große Medienhäuser produzieren aufwändige Hörspiele, aber auch kleine Indie-Formate kommen in die Podcast Charts. Hier ein paar Podcast-Empfehlungen:

Liebe Zeitarbeit

Der Zeitarbeitscoach-Podcast 

Blickpunkt Zeitarbeit - Risiko oder Chance?

Mehr zu Sandra Sturmeit und ihrem Besuch beim iGZ

Deutschland3000

Zeit Verbrechen

Talk-o-mat  

3. Glaubwürdigkeit und loyale Communities

Mit Hilfe eines Podcasts können Sie sich als Experte positionieren. Sie greifen die Interessen Ihrer Zielgruppe auf, verschaffen Aha-Momente und vermitteln Wissen. Die Telekom beispielsweise beleuchtet die Chancen der Digitalisierung, Baumarkt Hornbach schaut Bastlern und Hobby-Handwerkern bei deren Projekten über die Schulter. Wer regelmäßig mit interessanten Themen am Start ist, positioniert sich aber nicht nur als Experte, er schafft auch eine Bindung zum Hörer. Einmal abonniert und für gut befunden, werden Podcast-Hörer zu ständigen Begleitern, die irgendwann auch die Person am Mikrofon zu kennen glauben. Deren Meinungen oder Empfehlungen haben oft einen sehr hohen Stellenwert. Idealerweise überträgt sich diese Bindung auch auf das Produkt oder die Dienstleistung oder das Unternehmen. 

4. Kein eigener Kanal notwendig

Ich soll einen Podcast machen? Da blamiere ich mich doch! Einen eigenen Podcast zu produzieren, der auch noch den eigenen und den Qualitätserwartungen der Nutzer entsprechen soll, ist für manchen eine große Hürde. Gleich ein eigener Kanal ist aber gar nicht zwingend notwendig. Unternehmen können ihre Botschaften – in Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Produzenten – in einzelne Episoden bereits etablierter Podcasts einbringen. Die „Lästerschwestern“ kooperieren beispielsweise mit Marken wie Sky, Telekom oder Joyn.

5. Überschaubare Kosten

Was brauche ich, um einen eigenen Podcast erstellen zu können? Gar nicht viel! Ein Podcast ist mit verhältnismäßig kleinen Mitteln umsetzbar – gerade im Vergleich zu Werbespots und Imagefilmen. Klar, man sollte den Aufwand, regelmäßig einen Podcast zu erstellen, nicht unterschätzen. Konzeption, Organisation, Nachbearbeitung, Verbreitung, Bewerbung und Betreuung brauchen ihre Zeit. Technisch benötige ich aber nicht viel: mindestens ein gutes Mikrofon und mindestens einen Sprecher. Ein professionelles Sendestudio bietet natürlich die beste Ton- und Klangqualität, aber ein Mittelklasse-Aufnahmegerät und eine ruhige Ecke tun es auch. Wollen Sie den Nutzer allerdings dauerhaft von Ihrem Podcast überzeugen, lohnt es sich in eine gewissen Aufnahmequalität zu investieren. Und was viele im Vergleich zu Videoproduktionen unterschätzen: Nicht jeder Mensch fühlt sich vor einer laufenden Kamera wohl. Auf eine reine Ton-Aufnahme in ungezwungener Umgebung lassen sich viele eher ein. So können Sie auch leichter Arbeitskollegen und Mitarbeiter als Gesprächspartner und Experten gewinnen.

Fazit

Was gestern der eigene Blog war, ist heute der eigene Podcast - ein Kommunikationskanal der Gegenwart und Zukunft. Bereits jetzt ist ein Podcast ein Instrument, mit dem ich bestimmte Inhalte präzise an meine Zielgruppe kommunizieren kann – was aber von vielen noch verkannt wird. Wir alle leben in einer Welt des Informationsüberflusses, unsere Aufmerksamkeitsspanne wird immer kürzer, die meisten wollen immer schneller konsumieren – genau in diesem Umfeld können sich Audio-Inhalte abheben. Podcasts schaffen neue Alternativen – sie sind dabei entweder unterhaltsam oder informativ. Am besten natürlich beides! Gute Podcasts machen Spaß, sie informieren und überraschen gleichermaßen – und bauen Vertrauen zum Hörer auf. Authentizität der Anbieter und regelmäßige Veröffentlichungen sind dafür aber ein Muss. Und ein guter Podcast ist übrigens so lang wie nötig, aber nicht länger.

Von Sara Schwedmann, Redakteurin Newsdesk, iGZ-Fachbereich Kommunikation

Über die Autorin

Sara Schwedmann arbeitet im Fachbereich Kommunikation in der iGZ-Bundesgeschäftsstelle in Münster. Anfang 2020 ist die studierte Politik- und Wirtschaftswissenschaftlerin und ausgebildete Journalistin und Social-Media-Managerin zum Team des Newsdesks gestoßen.