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Neue bekannte Gesichter – die Zeitarbeits-Gesprächspartner im Bundestag

Der Gastgeber war mehr als distanziert: Als ich kurz nach meinem Amtsantritt mit dem damaligen Tarifchef des iGZ, Holger Piening, in das Büro von Frank Bsirske geleitet wurde, war die Begrüßung des verdi-Chefs fast kälter als die Cola, die in einem Metallbehälter auf dem Tisch stand. Ein Branchenzuschlagstarif nach dem Muster der IG Metall, das kam für den Vertreter der größten Dienstleistungsgewerkschaft nicht infrage. Nicht nur, dass sich die Arbeitnehmervertreter an der Spree vom großen Rivalen am Main in der Frankfurter Zentrale der Industriegewerkschaft Metall nichts diktieren lassen wollten, die Mehrheit bei verdi war strikt gegen die Zeitarbeit.

Vom Gewerkschaftssessel auf den Bundestags-Stuhl – Frank Bsirske

Wir wissen, wie die Sache ausging und haben bereits die nächste Tarifverhandlungsrunde 2022 fest im Blick. Frank Bsirske sitzt nicht mehr im Gewerkschafter-Chefsessel sondern seit dieser Legislaturperiode im Deutschen Bundestag. Von den Grünen ist er zum arbeitsmarktpolitischen Sprecher und Berichterstatter für die Arbeitnehmerüberlassung gewählt worden. Ein Kenner der Szene, für die Fraktionsarbeit von großem Wert. Natürlich werden wir in diesen Gesprächen mit starken Argumenten für unsere Positionen kämpfen müssen, aber das Wissen über das Dreiecksverhältnis, das den Zeitarbeitsunternehmer im Austausch mit Mitarbeiter und Kunden so speziell macht, ist vorhanden.

FDP und CDU – alte Bekannte fest im Sattel

Auch bei Pascal Kober. Der Baden-Württemberger begleitet die Zeitarbeit in den vergangenen Jahren mit großem Interesse. Seit 2009 sitzt der begeisterte Reiter für die FDP im Bundestag fest im Sattel der Sozialpolitik. Mit ihm als ersten Ansprechpartner für die Überlassungsbelange steht ein fundierter Gesprächspartner bereit. Dies gilt auch für Jana Schimke. Die Arbeitsmarktexpertin und Kämpferin für den Mittelstand aus Brandenburg tritt sei Jahren für die Zeitarbeit ein. Mit ihrer Expertise hat die CDUlerin oft unsere Veranstaltungen belebt.

Der Neue der SPD - Manuel Gava

Der Neuling kommt aus Osnabrück und sitzt erst seit dieser Wahlperiode für die SPD im Bundestag. Manuel Gava, ehemaliger Vertriebsleiter, mit 30 Jahren direkt gewählt, kann mit den arbeitsmarktpolitischen Themen zumindest auf eine reichhaltige Praxiserfahrung zurückblicken. Wir freuen uns auf diesen Austausch zum Thema Arbeitnehmerüberlassung. Auch die Linke und die AfD werden wir in unsere Lobbystrategien mit einbeziehen.

736 Abgeordnete hat der 20. Deutsche Bundestag, viele davon sind neu und vor allem jung. Zahlreiche Glückwünsche hat der iGZ aus der Schumannstraße gesendet, immer verbunden mit einer Gesprächsanfrage. Auch die Parteien stellen sich neu auf: Friedrich Merz ist neuer Chef der CDU, seinen Generalsekretär Mario Czaja kennen wir bereits. Als Initiator der „Brückenköpfe, eine Initiative zur Sicherstellung einer bezahlbaren Gesundheitsversorgung“ ist er bereits ein vertrauter Gesprächspartner. Spannend wird sein, ob Ralf Brinkhaus, der jetzige Unions-Fraktionsvorsitzende, den Stuhl an seinen Vorgänger Merz, der ihn vor 20 Jahren bereits innehatte, übergeben wird. Bei Bündnis 90/Die Grünen haben sich Katharina Dröge und Britta Haßelmann in die erste Reihe gesetzt. Eine weibliche Doppelspitze, dem iGZ aus Gesprächen auch im Büro in der Schumannstraße bekannt.

AfD und Linke – neu aufgestellt

Die FDP im Parlament führt Christian Dürr, nach Lindner, ein Vornamensvetter, jedoch nicht annähernd so bekannt. Seine ersten politischen Sporen verdiente sich der Diplom-Ökonom im niedersächsischen Landtag. Jetzt möchte er mit der „Wohlstandsruhe“ aufräumen. Neu, wenn auch nicht unbekannt, ist das Team Alice Weidel und Tino Chrupalla, die Fraktionschefs der AfD. Dietmar Bartsch von den Linken hat eine neue Kollegin, die Anwältin Amira Mohammed Ali, beide sollen die deutlich geschrumpfte Fraktion managen. Aus dem vollen schöpfen kann Rolf Mützenich. Der alte und neue Fraktionschef der SPD kann auf die stolze Zahl von 206 Abgeordnete blicken, das sind fast 28 Prozent der Parlamentarier.

Über die Autorin

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Andrea Resigkeit ist iGZ-Fachbereichsleiterin Politische Grundsatzfragen. Seit dem 1. Juli 2009 leitet Andrea Resigkeit das iGZ-Hauptstadtbüros in Berlin. Sie ist Journalistin und hat für zahlreiche Tageszeitungen und das Fernsehen gearbeitet. Zuvor war sie stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA).