Praxisbeispiele

VBG unterstützt AMS mit Prämie

Die Automatisierung hat die Gefahren am Arbeitsplatz reduziert, es gibt strengere Vorschriften, bessere Schutzkleidung und mehr Beschilderung - dennoch passieren Unfälle, die vermeidbar sind. Mit Hilfe der Zertifizierung AMS (Arbeitssicherheit mit System) können Zeitarbeitsunternehmen ihre Prozesse optimieren und dafür eine Prämie von 4.000 Euro erhalten.

Langfristig verbessern

Die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) bietet dieses Programm für die Sparte Personaldienstleister an, um in Unternehmen den Arbeitsschutz systematisch zu organisieren und gleichzeitig langfristig zu verbessern. Guter Arbeitsschutz führt zu einer hohen Qualität der Arbeit, fördert die Produktivität, die Leistungsfähigkeit und die Leistungsbereitschaft der Beschäftigten.

Prävention

Arbeitsschutz ist viel mehr als das Bereitstellen der persönlichen Schutzausrüstung, das Beachten des Arbeitszeitgesetzes, Unterweisungen oder eine konsequente Arbeitsplatzbegehung. Im Fokus stehen präventive Handlungen und Maßnahmen, welche über die arbeitsmedizinische Vorsorge bzw. Eignungsuntersuchungen hinausgehen. Wichtig ist an dieser Stelle eine risikoorientierte Gefährdungsbeurteilung, um die Höhe und Art der Belastungen der Zeitarbeitnehmer zu erfassen und zu verbessern.

Handbuch

Doch der Aufwand ist für jedes Unternehmen, das den Arbeitsschutz auch ohne formale Zertifizierung ernst genommen hat, überschaubar und auch bestehende andere Zertifizierungen wie OHSAS oder ISO 9001 verkürzen den AMS-Prozess. Insgesamt gibt AMS ein Handbuch vor, um die unterschiedlichen Aspekte und Dokumente aus dem Bereich Arbeitsschutz in eine Struktur zu bringen und zusammenzuführen.

Zertifizierungsprozess

Das iGZ-Mitgliedsunternehmen Pro Tec Service mit den vier Firmensitzen in Nordhorn, Lingen, Rheine und Damme ist ein positives Beispiel für Arbeitssicherheit am Arbeitsplatz und hat erfolgreich den Zertifizierungsprozess durchlaufen.

Unfälle vermeiden

Irene Schubert, Geschäftsführerin der Pro Tec Gruppe und Arbeitssicherheitsmanagement-Beauftragte, erklärt, worauf es ankommt: „Ziel ist es, Arbeitsunfälle zu vermeiden und das Wohlbefinden der Mitarbeiter im Arbeitsalltag zu stärken. Wir sind seit 2012 nach OHSAS 18001 zertifiziert und haben 2016 AMS dort integriert. Zu Beginn haben wir Verantwortliche benannt und aufgelistet, was im Bereich Arbeitssicherheit schon geleistet wird und wo noch Defizite vorliegen."

Bewertungen

Hierbei orientiere sich das Unternehmen am Regelwerk des Arbeitssicherheitsmanagementsystems. Im zweiten Schritt beginne das System zu leben. Wo am Anfang die mechanischen Gefährdungen wie Lärm oder Lastenschutz beurteilt wurden, werden laut Schubert nach und nach immer mehr organisatorische und menschliche Gefährdungen bewertet. "Mittlerweile umfasst unsere Gefährdungsbeurteilung 98 Positionen, die jährlich ausgewertet werden. Dazu leiten wir Maßnahmen ab, und kontrollieren diese auf ihre Wirksamkeit“, erläutert die Geschäftsführerin.

Zertifizierung 2012

„Wir leben AMS“, betont auch Wolfgang Klausmeier, Geschäftsführer der at-work Fachpersonal GmbH & Co KG. Die erste Zertifizierung für Arbeitssicherheit erhielt das Zeitarbeitsunternehmen aus Münster 2012. Ein Handbuch haben sie selbst erstellt. Neben der Unternehmensphilosophie befinden sich darin verschiedene Dokumente, die jedes Jahr aktualisiert werden. „Nach und nach fügt sich jeder Schritt in den Alltag ein und fließt in alle Prozesse mit ein. Mittlerweile ist Arbeitssicherheit bei uns gelebte Praxis“, betont Andreas Wenzel, Niederlassungsleiter bei at-work in Oelde.

Sinkende Unfallzahlen

Für Zeitarbeitsunternehmen gibt es besondere Herausforderungen, die sich durch das Wesen der Zeitarbeit mit wechselnden Tätigkeiten ergeben. Durch das System AMS und andere dieser Art wie SCP und SSP ist es gelungen, die Arbeitsunfälle deutlich zu reduzieren. Seit Jahren sinken die Unfallzahlen. Kamen im Jahr 2007 noch mehr als 34 Arbeitsunfälle auf 1.000 Beschäftigte, liegt die Zahl im Jahre 2014 unter 25. (KRW)