Aufwärtsbewegung in der deutschen Wirtschaft
Die Meinungen über die weltweite Entwicklung der Konjunktur gehen weit auseinander. Die Allianz erwartet eine „deutliche Aufwärtsbewegung im zweiten Halbjahr“. Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz, sagte: „Der Schockzustand der Wirtschaft ist vorbei, die Talsohle der Rezession liegt hinter uns.“
Andere Experten sehen die zukünftige Entwicklung nicht so positiv. Die Experten-Meinungen über die weitere konjunkturelle Entwicklung gehen auseinander: Während die Allianz mit einer „deutlichen Aufwärtsbewegung der Konjunktur im zweiten Halbjahr“ rechnet, warnen die Chefökonomen von Deka- und Commerzbank vor verfrühter Euphorie. Bundesarbeitsminister Olaf Scholz hingegen sieht den deutschen Arbeitsmarkt schon „mit einem blauen Auge davonkommen“.
Meldungen kritisiert
Der SPD-Politiker kritisierte Meldungen, wonach mit bis zu fünf Millionen Arbeitslosen zu rechnen sei: „Einige scheinen großen Spaß daran zu haben, mit schlimmen Prognosen die Bürger zu verunsichern“, sagte er der „Stuttgarter Zeitung“ (Montagausgabe).
Nachfrage zieht an
Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise sagte der „Bild“-Zeitung: „Der Schockzustand der Wirtschaft ist vorbei, die Talsohle der Rezession liegt hinter uns.“ Bei den Unternehmen ziehe die Nachfrage wieder an. „Wir erwarten nach dem Absturz zu Jahresbeginn eine deutliche Aufwärtsbewegung der Konjunktur im zweiten Halbjahr“, erklärte er. Die Wirtschaft werde spürbar wachsen. Die Arbeitslosigkeit werde zunehmen, „aber nicht so stark, wie in vielen Schreckensszenarien unterstellt“.
Positive Entwicklung
Positiv entwickelte sich auch ifo [2]-Exportklima-Index: Das vom ifo-Institut im Auftrag der „Wirtschaftswoche“ erstellte Ausfuhr-Barometer stieg im Juni erneut um 0,1 auf 0,6 Punkte und entwickelte sich damit ähnlich gut wie in den beiden Monaten zuvor.
Unterschiedliche Trends
Deutlich unterschiedliche Trends zeigen zwei Erhebungen von Unternehmensberatungen: Laut einer von der „Welt“ veröffentlichten Ernst & Young-Studie rechnen 66 Prozent der befragten deutschen Unternehmen mit einer Verbesserung der Konjunktur in den nächsten zwölf Monaten. Einer Roland-Berger-Umfrage zufolge steht hingegen „das Schlimmste erst noch bevor“: Weltweit erwarten Unternehmen den Tiefpunkt der Krise demnach erst für Anfang 2010. Die europäischen unter den 400 befragten Unternehmen erwarteten die Erholung sogar erst für das zweite Halbjahr 2010.
„Blutleere wirtschaftliche Aufwärtsbewegung“ befürchtet
Die Chefökonomen von Deka- und Commerzbank verwiesen am Wochenende auf die kräftige Eintrübung des US-Verbrauchervertrauens: Dieses sei ein Indiz dafür, dass die
Bewältigung der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise noch einige Zeit dauern werde: „Der erste Rückgang des Verbrauchervertrauens nach der Anstiegsserie seit Februar sollte uns daran erinnern, dass die Welt nach der Krise schwierig genug bleiben wird“, sagte Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater „Handelsblatt.com“.
Enttäuschende Daten
Der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, sprach von enttäuschenden Daten. Die Eintrübung des Verbrauchervertrauens erinnere daran, „dass der Rezession keine kräftige Erholung, sondern lediglich eine blutleere wirtschaftliche Aufwärtsbewegung folgen dürfte“, sagte er. Die Rezession scheine aber nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA zu enden.
Chance auf Stabilisierung
Der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, sieht eine Chance auf Stabilisierung und langsame Erholung. Es mehrten sich weltweit die positiven Signale, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Manche Indikatoren zeigen eine wirtschaftliche Erholung an, und man wird an den deutschen Zahlen für das zweite Quartal sehen, dass wir den freien Fall beendet haben.“
Gestiegene Nachfrage nach Zeitarbeitnehmern
Unterdessen geht es auch mit der Nachfrage nach Zeitarbeitnehmern wieder aufwärts: „Erstmals seit zwölf Monaten konnten wir im Juni wieder einen Anstieg der Zeitarbeiter verzeichnen, sagte der Präsident des Bundesverbands Zeitarbeit (BZA [3]), Volker Enkerts, dem „Hamburger Abendblatt“. Die Mitarbeiterzahl habe sich im Vergleich zum Mai um rund drei Prozent erhöht. Derzeit gebe es bundesweit 35.000 offene Stellen in der Zeitarbeit.
Verweise:
[1] http://www.ig-zeitarbeit.de/system/files/heise.jpg
[2] http://www.ig-zeitarbeit.de/glossary/term/2580
[3] http://www.ig-zeitarbeit.de/glossary/term/258