WSI veröffentlicht Zahlen zu Tarifsteigerungen

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Zeitarbeitslöhne 2015 um 4,3 Prozent gestiegen

„Am höchsten fällt die jahresbezogene Tarifsteigerung mit nominal 3,5 Prozent im Investitionsgütergewerbe aus“, meldet das Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung zu den Tarifsteigerungen für 2015. Offenbar wurde dabei wohl eine Branche übersehen: In der Zeitarbeit stiegen die Tariflöhne zum 1. April 2015 um 4,3 Prozent im Osten und um 3,5 Prozent im Westen.

Kein Geheimnis: Die regelmäßigen Tarifsteigerungen laut iGZ-DGB-Taifvertrag können jederzeit eingesehen werden.

Das bedeutet in der Praxis für die Zeitarbeitnehmer in Ostdeutschland ein Plus von 34 Cent pro Stunde in der Entgeltstufe 1 sowie 30 Cent mehr in der Stunde im Westen. Und es geht weiter: Am 1. Juni 2016 steigt die unterste Lohngrenze auf 8,50 Euro (Ost) und 9 Euro (West). Der Tarifvertrag mit den DGB-Gewerkschaften läuft bis zum 31. Dezember 2016, danach wird neu verhandelt.

Spürbar zugelegt

Das WSI der Hans-Böckler-Stiftung stellt in seiner Bilanz der Tarifpolitik 2015 denn auch fest: Die Tariflöhne haben im Jahr 2015 real (nach Abzug der Inflation) spürbar zugelegt. Die Verbraucherpreise sind im vergangenen Jahr lediglich um 0,3 Prozent gestiegen, die Tarifvergütungen dagegen um nominal 2,7 Prozent. Daraus ergibt sich im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt ein reales Wachstum der Tariflöhne und -gehälter um 2,4 Prozent. Als weitere hohe Tarifsteigerungen nannte das WSI die Bereiche private Dienstleistungen und Organisationen ohne Erwerbszweck mit 3,0 Prozent und das Baugewerbe mit 2,8 Prozent.

Im Durchschnitt

Genau im Durchschnitt liege das Nahrungs- und Genussmittelgewerbe mit 2,7 Prozent. Um 2,6 Prozent seien die tariflichen Entgelte in den Bereichen Verkehr und Nachrichtenübermittlung, Grundstoff- und Produktionsgütergewerbe sowie Kreditinstitute und Versicherungsgewerbe gestiegen. Mit 2,4 Prozent nur wenig dahinter rangieren laut WSI die Bereiche Gartenbau, Land- und Forstwirtschaft sowie Energie- und Wasserversorgung, Bergbau und Gebietskörperschaften, Sozialversicherung, gefolgt vom Verbrauchsgütergewerbe mit 2,3 Prozent. Im Handel liege der jahresbezogene Tarifanstieg bei nominal 1,7 Prozent. (WLI)

Kräftige Steigerungen:

Posted by Faire Zeitarbeit on Freitag, 8. Januar 2016