SI GmbH präsentiert Ergebnisse des Projekts "Zeitarbeit - eine Brücke in den Arbeitsmarkt?"

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Zeitarbeit erster Weg aus der Arbeitslosigkeit

28,9 Prozent der Zeitarbeitnehmer sind bereits über 18 Monate im Einsatz, bevor sie vom jeweiligen Kundenunternehmen übernommen werden. 29,8 Prozent sind sieben bis zwölf Monate im Einsatz, bis sie in ihren neuen – alten - Arbeitsplatz wechseln.

Dr. Cordula Sczesny, Geschäftsführerin der SI GmbH, präsentierte die Ergebnisse des Projekts "Zeitarbeit - eine Brücke in den Arbeitsmarkt?".

Mit teils überraschenden Ergebnissen wartete Dr. Cordula Sczesny, Geschäftsführerin der Soziale Innovation (SI) GmbH, bei der Vorstellung der Ergebnisse des Projekts „Zeitarbeit – eine Brücke in den Arbeitsmarkt?“ auf. Rund 250 Teilnehmer kamen zur Abschlussveranstaltung nach Dortmund.

Kundenbindung

Sczesny betonte, Übernahmen seien für die Zeitarbeitsunternehmen ein Handlungsdilemma: „Die Firma hat einerseits den Verlust eines guten Mitarbeiters zu verkraften, andererseits ist gerade das aber auch ein gutes Instrument der Kundenbindung“, erläuterte die Expertin. Für das Projekt, für das sich auch der iGZ engagierte, verzeichnete die SI GmbH bei den Umfragen einen sehr guten Rücklauf von 13,3 Prozent bei den Zeitarbeitsunternehmen, 21 Prozent bei den Zeitarbeitskräften und 12,4 Prozent bei ehemaligen Zeitarbeitnehmern. Außerdem wurden 17 Interviews geführt.

Weg aus der Arbeitslosigkeit

Zeitarbeit ist und bleibt offenbar erstes Mittel der Wahl bei dem Weg aus der Arbeitslosigkeit: „56,8 Prozent“, so Dr. Sczesny, „der Befragten gaben an, mittels Zeitarbeit Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu beenden“. 55,4 Prozent hoffen auf den Klebeeffekt, 42,5 Prozent fanden die angebotene Arbeitsstelle attraktiv. „Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Zeitarbeit ein Weg aus der Arbeitslosigkeit sein kann“, zog die Geschäftsführerin ein erstes Fazit.

Kundeneinsätze

Interessant sei in diesem Zusammenhang auch die Zahl der Einsätze bis zu einer Übernahme in das Kundenunternehmen – 75,2 Prozent der Zeitarbeitskräfte wurden bereits nach lediglich einem Einsatz übernommen. Die Übernahme scheint dabei in erster Linie Sache von Zeitarbeitnehmer und Kundenunternehmen zu sein: Den größten Einfluss darauf haben mit 43,7 Prozent die Zeitarbeitnehmer selbst, 44,5 Prozent beruht auf Initiative der Kundenbetriebe, und 9,2 Prozent gehen auf das Konto der Zeitarbeitsfirmen.

Passgenauigkeit

Qualifizierung vor und während des Einsatzes fand bei 21,3 Prozent statt. „Hier wird eher auf Passgenauigkeit gesetzt“, erklärte Dr. Sczesny die niedrige Quote – Zeitarbeitnehmer werden gezielt nach ihrer zum vakanten Arbeitsplatz passenden Qualifikation ausgesucht. Als wichtigste Faktoren für eine Übernahme wurden laut Sczesny die gute Einarbeitung, die Integration ins Team und die gute Abforderung der Fähigkeiten genannt. Aus Sicht der Zeitarbeitsunternehmen wesentliche Aspekte seien für eine Übernahme Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Motivation, Teamfähigkeit und mehr Einsatz als erwartet.

Personalbetreuung

„Das Ergebnis lautet, dass der Klebeeffekt bis hin zu ungelernten Hilfskräften feststellbar ist. Dieser Effekt kann durch intensive Personalbetreuung seitens der Zeitarbeitsunternehmen und Jobcenter noch erhöht werden. Kundenunternehmen sind gefragt, wenn es um faire und gute Bedingungen für die Arbeitskräfte geht“, unterstrich Cordula Sczesny abschließend.

Leitlinien entwickelt

Die SI GmbH habe auf Basis dieser Ergebnisse nun Kriterien und ein Konzept für gute Personalbetreuung entwickelt. Diese Leitlinien wurden in einem Info-Flyer zusammengefasst und es wurden – bislang – zwölf Informationsveranstaltungen für Arbeitsvermittler in Jobcentern durchgeführt.

Podiumsdiskussionen

Im Anschluss fanden zwei Podiumsdiskussionen statt - Themen: "Gute Personalbetreuung in der Zeitarbeit: Was gehört dazu und wem nutzt sie?" mit Michael Kilias, ZAK Zeitarbeit, Dr. Ulrich jansen, Geschäftsführer Start Zeitarbeit GmbH, Norbert Maag, Leiter der Personalabteilung der Siempelkamp-Firmengruppe, Karl-Heinz Kramm, Fertigungsleiter bei Siempelkamp, Johannes Stoffers, Personalleiter Steinhoff GmbH, und der ehemalige Zeitarbeitnehmer Björn Ernemann.

Klebeeffekt

Über "Der Klebeeffekt - nur eine Sache von Zeitarbeitskräften, Zeitarbeits- und Kundenunternehmen?" diskutierten NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD), Detlef Janke-Erler, Bereichsleiter Markt und Integration im Jobcenter Dortmund, Michael Hermund, Abteilungsleiter Arbeitsmarktpolitik beim DGB NRW, Sven Kramer, stellvertretender iGZ-Bundesvorsitzender, und Wilhelm Oberste-Beulmann, BAP-Vizepräsident. (WLI)