iGZ-Bundesvorstandsmitglied Baumann kritisiert Entgeltvergleich:

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Christian Baumann

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"Zeitarbeit eine echte Chance für Beschäftigte"

„Wieder einmal wurden die Durchschnittsentgelte der Zeitarbeitsbranche und der Gesamtwirtschaft einfach miteinander verglichen, obwohl sich die Beschäftigungsstrukturen deutlich voneinander unterscheiden“, reagierte Christian Baumann, Bundesvorstandsmitglied des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ), auf die Meldung, Zeitarbeitnehmer würden im Schnitt deutlich weniger verdienen als andere Vollzeitbeschäftigte. Er warne davor, Durchschnittsentgelte in der Zeitarbeit und in der Gesamtwirtschaft einfach miteinander zu vergleichen.

iGZ-Bundesvorstandsmitglied Christian Baumann: "Zwei Drittel der Zeitarbeitnehmer kommen aus der Beschäftigungslosigkeit, und ein Drittel wird von den Kundenunternehmen ins eigene Stammpersonal übernommen.“

Die Partei Die Linke habe eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) benutzt, um eine komplette Wirtschaftsbranche zu diskreditieren. „Bei einem Vergleich der Lohnhöhen geht es allein um das Qualifikationsniveau der Beschäftigten.

Keine Angaben

Relevante sozio-ökonomische Eigenschaften sowie bisherige Erwerbsbiografien der Beschäftigten sind nicht berücksichtigt, weil diese Angaben nicht vorhanden sind. Hinzu kommt, dass Zeitarbeitskräfte ja meistens nur temporär im Kundenunternehmen eingesetzt sind“, erteilt Baumann den Behauptungen eine Absage.

Nicht vergleichbar

„Zeitarbeitnehmer werden in geringerem Maß in betriebliche Abläufe eingebunden als Stammbeschäftigte. Folglich übernehmen sie auch weniger Verantwortung und sind damit zudem weniger produktiv“, erläutert das iGZ-Vorstandsmitglied. Zeitarbeitskräfte könnten deshalb nicht einfach mit den Beschäftigten im Kundenunternehmen verglichen werden, auch wenn sie die gleiche Tätigkeit ausführen. „Dazu“, so Baumann, „müssten sie das gleiche Maß an Produktivität haben.“

Geringere Differenz

Mit Blick auf die sozio-ökonomischen Merkmale falle die Lohndifferenz sehr viel geringer aus. Je höher das Niveau der Qualifikation sei desto geringer sei denn auch der qualitative Unterschied der Arbeitsleistung, gibt Baumann zusätzlich zu bedenken.

Qualifikation

Das gelte ebenfalls für die Beschäftigungsdauer. Mit steigender Qualifikation verlängere sich das Beschäftigungsverhältnis im gleichen Zeitarbeitsunternehmen analog. Durchschnittlich sei die Verweildauer zwar kürzer als in der Gesamtwirtschaft – das begründe sich laut Baumann allerdings in der ursprünglichen Funktion der Zeitarbeit: „Sie dient der flexiblen Gestaltung von Produktionsabläufen und ermöglicht der Wirtschaft kurzfristig auf sich ständig ändernde Marktanforderungen zu reagieren. Und sie ist zum Ausgleichen von Personalengpässen gedacht, die durch temporäre Abwesenheit verursacht wird“, erklärt der Hamburger Unternehmer.

Chance Zeitarbeit

Für die Beschäftigten bedeute die Zeitarbeitsbranche eine echte Chance: „Sie hat sich längst als Sprungbrett zurück in den Arbeitsmarkt bewährt. Zwei Drittel der Zeitarbeitnehmer kommen aus der Beschäftigungslosigkeit, und ein Drittel wird von den Kundenunternehmen ins eigene Stammpersonal übernommen“, unterstreicht Baumann. (WLI)