Vor allem Kleinstbetriebe bilden seltener aus

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Sinkende Azubi-Zahlen

Obwohl die Gesamtzahl der Beschäftigten in Deutschland kontinuierlich steigt, sinkt die Zahl der Auszubildenden. Laut einer Studie des Soziologischen Forschungsinstituts Göttingen kamen 2015 auf 100 Beschäftigte nur noch 5,1 Auszubildende. 1999 waren es zu 6,1 Azubis.

Vor allem Kleinstbetriebe mit bis zu fünf Mitarbeitern verzichten zunehmend darauf, Lehrstellen zu schaffen. 2015 boten nur noch 4,9 Prozent der Kleinstbetriebe Ausbildungsplätze an (1999: 7 Prozent). Auch gebe es regionale Unterschiede: In Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen sei die Ausbildungsquote konstant geblieben, in den ostdeutschen Bundesländern habe sie sich hingegen halbiert.

Interesse sinkt

Das liege auch daran, dass es in Ostdeutschland zwar viele Unternehmen gebe, die ausbilden möchten. Viele Jugendliche orientieren sich aber eher in Richtung alter Bundesländer. Und auch die generelle Nachfrage nach einer Ausbildung sinke: „Gleichzeitig interessieren sich weniger Jugendliche für eine Ausbildung“, zitiert die WirtschaftsWoche Lars Thies von der Bertelsmann-Stiftung, die die Studie förderte.

Personaldienstleistungskaufleute

Ein anderes Bild zeigt sich in der Zeitarbeit: 2008 startete erstmals der Ausbildungsgang der Personaldienstleistungskaufleute (PDK). Im ersten Jahr verzeichnete die Ausbildung gleich einen Traumstart mit 1.028 Azubis. Die Wirtschaftskrise versetzte dem noch jungen Bildungsweg einen Dämpfer – 2009 sank die Zahl der Neuanmeldungen auf 718. Seit 2012 hat sich die Zahl der Berufseinsteiger, die sich für eine professionelle Ausbildung zu Personaldienstleistungskaufleuten entscheidet, stabil bei rund 900 eingependelt. (ML)