Stellv. iGZ-Bundesvorsitzende kritisiert SPD-Politikerin

Bettina Schiller

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Schiller: Ryglewski sollte genauer hinschauen

„Wenn Sarah Ryglewski unbefristete, sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen mit planbarer Bezahlung sucht, sollte sie sich dringend mal in der Zeitarbeitsbranche umsehen“, macht Bettina Schiller, stellvertretende Bundesvorsitzende des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ), deutlich. Die Bundestagsabgeordnete Ryglewski (SPD) kritisiere die Branche offenbar, ohne sich vorher über die Fakten informiert zu haben.

Bettina Schiller, stellv. iGZ-Bundesvorsitzende, rät der SPD-Bundestagsabgeordneten Sarah Ryglewski zu mehr Differenzierung.

Denn die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zeigen, dass über 90 Prozent aller Zeitarbeitsverhältnisse sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen seien. Zudem seien 80 Prozent aller Arbeitsverträge in der Branche laut iGZ-Mittelstandsbarometer unbefristet. Und ein planbares Gehalt gebe es obendrein: Für nahezu 100 Prozent der Beschäftigten gelte ein Tarifvertrag, der mit den DGB-Einzelgewerkschaften abgeschlossen wurde.

Steigende Gehälter

Auf diese Weise sei das Gehalt nicht nur planbar, sondern erhöhe sich oftmals auch automatisch. Für derzeit elf Kundenbranchen gebe es spezielle Zuschlagstarifverträge, die eine stufenweise Angleichung der Gehälter von Zeitarbeitskräften und Stammbeschäftigten regeln. „Eine Zeitarbeitskraft in der Metall- und Elektroindustrie bekommt dadurch nach neun Monaten einen Zuschlag von 50 Prozent“, gibt Schiller ein Beispiel.

Zeitarbeit bereits gesetzlich eingeschränkt

Ryglewski hatte in einem Gastkommentar im Weser Kurier zudem gefordert, Zeitarbeit weiter einzuschränken. „Da frage ich mich ernsthaft, ob Ryglewski die gesetzliche Initiative ihrer Partei in den letzten Jahren komplett verschlafen hat“, wundert sich Schiller. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hatte eine erneute Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes angeregt, die am 1. April 2017 in Kraft trat. Diese Reform regelt unter anderem eine Höchstüberlassungsdauer von 18 Monaten sowie Equal Pay nach neun Monaten. „Welche weiteren Einschränkungen stellt sich Ryglewski denn noch vor?“, so die stellvertretende iGZ-Bundesvorsitzende, die zudem Inhaberin des Bremer Zeitarbeitsunternehmens Teamworker Personaldienst GmbH ist.

Genauer differenzieren

Sie rate der Bundestagsabgeordneten, bei ihrer Kritik am Arbeitsmarkt genauer zu differenzieren. Wer Zeitarbeit in einem Atemzug mit Werkverträgen, Praktika und Minijobs nenne, der habe das Prinzip "Guter Zeitarbeit" bis heute nicht verstanden. (ML)