BMAS veröffentlicht Abschlussbericht

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Themenseite: Arbeitsmarktpolitik

Qualitätsstandards in Zeitarbeit selbstverständlich

Die Wahrung von Qualitätsstandards wird in Zeitarbeitsunternehmen besonders großgeschrieben – laut dem im Juni 2017 veröffentlichten Forschungsbericht „Arbeitsqualität in Zeitarbeitsverhältnissen“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) haben die Deregulierung der Branche sowie die Hartz-Reformen auf die Arbeitsqualität Einfluss gehabt. Außerdem könne Zeitarbeit ziemlich kurzfristig auf konjunkturelle Schwankungen reagieren.

Vor allem die tarifliche Entlohnung, die Betreuung der Zeitarbeitnehmer während des Arbeitseinsatzes sowie die Gleichbehandlung in den Betrieben führe laut Bericht zu einer hohen Arbeitszufriedenheit bei den Zeitarbeitnehmern. Dadurch und durch eine lange Einsatzdauer im Kundenunternehmen nehme auch die Qualität der Arbeit von hochqualifizierten Zeitarbeitnehmern zu.

Neue Rahmenbedingungen

Im Juni 2000 waren rund 339.000 Arbeitnehmer in der Zeitarbeitsbranche beschäftigt. Bis Ende 2013 stieg die Zahl auf rund 815.000 Zeitarbeitnehmer. Insbesondere der demografische Wandel in bestimmten Branchen bringe, so das BMAS, für die Zeitarbeitsunternehmen Herausforderungen mit. Aber auch politische und ökonomische Rahmenbedingungen haben dazu geführt, dass das Personalmanagement in Zeitarbeitsunternehmen und der Überlassungsprozess von Zeitarbeitern immer weiter angepasst werden müsse.

Spezialisierung auf Nischen

Laut Forschungsbericht des BMAS setzen rund 50 Prozent der Zeitarbeitsunternehmen geringqualifizierte Zeitarbeiter ein, die häufig keinen Schulabschluss haben. Hochqualifizierte Zeitarbeitnehmer werden von über 40 Prozent der Unternehmen überlassen. Knapp zehn Prozent entfallen auf hochspezialisierte Fachkräfte, die über einen Hochschulabschluss verfügen. Hierbei falle besonders auf, dass vor allem kleine und mittlere Zeitarbeitsfirmen bestimmte Nischen besetzen und das Fachwissen auf bestimmte Branchen und Qualifikationsniveaus ausrichten. Jedoch werde es für Zeitarbeitsfirmen immer schwieriger, hochqualifiziertes Personal, vor allem für den technischen Bereich, zu finden.

Betreuung der Zeitarbeitnehmer

Den Zeitarbeitsunternehmen sei besonders daran gelegen, den Kontakt mit den Zeitarbeitnehmern während eines Einsatzes im Kundenbetrieb aufrechtzuerhalten. Dafür werden regelmäßig Stammtische oder Betriebs- sowie Weihnachtsfeiern veranstaltet. Es werde aber auch dafür gesorgt, dass die Zeitarbeitnehmer genau die gleichen Arbeitsmittel und Gerätschaften zur Verfügung gestellt bekommen wie die Stammbelegschaft. Ebenfalls sei den Zeitarbeitsfirmen und auch Kundenunternehmen daran gelegen, die Zeitarbeitnehmer kontinuierlich weiterzubilden. Vor allem für Fachkräfte seien Weiterbildungsmaßnahmen ein wichtiger Aspekt.

Nachhaltiges Personalmanagement

Laut Forschungsbericht wünschen sich insbesondere die Zeitarbeitnehmer eine offene Kommunikation hinsichtlich ihrer Beschäftigungsperspektiven, Leistungen sowie die Unterstützung bei Konflikten mit Kundenunternehmen. Zeitarbeitsfirmen müssen daher bestrebt sein, diesen Erwartungen gerecht zu werden. Daher sei es für die Glaubwürdigkeit der Zeitarbeitsunternehmen eine Herausforderung, ein nachhaltiges Personalmanagement zu entwickeln. (SB)

Der komplette Bericht steht im Anhang zum Download.